3 Secrets

3 Secrets Cover

Cover / Foto: Abacusspiele

Das Internet und die sozialen Medien zeigen es immer wieder: Bilder können lügen. Ein und derselbe Sachverhalt kann, nur in Bildern dargestellt, von unterschiedlichen Personen verschieden wahrgenommen und interpretiert werden. So kann man Menschen beeinflussen, die wenig hinterfragen und sich auf Bilder verlassen. Dies machten sich die Autoren bei der Entwicklung von 3 Secrets zu nutze. Drei Geheimnisse sind das zentrale Element einer jeden Partie. Nur eine Abbildung mit drei Markierungen steht den Spielern als Grundlage bereit, um davon die drei Geheimnisse abzuleiten. Doch spielen sie dabei gegen die Zeit, müssen mindestens alle fünf Minuten ein Geheimnis aufdecken, um als fähige Ermittler zu gelten.

Spielmaterial:

50 extra große Karten sind in der Spielschachtel enthalten. Zusätzlich kann eine App verwendet werden, die für iOS und Android kostenfrei erhältlich ist. Die Anleitung hält aber auch eine Variante ohne App bereit, das Spiel lässt sich also auch ohne Smartphone/ Tablet spielen.

In der Anleitung gibt es eine Farbskala, die den Farben auf den Karten einen Schwierigkeitsgrad zuordnet. Diese Einteilung halte ich für gewagt, uns kam so manche Geschichte der höchsten Stufe leichter vor als andere Geschichten der leichtesten Stufe.

Spielmechanismus:

Jede der 50 Karten zeigt auf der Vorderseite eine Abbildung mit drei eingefärbten Elementen und auf der Rückseite die Geschichte zu dieser Szene. Unterteilt wird diese in drei Geheimnisse, welche die Mitspieler erraten sollen. Ein Spieler liest die Geschichte und die Mitspieler stellen anschließend Fragen, welche mit „Ja“, „Nein“, „Nicht ganz“ oder „Das ist irrelevant“ beantwortet werden dürfen. So versuchen sie die Geschichte zu erörtern. Für jedes Geheimnis stehen nur fünf Minuten und ein Hinweis zur Verfügung, bei Nutzung des Hinweises wird die Restzeit für ein Geheimnis halbiert.

3 Secrets Karten

Karten / Foto: Brettspielpoesie

Um den Schwierigkeitsgrad anzupassen, kann die zur Verfügung stehende Zeit in der App pro Geheimnis auf 3 Minuten reduziert oder auf 7 Minuten verlängert werden. Wird ohne App gespielt, haben die Spieler nur 10 Minuten Zeit für alle drei Geheimnisse, dafür darf alle drei Minuten ein Hinweis vorgelesen werden.

Spielende:

Sobald die Spieler das dritte Geheimnis erkannt haben, endet die Partie. Oder spätestens nach 15 Minuten, wenn kein oder weniger Geheimnisse korrekt erraten wurden. Für jedes erkannte Geheimnis erhalten die Spieler einen Stern und können dann nachlesen, was ihre Wertung bedeutet.

Spieleranzahl:

Hiebei gilt umso mehr, desto besser. Zu zweit liest einer die Geschichte und einer rät alleine, das funktionierte bei uns nicht wirklich. Mindestens vier Spieler, also drei die das Geheimnis aufspüren wollen, würde ich empfehlen. Bei mehr Spielern ist die Wahrscheinlichkeit noch größer, dass durch unterschiedliche Sichtweisen und Herangehensweisen die Lösung vor Ablauf der Zeit ermittelt wird. Zu viele sollten es allerdings auch nicht sein, sonst sind einige nur stumme Beisitzer.

Glücksfaktor?

Hmm, Glück ist vielleicht das falsche Wort. Die Geheimnisse, die erraten werden sollen, sind teilweise recht abstrus. Aber ich denke das hat weniger mit Glück zu tun, als mit Vorstellungskraft, ob man aus den gegebenen Details die richtigen Schlüsse zieht.

Fazit:

Die Geschichten hinter den Bildern sind teilweise wirklich schwer herauszufinden. Aber das Spiel erweckt in den meisten Spielern einen gewissen Ehrgeiz, der es sie immer und immer wieder versuchen lässt. Schließlich denkt man sich so manches Mal, darauf hätte man doch auch irgendwie selber kommen können. Und das will man beweisen. Wäre es jedes Mal ersichtlich, was dahinter steckt, würde das diesen Reiz eben nicht auslösen, daher denke ich die Schwierigkeit ist gut getroffen. Es muss halt jeder für sich entscheiden, ob er solche Spiele mag oder eben nicht. Wer mit Black Stories gute Erfahrungen gemacht hat, kann hier meiner Meinung nach bedenkenlos zugreifen. Black Stories Liebhaber in unseren Gruppen empfanden 3 Secrets durch die grafische Darstellung sogar ein wenig besser. Das Zeitlimit finde ich gut, so ist eine Partie nach spätestens 15 Minuten beendet und durch den Zeitabzug für die Hinweise, muss man sich gut überlegen ob und wann man von ihnen Gebrauch macht. Wen dieser Zeitdruck stört, der kann auch einfach ohne spielen, je nachdem wie man am meisten Spaß daran hat. Die Wertung am Ende ist eigentlich nicht wichtig, in unseren Gruppen war das Ziel immer alle drei Sterne zu erhalten, alles darunter fühlte sich nach einer Niederlage an.

Nachdem die fünfzig Karten durchgespielt sind, kennt man alle Geheimnisse und kann das Spiel nur noch als Vorleser in anderen Gruppen spielen, da man die Auflösungen ja bereits kennt. Je nachdem wie gut das eigene Gedächtnis ist, kann es auch nach einigen Jahren wieder funktionieren 😉 Selbst wenn man im Schnitt von der halben Spielzeit von 7,5 Minuten pro Partie ausgeht, wären das immerhin 6,25 Stunden Spielspaß. Man darf hier kein anspruchsvolles Spiel erwarten, sondern eines, bei dem eine gewisse Vorstellungskraft von Nöten ist. Dann kann man bis zu 50 Mal Spaß am knobeln haben. Um einen besseren Einblick zu bekommen, kann man sich auf der Webseite von Abacusspiele eine Demo-Karte mit Auflösung ansehen, die so nicht im Spiel enthalten ist.

Wertungsnote 4/6

Verlag: dVGiochi / Abacusspiele
Autor(en): Martino Chiacchiera, Pierluca Zizzi
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 8 Spieler
Dauer: 15 Minuten

Vielen Dank an Abacusspiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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