Baaaaa!

Baaaaa! Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

An was denkt ihr, wenn ihr den Namen Bio Viva! lest? Vielleicht an Bio-Lebensmittel oder Lifestyle-Produkte aus biologischer Herstellung? Doch wie passt das mit diesem Blog zusammen? Es handelt sich natürlich um einen Spieleverlag. Der Name passt aber trotzdem gut, denn dieser Verlag zeichnet sich dadurch aus, dass bei der Herstellung besonderes Augenmerk auf Material und dessen Herkunft liegt. So produziert der Verlag zu 100% in Frankreich, was mit dem Siegel „Origine France Garantie“ belohnt wurde. Daneben findet man das vielleicht etwas bekanntere „Forest Stewardship Council label“, kurz FSC, welches man erhält, wenn Papier und Pappe zur Herstellung aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Zusätzlich ist es dem Verlag wichtig, die Transportwege möglichst kurz zu halten, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten. Darüber hinaus wird auf petrochemisches Material, wie beispielsweise Plastik, komplett verzichtet. Wow! Dafür schon mal ein ganz dickes Lob. Doch habe ich dies alles erst später erfahren, angesprochen hat mich schon 2015 das Spiel Sauve Moutons, zu deutsch: „Rettet die Schafe“. Leider ist es damals nur auf französisch erschienen und daher hatte ich es nicht wirklich auf dem Schirm. Ähnlich ging es mir auch im letzten Jahr, doch der Verlag sorgte mit einer großen Austellungsvariante für meine Aufmerksamkeit bei der Neuheitenschau in Essen. Die multilinguale Ausgabe hat auch einen neuen Namen bekommen: Baaaaa!, so blöken Schafe auf französisch.

Spielmaterial:

Wie schon in der Einleitung erwähnt, wurde nur nachhaltiges Material verwendet. Wenn man die Schutzfolie entfernt, stellt man fest, dass die Rückseite des Kartons gar nicht bedruckt wurde. Statt dessen ist dort ein Einleger mit den Informationen. Der Karton selbst ist dann einfach aus Pappe zusammengesteckt. In einem kleinen Fach werden 24 Spielkarten, zwei Papp-Plättchen, 10 Holzschafe sowie ein Schäfer, eine Hütte und ein Wolf aus Holz aufbewahrt. Darüber liegen die fünf Spielplanteile, die zusammen gesetzt werden müssen. So entsteht ein 3D-Berg, den die Schafe erklimmen wollen. Leider fleddert das Material sehr leicht auseinander, ich bin mir nicht sicher ob dieser Berg bei häufigen Zusammenbau lange hält.

Spielmechanismus:

Baaaaa! Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Alle Schafe beginnen auf unterster Ebene, gegenüber vom Wolf. Zwei Ebenen über dem Raubtier steht der Schäfer beim Stall. Ziel ist es, möglichst viele Schafe zu retten, in dem sie den Stall, und damit die Weide, erreichen ohne auf den Wolf zu treffen. Gerettete Schafe kommen nämlich auf das Weide-Plättchen. Dabei sind die Spieler ein Team und sie spielen kooperativ gegen den Wolf.  Dafür liegen die 10 Schaf-Aktionskarten offen aus dem Tisch ausgebreitet. Die Wolfkarten werden als verdeckter Stapel bereit gelegt. Nun dürfen die Spieler nacheinander eine offen ausliegende Schafkarte wählen, deren Aktion ausführen und die Karte umdrehen. Zwischen zwei Aktionskarten der Schafe wird immer die oberste Wolf-Karte aufgedeckt und ausgeführt. Die Aktionskarten der Schafe ermöglichen einem Schaf ein einzelne oder doppelte Bewegungen nach links, rechts oder oben. Mit einer Karte können sogar drei Schafe in einem Zug bewegt werden. Mit der Schäfer-Aktion darf dieser versetzt werden, um dort die Schafe vor dem Wolf zu beschützen. Liegt keine Schaf-Karte mehr offen aus, werden alle wieder umgedreht.

Der Wolf hat neben Einzelbewegungen nach links, rechts, oben oder unten auch einige Sonderaktionen. Der satte Wolf interessiert sich im Moment nicht für Schafe. Schlägt ein Blitz ein oder kann der Wolf sich erfolgreich als Schaf ausgeben und es befindet sich eines auf seiner Ebene, wird ein Schaf gestohlen und in die Vorratskammer gebracht. Dies kann auch der Schäfer nicht verhindern. Der Adler bringt ein Schaf von der Weide zurück auf den Berg und mit der Aktion „Entflohenes Schaf“ kann sich dieses aus der Vorratskammer befreien und zum Schäfer laufen.

Baaaa! Karten

Karten / Foto: Brettspielpoesie

Als Variante kann auch ein Spieler den Wolf verkörpern. Dann zieht er jede Runde zwei Aktionskarten des Wolfes und darf eine davon ausführen. Die Schäfer-Aktion der Schafe wird stärker, denn hierbei schützt sie vor allen Wolfs-Aktionen.

Spielende:

Das Spiel endet sobald sich kein Schaf mehr auf dem Berg aufhält. Dann vergleicht man die Schafe auf den beiden Plättchen. Haben es mehr Schafe auf die Weide geschafft, haben die Spieler gesiegt. Sollten sich jedoch mehr Schafe in der Vorratskammer des Wolfes befinden, kehrt dieser glücklich nach Haus. Bei Gleichstand „muss“ eine weitere Partie gespielt werden 😉

Spieleranzahl:

Alleine wird sich ein Kind sicher weniger damit beschäftigen wollen. Mit mehr Spielern ist es eine gute Möglichkeit kooperatives Spielen zu erlernen und zu trainieren. Je nach Alter und Erfahrung können die Eltern anfangs noch durch das Mitspielen Hilfestellungen geben, bis die Kids selbstständig dazu in der Lage sind.

Glücksfaktor?

Bei der Wahl der auszuspielenden Karte muss beachtet werden, dass diese Karte eben erst wieder zur Verfügung steht, wenn alle anderen Karten ebenfalls ein Mal gespielt wurden. Man kennt grundsätzlich die Karten des Wolfes und muss versuchen, die Schafe in die bestmögliche Ausgangslage zu bringen, um schnell zum Stall zu gelangen und nicht dem Wolf in die Fänge zu laufen. Dabei hilft es natürlich, wenn passende Karten für den Wolf aufgedeckt werden.

Fazit:

Mich spricht das Spiel einfach an, weil es Schafe enthält und mit dem 3D-Berg einen hohen Aufforderungscharakter besitzt. Das Thema ist nicht aufgesetzt,  in der Anleitung erfährt man sogar den Hintergrund. In Frankreich leben viele Schäfer mit ihren Schafen, die jedes Jahr erneut auf die Berge zu den saftigen Weiden geführt werden. Dabei sind sie leider den vielen Wölfen ausgeliefert, die immer wieder die Schafherden angreifen. Dies wird kindgerecht erklärt ohne den Wolf als bösen Jäger darzustellen. Die Zeichnungen auf den Bergteilen sind niedlich gestaltet, dabei sehr detailreich und es gibt viel zu entdecken.

Es ist ein Spiel, welches ab 5 Jahren empfohlen wird und ist daher als Kinderspiel einzuordnen, das Eltern sicher gerne mal mitspielen. Auch wenn wir feststellen mussten, dass es Kinder gibt, die lieber Karten für den Wolf aufdecken wollen, als die Schafe zu retten 😯 Wenn man sie jedoch überzeugen kann, die Schafe zu retten, bietet sich den Kleinen ein Spielprinzip, dass erste taktische Entscheidungen erfordert. Mit der Variante lässt es sich sogar kompetitiv spielen. Dennoch wird es Erwachsene alleine schnell langweilen.

Wertungsnote 3/6

Die Bewertung ist aus meiner Sicht als Vielspieler, in Relation zu den anderen Rezensionen zu sehen. Daher gebe ich hier zwei Bewertungen ab, eine weitere allein auf Kinderspiele bezogen.

Kinderspiel-Wertung:

Wertungsnote 5/6

Verlag: Bio Viva!
Autor(en): Michaël Rambeau
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 1 – 5 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Bio Viva! für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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