BerlinCon 2017 – Tag 2

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Nach einer kurzen Nacht ging es Sonntag pünktlich zum Kühlhaus, schließlich waren wir mit den Brettagogen verabredet und wollten uns einen Platz am Stand von Feuerland Spiele beim Gaia Project sichern. Dies wird der Nachfolger von Terra Mystica und wir wollten vor allem ergründen, wie sehr es sich unterscheidet und ob beides einen Platz in der Spielesammlung verdient. Und tatsächlich ist vieles bekannt, aber auch vieles anders. Es wird wieder terraformt, aber dieses Mal Planeten im Weltall. Und die liegen nicht dicht an dicht beieinander, man muss sie zunächst erreichen. Dabei werden Unterschiede gemacht für das Erreichen eines Planeten und der Nachbarschaft beim Bau von Gebäuden, was uns noch recht unintuitiv erschien. Anders als das eigene Spielertableau, der Bau von Gebäuden, die Einnahmen, grundsätzlicher Rundenablauf etc. Nach drei Runden beendeten wir die Partie, um auch anderen Interessierten einen Einblick zu ermöglichen. Uns hat diese Probepartie Lust auf mehr gemacht!

Es folgte eine Partie 13 Tage von Frosted Games, auf die wir schon am Vortag spekuliert hatten, jedoch waren die beiden Tische dauernd besetzt. Heute aber nicht uns so konnten wir uns in der Zeit der Kuba-Krise duellieren, indem wir die Weltmächte USA und Sowjetunion verkörperten. Der Atomkrieg konnte abgewendet werden, doch nach drei Runden hatten die Kommunisten die Nase vorn und besiegten die Vereinigten Staaten von Amerika. Ähnlich wie bei Wir sind das Volk! oder Gleichgewicht des Schreckens wird dieses Spiel durch Karten getriggert, die sich auf reale Ereignisse beziehen. Doch im Gegensatz zu den beiden genannten ist es in einer guten halben Stunde gespielt. Die erste Partie lief noch recht holprig, doch das Interesse wurde geweckt. Vor allem die kurze Spieldauer spricht für dieses Spiel.

Onitama gehört zu diesen Spielen, die man mir versucht hat, bei Instagram schmackhaft zu machen. Doch alles was ich bisher darüber gelesen hatte, schien nicht in mein Beuteschema zu fallen. Dennoch wollte ich es ein Mal gespielt haben, wozu sich heute die Chance bot. Nur fünf Bewegungskarten werden in einer Partie verwendet, um mit dem eigenen  Meister das gegnerische Tempelfeld zu erreichen oder den gegnerischen Meister zu schlagen. Jedem Meister stehen vier Schüler zur Seite. Für die Bewegung einer Figur hat ein Spieler immer nur de Wahl aus zwei Bewegungskarten, welche die zulässigen Züge vorgeben. Die gewählte Karte nimmt hinterher den Platz in der Mitte ein und der aktive Spieler erhält die dort ausliegende. Also muss er auch überlegen, welche Bewegungen dem Mitspieler dadurch später ermöglicht werden. Für mich ist dieses Spiel zu verkopft, zig mögliche Züge im voraus zu planen, liegt mir einfach nicht und fühlt sich eher nach einer Matheaufgabe als nach einem Spiel an. Dennoch habe ich mich gar nicht mal so schlecht geschlagen.

Nicht angespielt, aber gezeigt und erklärt hat uns Denys von 2Geeks die kommende Neuheit L’Arbre, die demnächst als erstes Ergebnis der frischen Zusammenarbeit mit dem französischen Verlag Asyncron über die Spieleschmiede finanziert werden soll. Die Spieler beginnen mit der gleichen Anzahl an Ästen, Blättern und Baumfrüchten und wollen diese schneller als die Mitspieler an den Baum bringen. Dafür nehmen sie Karten auf, die ihnen später ermöglichen den Baum zu erweitern. Es wird das erste Spiel von 2Geeks sein, das nicht in einer Blechdose erscheint. Die Optik der Karten und Baumelemente finde ich sehr gelungen mal abwarten ob sich das Spielprinzip durchsetzen kann.

Nach mehrfacher Empfehlung wollten wie unbedingt Tiefe Taschen kennen lernen. Gemeinsam mit dem Autor ließen wir uns auf eine Partie zu fünft ein, bis zu acht Spieler sind möglich. Ein Spieler wird Präsident und verteilt jede Runde Geld. Die Mitspieler können die Aufteilung akzeptieren und somit das Angebot annehmen oder ablehnen, um den Präsidenten bei ausreichender Mehrheit seines Amtes zu entheben. Doch das ist noch nicht alles, die Spieler können auch versuchen sich gegenseitig zu bestehlen, indem ein Spion gesendet wird, vor dem man sich wiederum schützen kann. Tut man dies, nimmt man jedoch nicht an der Abstimmung teil. Man darf die Zustimmung der Mitspieler auch über Bestechung versuchen zu erlangen. So kann es mehrere Durchläufe dauern, bis das Geld vergeben wird und die nächste Runde startet. Ziel ist es natürlich bei Spielende der Reichste zu sein. Das Spiel klingt durchaus interessant, ich vermute aber, dass es mit mehr Spielern noch besser wird. Zur Sicherheit habe ich das Spiel direkt mitgenommen und werde euch noch näher davon berichten.

Deckbau-Spiele mag ich grundsätzlich und den Schwerkraft-Verlag auch, daher habe ich schon mit dem Gedanken gespielt Klong! vorzubestellen. Wir nutzen die Möglichkeit auf der BerlinCon für eine Partie zu viert. Die Karten bieten Stiefel, Schwerter oder Talent, womit die Spieler sich bewegen, Monster bekämpfen oder Karten erwerben können. Ein Spielplan zeigt eine Drachenhöhle mit vielen Kammern, einige davon enthalten Wertgegenstände. Wer einen solchen stiehlt, versucht mit seiner Beute zu entkommen. Für manche Durchgänge werden Schlüssel benötigt, in anderen warten Monster auf einen oder man braucht mehrere Stiefel um zu passieren. Aber Vorsicht vor dem Drachen, denn jedes laute Geräusch lässt ihn aufschrecken und hin und wieder greift er an, wodurch die Spieler Lebenspunkte verlieren können. Wer zuerst mit seinem Schatz entkommt, startet einen Countdown für die Mitspieler, währenddessen der Drache regelmäßig angreift. Es genügt wenn die Spieler die Oberfläche erreichen, da sie dann von den Dorfbewohnern gerettet werden. Das Entkommen wird jedoch mit 20 Punkten belohnt und bei Spielende zählen nur die erzielten Punkte. Durch das vorzeitige Entkommen schauen manche Spieler die letzten Runden nur noch zu, während die anderen weiterhin Punkte erzielen können. Am Ende entkamen bei uns alle Spieler und es gewann der Spieler, der am längsten unterwegs war. Das war irgendwie nicht befriedigend. Ich würde Klong! jederzeit wieder mitspielen, aber vorschlagen eher nicht.

Am Nebentisch von Frosted Games, wo zuvor noch 13 Tage spielbar war, fanden wir nun Peer Sylvester mit seinem aktuellen Spiel The Lost Expedition und weiteren Beeple-Mitgliedern vor. Wir gesellten uns dazu und kurze Zeit später war die laufende Expedition beendet. In Vollbesetzung starteten wir die nächste und scheiterten kläglich. Auf den Spuren des Abenteurers Percy Fawcett versuchen die Spieler gemeinsam die versunkene Stadt zu erreichen, müssen auf dem Weg jedoch mit den vielen Gefahren zurecht kommen, welche der Dschungel bereit hält. Sie treffen auf Raubtiere, Einheimische und sind dem Wetter ausgeliefert, wodurch sie Munition, Nahrung und Lebenspunkte verlieren oder auch hinzubekommen können. Außerdem lernen sie dazu, um sich zukünftig besser zur Wehr zu setzen und so versuchen die Spieler mindestens eines der drei Mitglieder des Forschungstrupps durchzubringen. Uns hat dieses Spiel so sehr überzeugt, dass es mittlerweile auf dem Weg zu uns ist 🙂

Nun waren wir zu fünft und hatten nicht mehr viel Zeit, bis wir zum Abendessen aufbrechen wollten. Am Ausgang war 5 Minute Dungeon gerade frei und da Oli (Spielevater) es bereits kannte, erhielten wir von ihm eine kurze Einweisung. Nur 5 Minuten haben die Spieler Zeit gemeinsam alle Monster und Hindernisse eines Dungeons zu bekämpfen, indem sie Karten mit entsprechenden Symbolen abwerfen. Ist eine Karte besiegt, wird die Nächste aufgedeckt und ganz zum Schluss der Endgegner bekämpft. Wir spielten drei Partien mit steigendem Schwierigkeitsgrad, doch hatten wir in keiner Partie Probleme es in der vorgegebenen Zeit nicht zu meistern. Wie eine Herausforderung fühlte sich das nicht an, aber wir hatten durchaus Spaß daran.

Anschließend veranstalteten wir spontan ein kleines Bloggertreffen bei leckeren Burgern und ließen den Abend entspannt ausklingen. Am darauffolgenden Tag wurde das Spiel des Jahres bekannt gegeben, aber die Geschichte kennt ihr ja bereits 😉 Ein ganz dickes Lob an Hunter&Cron und ihr gesamtes Team für diese tolle Veranstaltung, die sich super entwickelt hat und auch kommendes Jahr wieder eine Pflichtveranstaltung sein wird! Dann hoffentlich mit noch mehr Spielfläche und einer besseren Verpflegung.

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