BerlinCon 2017 – Tag 1

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Samstagfrüh ging es für mich zum wiederholten Male in diesem Jahr auf in Richtung Hauptstadt. Dieses Mal waren Hunter & Cron daran „schuld“, die zum dritten Mal die BerlinCon veranstalteten. Wir machten uns keinen Stress pünktlich zur Eröffnung vor Ort zu sein, und trafen erst gegen 11 Uhr ein. Für die erste Nacht hatten wir uns in einem Hotel einen guten Kilometer von der Location entfernt eingebucht. Das war zumindest der Plan. Also suchten wir uns einen Parkplatz auf halber Strecke zwischen Hotel und Kühlhaus und checkten ein. Beim Einparken hatte mein Handy sich aufgehängt und im Hotel erfuhren wir von einem Patzer bei der Buchung. Ein toller Start in den Tag! Doch das Handy lies sich resetten und das Hotelzimmer umbuchen, zum Glück war für die Nacht noch ein Doppelzimmer verfügbar. Also durchegatmet und rein ins Vergnügen.

Bereits am Eingang trafen wir auf die beiden Spielfritten, die nach einem ersten Überblick über die vier Stockwerke eine kleine Pause benötigten. An der Kasse erspähten wir dann die Brettagogen, an deren Fersen wir uns hafteten. Im Erdgeschoss waren hauptsächlich Familienspiele von Kosmos, HCM Kinzel, ASS Altenburger, Game Factory, etc. zu sehen. Kosmos gewährte erste Blicke auf die Schachteln der neuen Exit-Spiele und den Spielplan des dritten Spiels aus der Ken Follet-Reihe. Wir hielten uns hier erst einmal nicht so lange auf und ließen unsere Blicke im ersten Stock über den Flohmarkt streifen. Hier hielt ich Ausschau nach Cron, denn ich hatte eine kleine Spende für den Flohmarkt. Im letzten Jahr konnte ich hier ein nicht mehr sehr ansehnliches Exemplar von Im Jahr des Drachen erwerben, doch durch die Neuauflage benötige ich dieses angenagte Exemplar nun nicht mehr und spendete es für den Flohmarkt, um zum zweiten Mal Geld für die Veranstalter einzubringen.

Der nächste Weg führte uns zum Stand von Feuerland Spiele, leider hatte dort eine Gruppe gerade erst begonnen Gaia Project zu spielen. Wir planten diesen Stand am Folgetag als erstes anzusteuern und schauten uns am Stand nebenan Memoarrr näher an. Dabei handelt es sich um das zweite Spiel des jungen Verlages Edition Spielwiese aus Berlin. Eine junge Dame erklärte uns das memory-ähnliche Spielprinzip. 24 Spielkarten liegen verdeckt aus, jede zeigt ein Tier und einen Hintergrund. Davon existieren jeweils fünf und reihum muss nun jeder Spieler entweder das gleiche Tier oder den gleichen Hintergrund aufdecken. Gelingt das einem Spieler nicht, scheidet er aus der laufenden Runde aus, sollte aber weiterhin aufpassen. Denn die kommende Runde wird mit der gleichen Kartenauslage gespielt. Wer kann sich besser erinnern? Manchmal reicht auch Glück beim Karten aufdecken. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Edelsteinen. Diese erhalten die Sieger einer Runde als verdeckte Schatzkarten mit unterschiedlicher Anzahl. Die Tiere haben alle noch eine Sonderfunktion, die hinzu genommen werden kann. Das Spiel selbst konnte auf jeden Fall mehr überzeugen, als es die Anleitung im Vorfeld erwarten lies. Ein nettes Spiel für zwischendurch.

Mittlerweile waren wir zu fünft und erkannten die Chance mit dem Spieleleiter und „seinen“ zwei Mädels das Captain Sonar-Großspiel in Beschlag zu nehmen. Auf einer Seite wir und die Brettagogen, auf der anderen Seite das Spieleleiter-Team mit dem Krimimaster Stephan Kessler. Es wurde erbittert gekämpft, unsere vorherigen Partien bei BS spielt! dauerten nicht einmal annähernd so lange. Wir waren jedoch nicht in der Lage das gegnerische Team auch nur annähernd richtig zu orten, daher schossen wir ständig ins Leere. Trotzdem hatten wir Spaß dabei, besonders durch die Großversion, die auch immer wieder Zuschauer angezogen hat.

Wieder nur zu fünft wollten wir uns Calimala, die Neuheit von ADC Blackfire, genauer ansehen. Der Tisch war aber komplett leer, es fehlten nicht nur Erklärer, sondern auch das ganze Spielmaterial. Dieses befand sich gerade im Live-Stream und wir quatschten die Zeit tot, bis Uli Blennemann sich zu uns gesellte. Das gehört bei solchen Veranstaltungen ja auch einfach dazu. Doch dann ging es los: Als geübte Spieler verzichteten wir auf die empfohlene Startaufstellung und stürzten uns ohne Umwege in das Leben als Tuchhändler in Florenz. Obwohl ich die ganze Partie das Gefühl hatte nichts auf die Reihe zu bekommen, konnte ich am Ende an allen Mitspielern vorbei ziehen. Der Aktionsmechanismus ist dabei ziemlich cool, da ein Aktionsstein immer zwei unterschiedliche Aktionen auslöst. Und das nicht nur für den aktiven Spieler, sondern auch für bis zu zwei weitere Spieler, die in vorherigen Runden ihre Aktionsscheiben dort platziert haben. Ein vierter Aktionsstein würde entfernt werden und löst eine Wertung aus. Welche der 15 Wertungen das ist, ist jederzeit dem Spielplan zu entnehmen, um sich darauf vorzubereiten. Auf das fertige Spiel kann man sehr gespannt sein.

Und damit bin ich auch schon beim letzten Spiel des Abends angekommen. Wir zogen uns ins nahe gelegene Mercure Hotel zurück und beschlagnahmten die Sitzgelegenheiten in der Lobby, um vor den Augen des Autors und des Verlegers in die Welt von Ausgespielt! einzutauchen. Es ist nicht das erste Spiel von Stephan Kessler, daher kommt auch der Spitzname Krimimaster. Letztes Jahr befassten wir uns mit dem Mord im Leuchtturm, dieses Mal waren wir in bekannteren Gefilden unterwegs: Der Spiel in Essen. Ein bekannter Video Blogger wurde tot im abgeschirmten VIP-Bereich gefunden, einer der Anwesenden muss der Täter sein. 7 oder 8 Spieler schlüpfen in verschiedene Rollen und versuchen dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Da der Autor selbst auch bekennender Brettspieler ist, finden sich hier viele Anspielungen auf die deutsche Brettspielszene, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringen. Doch auch weniger Spielinteressierte sollen ihren Spaß daran finden, da die Charaktere zugleich allgemein genug gehalten sind und sich durch die Charakter-Beschreibungen und Hinweise jeder leicht hinein versetzen kann. In unserer Partie hat sich der Mörder gut getarnt und andere Personen in das Licht der Ermittler gedrängt, niemand hat das richtige Motiv erkannt oder den Mörder enttarnt. Doch darauf kommt es auch gar nicht an, die Zeit war trotzdem spannend und interessant. Wieder einmal eine hervorragende Arbeit vom Autor, schade dass es sich nach einer Partie bereits „ausgespielt“ hat. Daher will ich auch gar nicht mehr verraten, ich kann nur jedem empfehlen es einmal selbst zu erleben. Man spürt die gesamte Zeit über die Leidenschaft, welche in die Entwicklung gesteckt wurde und kann so Vieles entdecken.

Das soll für heute erst einmal reichen. Nächste Woche geht es dann an dieser Stelle weiter mit Teil 2 der Berichterstattung zur BerlinCon.

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4 Gedanken zu “BerlinCon 2017 – Tag 1

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    • Hi Torsten,
      es ist eher mit einem Krimi-Dinner zu vergleichen, bei dem die Spieler tatverdächtige Peronen verkörpern. Die Details zu den Personen sind vorgegeben und kommen nach und nach ins Spiel. Jeder erfährt somit immer mehr über seinen eigenen Charakter, aber auch über die anderen und darüber sprechen die Spieler dann, um dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Am Ende, nachdem jeder seine Verdächtigung ausgesprochen hat, gibt es die Auflösung der Geschichte, wer denn nun wirklich der Mörder war und welche Gründe ihn dazu veranlasst haben. Wer die ganze Geschichte kennt, kann es somit kein weiteres Mal mitspielen, man kennt ja die Auflösung.
      In diesem Sinne wie ein Exit Game, im Spielverlauf ist aber weniger Rätsel lösen gefragt, sondern mehr bluffen und Aussagen kombinieren, um Geschehnisse zu rekonstruieren.

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