Atacama

Atacama Cover

Cover / Foto: Mücke Spiele

Atacama – wer kennt sie nicht, die Wüste zwischen Chile und Peru? 😉 Das so betitelte Spiel ist Teil der Edition Bohrtürme vom Verlag Mücke Spiele, gehört aber nicht zu den Ergebnissen des ersten Autorenwettbewerbs. Martin Schlegel kreierte zuerst ein Spiel namens „Äpfel und Birnen“ mit dem gleichen Zugmechanismus, erkannte aber schnell, dass dies kein Verkaufsschlager wird und so wurden aus dem Obst Bohrtürme inmitten der Wüste. So lässt es sich auch erklären, weshalb in diesem Spiel Bohrtürme eingesetzt werden, um nach Gold, Silber und Kupfer zu schürfen. Das Spiel an sich ergibt dann mehr Sinn. Was anfangs als einfaches Spiel abgetan wird, kann ganz schön knackig werden, wenn man einmal die vielen Möglichkeiten begriffen hat, wie man selbst möglichst viele Punkte erhält und dem Gegner viele Punkte nimmt. Lest in folgender Rezension genauer nach, was Atacama bereit hält.

Spielmaterial:

Atacama aus der Edition Bohrtürme muss natürlich selbige enthalten. Und zwar 34 Stück an der Zahl, sechs davon in einer anderen Farbe. Dazu 9 Pappteile, die sich zum quadratischen Spielbrett zusammen legen lassen. Einziger Kritikpunkt dabei, sie sind sehr dünn und verrutschen leicht. Nun braucht es nur noch zwei Schürfplättchen und der Spielspaß kann beginnen.

Spielmechanismus:

Für das Grundspiel werden die Spielplanteile anhand ihrer Bezeichnung von A-I zu einem 9×9-Quadrat zusammengesetzt. Auf jedem Spielplanteil sind 9 Rohstoffe (Kupfer, Silber und Gold) in verschiedener Anzahl und Anordnung abgedruckt. Die Schürfplättchen werden verdeckt gezogen und entscheiden darüber, welcher Rohstoff nicht geschürft werden darf und in welcher Richtung (vertikal oder horizontal) am Ende gewertet wird. Dann kann es auch schon losgehen und die Spieler stellen nacheinander jeweils einen ihrer 14 Bohrtürme auf ein beliebiges Feld des Spielplans. Dabei gelten folgende Regeln: Zwischen zwei Bohrtürmen muss horizontal und vertikal immer mindestens ein Feld frei bleiben und auf jedem Feld darf nur ein Bohrturm stehen.

Atacama Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Taktik-Variante: Dabei werden drei Bohrtürme durch anders farbige ersetzt. Bei der Abrechnung erhält man für die anders farbigen Türme die doppelte Punktzahl.

Variante Aufbauspiel: Hierbei wird der Spielplan zufällig zusammengesetzt. Begonnen wird mit einem Dreieck aus drei Spielplanteilen. Dann kommt jeder Spieler drei Mal zum Zug und kann je einen Bohrturm setzen. Die Schürfrechte sind jedoch noch nicht vergeben. Einmalig kann ein Spieler das Schürfrecht seiner Wahl erwerben und in gewünschter Richtung an den Spielplan anlegen. Er darf dann in diesem Zug keinen Bohrturm setzen, schlimmer noch, er muss als Strafe einen Bohrturm seinem Mitspieler abgeben. Nach diesen Zügen werden diagonal die nächsten drei Spielplanteile angelegt, woraufhin jeder Spieler wieder drei Züge machen darf. Zuletzt werden die restlichen drei Spielplanteile angelegt und die Spieler setzen ihre übrigen Türme.

Spielende:

Das Spiel endet, sobald der letzte Bohrturm platziert wurde. Gewertet werden im nächsten Schritt nur die Reihen, in denen mindestens vier Bohrtürme stehen. Man schaut sich horizontal und vertikal Reihe für Reihe an, welche Zeilen gewertet werden und wie viele Punkte der jeweilige Spieler dafür erhält. Für jedes Feld ist die Punktzahl auf dem Spielplan angegeben. Anhand der Schürfrechte werden Plus- und Minuspunkte verteilt und etwaige Minuspunkte von den Pluspunkten abgezogen. Eine negative Punktzahl ist möglich. Wer mehr Punkte erzielen konnte, gewinnt Atacama.

Spieleranzahl:

Das Spiel ist zu zweit oder zu viert spielbar, man wählt dann die jeweilige Seite der Schürfplättchen. Zu viert werden vertikal und horizontal jeweils die Punkte für zwei Spieler ermittelt, aber die Schürfrechte unterscheiden sich. Jeder Spieler erhält auch nur die halbe Anzahl an Bohrtürmen, also sieben. Bei der Taktikvariante bloß sechs plus einen anders farbigen. Zu viert ist es schwieriger seine Bohrtürme lukrativ zu setzen. Man muss versuchen die eigenen Schürfrechte möglichst gut abzudecken, in den Reihen, die später gewertet werden und es zugleich dem Gegner erschweren. Dabei muss man nun nicht nur auf die Reihen achten, die in anderer Richtung gewertet werden, sondern auch das die eigenen einem nicht zu viele Minuspunkte einbringen. Denn die Gegner verfolgen ja dasselbe Ziel. Hier die Übersicht zu behalten ist eine Herausforderung.

Glücksfaktor?

Bei diesem spiel ist strategische Planung gefragt, mit Glück kommt man nicht sehr weit, wenn der Gegner seine Bohrtürme nicht gerade wahllos auf den Spielplan setzt. Man muss viel abwägen, wenn der Turm einem selber Punkte einbringt, aber auch dem Mitspieler. Und welche Felder man sich selbst „verbaut“, wenn man einen Turm setzt. Der beste Weg ist es natürlich, dem Gegner gute Plätze zu verbauen und selber hauptsächlich Pluspunkte zu erhalten, während man dem Gegner versucht Minuspunkte zuzuschustern. Zu viert wird Atacama etwas glückslastiger. Da man selber nur 7 Türme setzen darf, ist man zu sehr davon abhängig wo die anderen Spieler ihre Türme einsetzen und hat selbst weniger Einfluss auf das Ergebnis.

Fazit:

Was zunächst leicht und einfach erscheint, kann einem ganz schön den Kopf zerbrechen. Wie setze ich die Bohrtürme am Besten ein, um den höchsten Gewinn zu erzielen und gleichzeitig den Mitspieler zu blockieren und mit Minuspunkten zu versehen? Man kann recht schnell loslegen, auch wenn es erst einmal verwirrend ist, das man schnell nicht mehr weiß, wer welchen Turm gesetzt hat. Aber das ist für die Endabrechnung ja auch unerheblich. Erst nach der ersten Abrechnung wird vielen klar, was es eigentlich mit Atacama auf sich hat. Zu zweit eignet es sich durch die horizontale/vertikale Wertung super, um am Tisch „über Eck“ zu spielen. Zu viert ist für mich zu viel Glück im Spiel, als das ich das Spiel häufiger auf den Tisch bringen möchte. Zu zweit hingegen, besonders durch die Varianten, eine abwechslungsreiche Herausforderung. Daher auch die vier Punkte, zu viert würde ich eher zu drei Punkten tendieren.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Mücke Spiele
Autor(en): Martin Schlegel
Erscheinungsjahr: 2013
Spieleranzahl: 2 oder 4 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Mücke Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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