Blueprints

Blueprints Cover

Cover / Foto: Z-Man Games

Blueprints, zu deutsch Baupläne, ermöglichen es den Spielern im gleichnamigem Spiel von Z-Man Games in die Rolle von Architekten zu schlüpfen. In diesem Würfelspiel geben Bauanleitungen vor, wie man sechs Würfel aufeinander stapeln soll, um einen Bonus zu erhalten. Man kann sich aber auch darüber hinweg setzen und seinen eigenen Ideen freien Lauf lassen, um andere Boni zu erlangen. Wie genau das funktioniert und ob sich dieses Spiel lohnt, verrate ich euch heute.

Spielmaterial:

32 Würfel in den vier Farben grün, orange, schwarz und klar (jeweils 8 Stück). Diese sollen die Rohstoffe Recycling, Holz, Stein und Glas darstellen. Ein großer Stoffbeutel bietet eine einfache Möglichkeit, die Würfel verdeckt zu ziehen. Jeder Spieler erhält einen Sichtschirm und einen Punkteanzeiger aus Holz, mit dem seine Punkte auf dem Rundenwertungsplan markieren kann. Die Sichtschirme sind aus dünner Pappe und können schnell man versehentlich umgeworfen werden. Nix für Grobmotoriker. Von innen sind in ihnen die Wertungen für die verschiedenen Rohstoffe abgebildet, was sehr hilfreich ist. Hinzu kommen 24 Blueprints-Karten, 9 Auszeichnungskarten (bronze, silber, gold) und 12 Preiskarten. Die Anleitung ist kurz, übersichtlich und gut verständlich.

Spielmechanismus:

Die Spieler ziehen jeweils eine Blueprints-Karte und legen diese hinter ihren Sichtschirm. Zu Beginn werden zwei verschieden farbige Würfel auf die Felder „Begehrte Rohstoffe“ gesetzt und anschließend wird anhand der Spieleranzahl eine vorgegebene Zahl an Würfeln aus dem Beutel gezogen und gewürfelt.  Der Startspieler wählt nun einen dieser Würfel aus, um ihn auf seinen Blueprint zu setzen. Bevor der nächste Spieler zum Zug kommt, muss der aktive Spieler noch einen neuen Würfel aus dem Beutel ziehen und würfeln. Damit hat der nächste Spieler wieder die gleiche Anzahl an Würfeln zur Auswahl. So wird solange verfahren, bis alle Spieler sechs Würfel verbaut haben.

Blueprints Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Wichtige Bauregeln:

  • Schraffierte Felder der Blueprints-Karte dürfen nicht bebaut werden
  • Wenn Würfel gestapelt werden, muss die Augenzahl des oberen Würfels immer gleich oder größer der Augenzahl des unteren Würfels sein
  • Einmal gesetzte Würfel dürfen niemals umgesetzt werden
  • Sollte einmal kein Würfel aus der Auswahl mehr regelkonform gesetzt werden können, kommt einer der offenen Würfel aus dem Spiel und der nächste Spieler ist an der Reihe

Nun kommt es zur Rundenwertung. Bei dieser werden die erzielten Punkte auf dem Wertungsplan abgetragen und verglichen. Die Spieler mit den meisten Punkten erhalten anhand der Höhe ihrer Punktzahl absteigend die Punktekarten Gold (3 Siegpunkte), Silber (2 SP) und Bronze (3 SP). Aber was wird genau gewertet?

  • Wer die Vorgaben der Blueprints-Karte erfüllt hat, erhält sofort 6 Punkte
  • Orangefarbene Würfel: Hierbei hängt die Höhe der Punkte davon ab, wie viele benachbarte Würfel an jedem orangefarbenem Würfel anliegen.
  • Bei den grünen Würfel errechnet sich die Punktzahl anhand der Anzahl der grünen Würfel im Bau. Umso mehr grüne Würfel, desto mehr Punkte.
  • Schwarze Würfel zählen unterschiedliche Werte, je höher sie gebaut werden.
  • Für durchsichtige Würfel erhält man Punke entsprechend ihrer Augenzahl.

Zusätzlich können folgende Preise erlangt werden, die mit jeweils 2 Siegpunkten belohnt werden:

  • Die Augenzahlen von 1-6  verbaut
  • Mindestens vier gleiche Augenzahlen verbaut
  • [UPDATE 17.10.2016]Den höchsten Turm Einen Turm aus mindestens 5 Würfeln gebaut [UPDATE ENDE]
  • Fünf oder mehr Würfel des gleichen Materials

Pro Durchgang wird allerdings jeder Preis höchstens ein Mal vergeben. Wenn keiner die Bedingung erfüllt, entfallen die Preise in dieser Runde. Kommt es bei irgendeiner Wertung zu einem Gleichstand, entscheiden die Farben der Würfel, die auf dem ersten Feld „Begehrtes Material“ gelandet sind. Wer mehr von diesem Material verbaut hat, erhält den Preis und die Siegpunkte. Bei weiterem Gleichstand entscheidet das zweite begehrte Material. Sollte es weiterhin Gleichstand geben, bekommt derjenige den Bonus der zuletzt an der Reihe war. Auch wenn dies eher selten eintritt, empfinde ich es jedoch etwas unfair, da man von vorne herein einen Nachteil hat, wenn man die Runde beginnt.

Danach werden die Punktmarker wieder zurück gesetzt. Richtig, die Punkte zählen nur in der aktuellen Runde für die Vergabe der Auszeichnungen Gold, Silber und Bronze. In der nächsten Runde beginnen alle Spieler wieder bei 0. Alle Würfel finden den Weg zurück in den Beutel, die „begehrten Rohstoffe“ und die Startwürfel werden neu gezogen und ausgewürfelt. Neuer Startspieler wird derjenige, der in der letzten Runde die wenigsten Punkte erzielt hat.

Spielende:

Das Spiel endet nachdem die dritte Runde beendet wurde. Es gibt noch eine Rundenwertung und dann vergleichen die Spieler ihre erzielten Punktzahlen. Der erfolgreichste Architekt gewinnt die Partie Blueprints.

Spieleranzahl:

Im Spiel zu dritt, werden die Bronze-Karten aus dem Spiel entfernt, zu zweit kommen nur die Silber-Karten zum Einsatz, sodass immer ein Spieler ohne Siegpunkte bleibt. Bei zwei Personen gibt es noch eine weitere Anpassung: Nachdem ein Spieler einen Würfel gewählt und verbaut hat, muss er noch einen weiteren Würfel aus dem Spiel entfernen. Anschließend zieht er zwei neue Würfel. Damit soll erreicht werden, das mehr Würfel ins Spiel kommen und die Spieler nicht immer darauf hoffen können, das im nächsten Zug ein bestimmter Würfel noch zur Verfügung steht. Es kommt mehr Konkurrenz zu Stande, da man versucht Würfel zu entfernen, auf die der Mitspieler ein Auge geworfen hat. Dennoch finde ich das Spiel zu zweit weniger gelungen. Zu dritt oder viert funktioniert das Spielprinzip gut.

Glücksfaktor?

Würfelspiele haben immer einen gewissen Glücksanteil, dieser ist auch hier nicht von der Hand zu weisen. Man hat aber schon einen gewissen Einfluss darauf, welche Wege man wählt, um an viele Siegpunkte zu gelangen. Wenn man sich zum Beispiel entscheidet den eigenen Blueprint zu ignorieren, um andere Preise zu bekommen, sollte man versuchen mehrere Preise zu gewinnen. Wer aufmerksam die Züge der Mitspieler verfolgt und ein gutes Gedächtnis hat, kann einschätzen, welche Spieler, welche Rohstoffe/Zahlen verbaut haben. Mit diesen Informationen kann man destruktiv versuchen den Mitspielern die benötigten Würfel „wegzunehmen“ oder auf Rohstoffe zu setzen, welche kein anderer sammelt.

Fazit:

Blueprints bietet einen schnellen, einfachen Einstieg und dabei erstaunlich viel Spieltiefe. Man hofft während der Züge der Mitspieler immer wieder darauf, das wertvolle Würfel liegen bleiben, wodurch Spannung aufgebaut wird. Bleibt der gewünschte Würfel nicht bis zum eigenen Zug liegen, muss man umdenken und ggf. für den weiteren Verlauf der Runde eine neue Strategie wählen.

Einen kleinen Nachteil, den ich hier anbringen möchte, dass es in unseren Spielrunden immer sehr eindeutig war, wer den höchsten Turm bauen möchte. Denn wenn man auf nur zwei oder drei Ebenen baut, geht das einfacher von der Hand, als wenn man hinter dem Sichtschirm die Würfel ganz sacht aufeinander legen muss, damit der Turm nicht einstürzt.

Trotz des kleinen Mangels ein schönes Spiel mit kurzer Spielzeit und einer gelungenen Mischung aus Glück und Taktik. Wiederholung garantiert!

Wertungsnote 5/6

Verlag: Z-Man Games / Asmodee
Autor(en): Yves Tourigny
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Asmodee für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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Ein Gedanke zu “Blueprints

  1. Es geht nicht darum den höchsten Turm zu bauen. Alle, die einen Turm mit Höhe von 5 oder 6 bauen, haben die gleiche Chance auf den Preis. Tiebreaker ist die Würfelfarbe und nicht die Turmhöhe.

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