BS spielt! 2017 – Tag 1

Bretggeschichte Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

Mit ein paar Spielen im Hinterkopf und einigen losen Verabredungen mit Freunden machten wir uns nach dem Frühstück am Samstagmorgen auf den Weg zur Braunschweiger Stadthalle. Im Gepäck ausreichend Verpflegung für den gesamten Tag: Getränke, Gemüse, Knabberzeug. Womit wir nämlich nicht rechneten, waren die Rucksack-Kontrollen am Eingang, um sämtliche Getränke heraus zu filtern. Was im letzten Jahr zumindest geduldet wurde, war dieses Jahr mit Verweis auf die Hausordnung komplett untersagt. Getränke mussten draußen bleiben! Ich finde hier sollte mit der Stadthalle für das kommende Jahr eine andere Abmachung gefunden werden. Schließlich geht es hier nicht um eine Konzert oder vergleichbare kurze Veranstaltung, sondern um 12 Stunden, die man am Samstag dort verbringen kann und möchte. Natürlich hat der Caterer Hausrecht und möchte an solch einer Veranstaltung auch verdienen, aber 2€ für 0,2 l Cola ist eine Frechheit. Vor allem für Familien mit Kindern wird die Veranstaltung dadurch zu einem teuren Spaß und könnte diese zukünftig von davon fernhalten.

Aber genug gemeckert, es war trotzdem ein tolles Wochenende mit vielen Spielen, die ich euch kurz vorstellen möchte. Wir starteten zu zweit mit Déja-Vu von Amigospiele. Nach der kurzen Spielerklärung in Nürnberg war ich nicht unbedingt davon angetan, aber dann hörte man viele positive Stimmen, sodass ich es einmal probieren wollte. Der Spielablauf erinnert zunächst ein wenig an Memory. Die 36 Gegenstände werden zwischen den Spielern verteilt und von den 36 Karten drei zufällig entfernt. Diese Karten zeigen ein, zwei oder drei der ausliegenden Gegenstände, welche sich zum Teil sehr ähnlich sehen. Dann werden nacheinander die restlichen Karten aufgedeckt und wer meint einen Gegenstand zum zweiten Mal zu sehen, schnappt sich diesen. Zeigt im späteren Verlauf der Runde eine weitere Karte diesen Gegenstand, den sich ein Mitspieler bereits gesichert hat, scheidet der Spieler aus der laufenden Runde aus und erhält keine Punkte. Wer bis zum Ende durchhält, wird mit einem Punkt pro eigenem Gegenstand belohnt, vorausgesetzt er hat keinen Gegenstand der vorher aussortierten Karten gesammelt. Nach drei Runden endet eine Partie. Ab der zweiten Runde ist man sich allerdings oft nicht ganz sicher, ob der Gegenstand in dieser oder ein vorherigen Runde zu sehen war. Nach einer Partie reicht es dann auch erst einmal, aber als Aufwärmer eine tolle Möglichkeit die Gehirnzellen anzuheizen.

Ein Spiel, welches ich schon mehrfach fast gekauft hätte, aber zuvor gerne einmal spielen wollte, kam als nächstes auf den Tisch: Limes von Abacusspiele. Aus 24 für beide Spieler identischen Landschaftskarten werden 16 zufällig ermittelt und Zug für Zug zu einem 4×4-Raster verbaut. Dabei dürfen sieben Arbeiter eingesetzt und später auch versetzt werden. Für die vier verschiedenen Landschaftsarten werden nach unterschiedlichen Kriterien Punkte vergeben und die Herausforderung besteht darin, aus den gleichen Voraussetzungen die bessere Punkteausbeute zu generieren. Dabei ist es unwahrscheinlich schnell gespielt. Ein neuer Eintrag auf meiner Wunschliste wurde erzeugt.

Während der Endwertung wurden wir von einem Freund überrascht, mit dem wir gar nicht gerechnet hatten. Natürlich war unser persönliches Anliegen Spiele zu erkunden, die (noch) kein Teil unserer eigenen Sammlung sind. Über World Monuments von Queen Games las man eher negative Stimmen, davon wollten wir uns selbst ein Bild machen. Wir wählten als erstes zu bauendes Monument eines, dass wir erst letztes Jahr aus nächster Nähe betrachten durften: Notre Dame. In drei Runden werden zunächst Steine vom Steinbruch ausgewählt, welche anschließend Zug für Zug verbaut werden. Doch für den Bau gibt es einen Grundriss der eingehalten werden muss. Wer viele Punkt holen möchte, muss mit der richtigen Farbe in die Höhe bauen, bevor die Mitspieler einem zuvor kommen und die besten Bauplätze weg sind. Es folgte direkt eine zweite Partie, in der ich zwar hoffnungslos verloren habe, das Spiel aber einen guten Eindruck hinterließ. Wobei ich mir noch nicht sicher bin, wie sich der Wiederspielreiz verhält, da nur vier Grundrisse mitgeliefert werden. Nach einer Partie Déja-Vu zu dritt, wurden wir wieder allein gelassen.

Zu zweit widmeten wir uns einem weiteren schnellen Kartenspiel aus dem Hause Amigo. Bei Lecker Mammut! decken die Spieler nacheinander die 49 Karten auf und sobald ein Spieler drei Mal die gleiche Farbe oder das gleiche Tier offen ausliegen sieht, haut er auf das Plättchen mit der Keule und schnappt sich diese Karten sowie ggf. darunter liegende Stapel ebenfalls. Schnell gespielt, aber auch schnell wieder vergessen. Dann doch lieber Déja-Vu.

BS spielt! Tag1

Tag 1 / Foto: Brettspielpoesie

Das Timing passte heute perfekt, kaum waren wir mit dem letzten Spiel durch, kamen weitere Freunde. Mit dem Baby auf dem Schoss begannen wir eine Partie Quadropolis zu viert. Dies konnte uns bereits in Berlin überzeugen und hinterließ auch heut einen positiven Eindruck. Danach sollte etwas weniger Anstrengendes folgen. Concept klang für uns schon länger interessant, aber bisher war der Kaufreiz nicht ausreichend vorhanden. Doch da es unseren Freunden heute ins Auge fiel, widmeten wir uns nun diesem Spiel. Ein großer Plan zeigt unterschiedliche Icons und kleine Abbildungen. Nur mit diesen müssen die Spieler einen von neun Begriffen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen auf einer Karte erklären, ohne zu sprechen. Mit mehreren Markern können die Hinweise auf dem Spielplan gezeigt werden. Wir spielten nicht kompetitiv, sondern einer erklärt, alle anderen raten. Das war manches Mal recht eindeutig, andere Male kamen wir einfach nicht darauf. Doch es wurde jede Menge gelacht und wir hatten viel Spaß. Wie gut, dass dieses Spiel gerade bei uns zu Hause eingetroffen ist. Wie es dazu kam, erfahrt ihr schon bald in einer kommenden Brettgeschichte.

Nun sollte was Kurzes folgen, ich hatte noch Caramba von Amigo Spiele auf dem Zettel. Mittlerweile war die Halle komplett gefüllt, neben uns waren Zeitreise-Agenten der Time Agency unterwegs und wir klapperten mit unseren Würfeln um die Wette. Jeder Spieler hat fünf davon und muss diese so würfeln, dass alle die gleiche Farbe (schwarz, blau oder rot) zeigen. Dann erhält der Spieler den gleichfarbigen Pöppel, aber nur bis ein anderer Spieler diese Kombination erwürfelt. Eine Runde endet, wenn alle drei Pöppel vor Spielern stehen. Der rote Pöppel bringt drei Punkte ein, der blaue zwei und der schwarze einen. Dementsprechend sind auch die Farben auf den Würfeln verteilt. Gespielt wird so lange bis ein Spieler 20 Punkte erreicht hat. Dieses auf Schnelligkeit beruhende Spielprinzip vom Auto Haim Shafir zieht bei mir leider einfach nicht. Da diese Partie nun doch zu schnell vorüber war und die kleine Tochter unserer Freunde durch das Klappern der Würfel erstaunlicherweise wieder ruhiger wurde, folgte noch eine Partie des allen bekannten Mahé.

Nach mehr als 7 Stunden ohne Essen und mit wenig Flüssigkeitszufuhr nahmen wir uns eine kleine Pause und besuchten ein nahe gelegenes Restaurant. Gerade als wir unsere Bestellung aufgegeben hatten, lasen wir den Aufruf von Brettspiel Revue bei Twitter, das gleich eine Demo-Runde Captain Sonar startet. Verdammt! Wir genossen derweil unser Essen und schauten anschließend kurz über die Schulter, widmeten uns dann aber wieder eigenen Partien. Nur noch zu zweit duellierten wir uns bei Haus der Sonne, einem Titel von Feuerland Spiele, der uns bis dato noch unbekannt war. Dabei setzen die Spieler ihre Spielsteine geschickt ein, um auf Hawaii Tiki-Statuen zu errichten und diese vor Vulkanausbrüchen zu schützen. Das Thema wirkt dabei aufgesetzt, eigentlich ist es ein recht abstraktes Spiel und damit konnte es meinen Geschmack nicht treffen.

Von Jolly & Roger habe ich mir nun etwas mehr erhofft, habe ich doch schon einiges Gutes darüber gelesen. Als Kapitäne heuern die Spieler Crew-Mitglieder an, um das Kommando auf den vier Schiffen zu erlangen. Dafür werden jede Runde fünf Karten aufgedeckt, welche ein Spieler aufteilt und der andere daraus seinen Teil wählen darf. Am Ende zählen die Mehrheiten auf den Schiffen und durch entern erworbene Goldschätze. Toll illustriert, schnell gespielt, gerne wieder. Gerade hatte ich zum Abschluss das Kakerlakenduell gewählt, als ich sah, das Klask zurück gegeben wurde. So kam es zu einer kurzfristigen Planänderung. Bei Klask versuchen die Spieler mit magnetischen Figuren den Ball beim Gegner zu versenken. Dafür bewegen sie einen Magneten unter dem Spielbrett, um die Figuren darauf zu steuern. Als wäre es nicht schwer genug den Ball erfolgreich abzuwehren ohne die eigene Spielfigur im „Tor“ zu versenken, sind auch noch drei kleine Magnete auf dem Spielbrett, von denen man nicht zu viele abbekommen darf. Wir hatten jede Menge Spaß. Aus einem First of 3 wurde ein First of 5 und am Ende wurde gar nicht mehr mitgezählt wer nun wie viele Runden für sich entscheiden konnte. Viel mehr möchte ich darüber an dieser Stelle gar nicht schreiben, denn seit vorgestern ist das Spiel nun auch bei uns zu Hause und wird bald von mir ausführlicher behandelt werden. Pünktlich um 23 Uhr standen wir am Ausgang, um glücklich, aber auch ein wenig erschöpft den Heimweg anzutreten.

Ähnliche Artikel:

3 Gedanken zu “BS spielt! 2017 – Tag 1

  1. Pingback: BS spielt! 2017 – Tag 1 - Brettspielfeed

  2. Trotz des kurzen Besuchs eine schöne Veranstaltung, hat Spaß gemacht. Ein längerer Besuch ist für nächstes Jahr fest eingeplant. Vielleicht ändert sich bis dahin ja auch noch was an der Getränkesituation.

  3. Schöner Bericht. Danke.
    Als Mitglied des die Veranstaltung organisierenden Vereins, kann ich euch bezüglich der Verpflegungssituation leider wenig Hoffnung machen. Das zu nehmende Catering der Stadthalle ist der „Preis“ den wir zahlen mussten, als wir die Location wechselten, um mehr Platz für mehr Gäste zu bekommen ;-(
    Gruß
    Mario

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.