Beasty Bar

Beasty Bar Cover

Cover / Foto: Zoch Verlag

Samstagabend, Du stehst nichtsahnend mit Deinen Freunden in der Schlange vor der angesagtesten Bar der Stadt und wartest auf den Einlass. Da stürmt plötzlich ein Nilpferd auf euch zu und räumt euch aus dem Weg, um sich den Platz direkt vor dem Eingang zu erkämpfen. Als ihr gerade wieder auf  die Beine gekommen seid, müsst ihr euch ducken, damit euch das Känguru nicht verletzt, welches gerade über euch drüber hopst. Plötzlich hört ihr ein lautes Fauchen vom König der Tiere, der von allen anderen vorgelassen wird. Doch dann kommt euch ein übler Geruch in die Nase, denn ein Stinktier kommt um die Ecke und verjagt mit seinem Duft den Löwen und das Nilpferd. Was wie ein chaotischer Tag im Zoo klingt, kann euch bei Zochs Spiel „Beasty Bar“ passieren. Die Spieler schlüpfen in die Rollen die Tiere und versuchen in die Bar gelassen zu werden und gönnen einander dabei nichts. Nur wer am Spielende die meisten Tiere in die Bar bringen konnte, darf den Sieg feiern.

Spielmaterial:

Für jeden der vier möglichen Spieler stehen 12 Spielkarten zur Verfügung, mit unterschiedlichen Hintergrundfarben zur Unterscheidung. Hinzu kommen jeweils zwei Karten für das Heavens Gate und für die Gosse. Die Karten sind sehr groß und die Tiere darauf sind liebevoll gestaltet. Neben der ausführlichen Spielanleitung, existiert ein Übersichtsblatt mit den Aktionen der einzelnen Karten zum schnellen Nachlesen. Die Aktionen der Tierarten sind auch in klein auf der jeweiligen Tierkarte aufgedruckt, diese sind jeodch nicht sofort verständlich.

Spielmechanismus:

Zwischen den Karten Heaven’s Gate und der Rauswurfkarte wird Platz für fünf Karten gelassen, dies ist die „Drängelmeile“. Jeder Spieler wählt eine Farbe und mischt alle 12 zugehörigen Karten. Vier davon nimmt er direkt auf die Hand, die anderen bleiben als eigener Nachziehstapel vor ihm liegen. Er legt nun die erste Karte und damit das erste Tier in der Schlange. Er nimmt sich sofort eine neue, eigene  Karte. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe und spielt eine Karte von der Hand aus. Die Aktion des Tieres tritt sofort in Kraft. Dadurch können auch Tiere sofort in der Gosse landen. Anschließend werden die ständigen Aktionen ausgeführt, die einige Tiere haben. Zum Beispiel stolziert die Giraffe immer über das Tier direkt vor ihr, wenn deren Wert geringer ist als der der Giraffe. Abschließend wird der „5-Tiere-Check“ durchgeführt. Dabei wird geschaut, ob sich genau fünf Tiere in der Drängelmeile aufhalten. Ist dies nicht der Fall, ist der nächste Spieler an der Reihe. Andernfalls wird das Heaven’s Gate geöffnet und es kommen die beiden vordersten Tiere in die Bar – das letzte Tier landet in der Gosse. Die beiden dazwischen dürfen zur Tür aufrücken und es werden der Reihe nach weiterhin Tiere ausgespielt und deren Aktionen ausgeführt bis sich die Tür das nächste Mal öffnet.

Beasty Bar Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Regel schlägt als Erweiterung vor, dass jeder Spieler vier Karten vor Beginn verdeckt ablegt. Diese sind für ihn in der aktuellen Runde nciht im Spiel. So kann man nicht abzählen welche Karten schon gespielt werden und welche noch kommen können. Aber die Runden sind auch schneller vorbei, weil weniger Tiere ausgespielt werden.

Spielende:

Das Spielende ist erreicht, wenn alle Spieler alle Karten ausgespielt haben. Tiere die sich noch in der Drängelmeile aufhalten, haben Pech gehabt, es gibt keinen weiteren Einlass. Nun werden die abgelegten Karten an der Heaven’s Gate-Karte aufgedeckt und die Anzahl der Tiere pro Farbe gezählt. Es gewinnt der Spieler, welcher die meisten Tiere in die Bar bringen konnte. Bei Gleichstand sind die Kartenwerte entscheidend und es gewinnt derjenige, der mehr Tiere mit niedrigeren Zahlen in die Bar gebracht hat.

Eine Abwandlung der Ermittlung des Siegers, ist eine Punktevergabe anhand der Zahlenwerte auf den Tierkarten. Umso höher der Wert eines Tieres, desto einfacher ist es, das Tier in die Bar zu befördern. Daher gibt es mehr Punkte, desto kleiner der Tierwert ist.

Spieleranzahl:

Dieses Spiel macht umso mehr Spaß, desto mehr Spieler beteiligt sind. Dann schaffen es auch mehr Tiere in die Bar zu gelangen. Im Spiel zu zweit landen die meisten Tiere in der Gosse. Man muss sich dabei nur auf einen Gegner konzentrieren und wird auch nur von einem angegriffen. Bei mehr Spielern verteilen sich die „Angriffe“ meist auf mehrere Spieler. Oft auf den Spieler, der das vorderste Tier in der Reihe hat.

Glücksfaktor?

Ein gewisser Glücksfaktor ist schon dabei. Welche vier Karten zieht man auf die Hand, welche Tiere kann man selber ausspielen um auf ausliegende Tiere zu reagieren und welches Tier kann der kommende Spieler einsetzen? Aber man muss sich auch überlegen, welche der vier Karten von der Hand am sinnvollsten eingesetzt werden kann.

Die Tiere sind von 1 bis 12 durchnummeriert. Tiere mit höheren Werten sind stärker, als die mit niedrigeren Werten. Letztere sind schwieriger in die Bar zu bekommen. Man sollte immer im Blick haben, wie Tiere welche sich später in die Warteschlange gesellen, die anwesenden Tiere durcheinander bringen können. Zum Beispiel kann ein Löwe, der früh gespielt wird, von anderen Tieren in die Gosse befördert werden. Oder ein Seelöwe durch den Austausch der Heaven’s Gate- und der Rauswurfkarte wieder ständige Aktionen wie das Fressen anderer Tiere durch das Krokodil auslösen. Ist es sinnvoll das Heavens Gate zu öffnen, wenn man selbst ein Tier in die Bar bringen würde, aber eben auch ein anderer Spieler oder geht man das Risiko ein, bis zu einem späteren Einlass selbst rausgeworfen zu werden?

Fazit:

Ein kurzweiliges Spiel, besonders für Familienspieler geeignet. Der Suchtfaktor ist sehr hoch, man möchte immer wieder versuchen sich gegen die Mitspieler zu behaupten und die meisten Tiere in die Bar zu bringen. Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass die erste und vielleicht zweite Runde etwas holprig sein kann, weil man die Aktionen noch nicht verinnerlicht hat. Das gibt sich jedoch und dann wird das Spiel sehr flüssig.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Zoch Verlag
Autor(en): Stefan Kloß
Erscheinungsjahr: 2014
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Dauer: ca. 20 Minuten

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