Camel Up

CamelUp Cover

Cover / Foto: Pegasus Spiele

Zwar wurden gerade die Nominierten zum diesjährigen Spiel des Jahres bekannt gegeben, dennoch möchte ich heute ein paar Worte zum Sieger des Vorjahres verlieren. Bei Camel Up (man könnte fast denken Camel Cup) verkörpern die Spieler ägyptische Ölscheichs, die aus Langeweile einem Kamelrennen beiwohnen. Eine gute Ablenkung vom stressigen Alltag in der sengenden Hitze, die nur halb so viel Spaß machen würde, wenn man dabei nicht sein Geld auf das beste genauso wie auf das schlechteste Kamel setzen könnte. Nur wer seine Wetten gekonnt platziert und die Ergebnisse am Besten vorausschauen kann, geht mit dem meisten Geld nach Hause und gewinnt Camel Up.

Spielmaterial:

Das auffälligste am Spielmaterial ist sicherlich die Würfel-Pyramide. Diese muss vor dem ersten Spiel zusammengesetzt werden. Zur Haltbarkeit kann ich noch nichts Schlechtes aussagen, bisher sieht sie noch gut aus. Zur Not hat der Verlag aber gleich zwei Ersatzgummis in den Karton gepackt. Die Pyramide sorgt dafür, dass alle Würfel durchgemischt und einzeln herausgeholt werden können. Daüfr stellt man sie auf den Kopf und schiebt den Schieber seitlich heraus, was einen Würfel befreit, der nun zum Vorschein kommt. Fünf Würfel in fünf verschiedenen Farben kommen hinein. Jeder Würfel zeigt zweimal die Werte 1, 2 und 3. In den gleichen Farben stehen fünf Kamele zur Verfügung und zu jeder Farbe jeweils drei Etappen-Plättchen für die Etappen-Wetten. Für jede Farbe gibt es davon drei unterschiedliche mit den Wertungen 5, 3 und 1. Außerdem fünf Karten pro Spieler, für jedes Kamel eine für die Wetten auf das olle und das tolle Kamel sowie pro Spieler ein Oasen/Wüsten-Plättchen. Als Währung dient im Spiel der ägyptische Pfund, der in verschiedenen Wetrten als Münzen oder Scheine vorhanden ist.

Camel Up Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Der Startspieler beginnt mit dem Ermitteln der Startpositionen, in dem er die Würfel nacheinander aus der Würfelpyramide holt und die Kamele entsprechend des Würfelergebnisses auf den Spielplan setzt. Nun hat jeder Spieler eine der folgenden 4 Möglichkeiten:

  • Etappen-Wettplättchen nehmen

Der aktive Spieler wählt das oberste Etappen-Wettplättchen einer Farbe und legt es vor sich ab. Die Wettplättchen liegen absteigend sortiert aus, sodass der Erste, der sich ein Plättchen nimmt, das meiste Geld bekommt, sollte er damit richtig liegen. Gewertet wird am Etappenende, also wenn alle Würfel einmal benutzt wurden.

  • Wüstenplättchen legen

Jeder Spieler darf pro Runde einmalig sein Oasen-/Wüstenplättchen auf ein freies Feld legen. Zwischen zwei solcher Plättchen muss jedoch immer mindestens ein Feld frei sein. Liegt die Oasen-Seite oben und ein Kamel landet darauf, zieht das Kamel ein Feld weiter. Bei der Wüsten-Seite geht es für das Kamel ein Feld zurück. Sollten auf dem Feld bereits Kamele stehen, kommen die Kamele vom Wüsten-Plättchen unter das Kamel/ den Kamelturm. In jedem Fall erhält der Spieler, um dessen Plättchen es sich handelt, ein Pfund.

  • Pyramidenplättchen nehmen

Die Kamele müssen vorankommen, damit ein Sieger entschieden werden kann, also muss gewürfelt werden. Damit die Spieler einen Anreiz haben, bekommen sie für jedes Mal Würfeln ein Pyramidenplättchen und erhalten dafür am Ende der Etappe 1 Pfund.

  • Wette auf olles oder tolles Kamel

Jederzeit im gesamten Spiel dürfen die Spieler eine ihrer Karten auf das Feld für das olle oder auf das Feld für das tolle Kamel legen. Am Ende gewinnt derjenige am meisten Geld, der zuerst auf das richtige Kamel gesetzt hat. Man kann auch mehrere Karten auf das olle oder tolle Kamel setzen, für jede falsche erhält man jedoch einen Pfund Abzug.

Wenn alle Würfel einmal verwendet wurden, kommt es zu einer Etappenwertung. Dabei wird Geld für die Pyramidenplättchen vergeben, die Oasen-/Wüstenplättchen gehen zurück zum Besitzer und die Etappen-Wettplättchen werden ausgewertet. Anschließend kommen die Würfel wieder in die Pyramide, der Spieler links vom Spieler, der zuletzt gewürfelt hat, bekommt den Startspielermarker und beginnt die nächste Etappe.

Spielende:

Das Spiel endet, sobald das/der erste Kamel/Kamelturm die Ziellinie überquert. Nun folgt eine letzte Etappenwertung wie oben beschrieben und die Schlusswertung, bei der die Wetten auf olles und tolles Kamel ausgewertet werden. Dafür werden die Kartenstapel umgedreht und nacheinander ausgewertet. Für falsche Wetten muss Geld abgegeben werden, für die richtigen Wetten werden absteigend Gewinne vergeben. Also ist es entscheidend wann man seine Wette platziert, nämlich bevor die anderen auf das gleiche Kamel setzen. Es gewinnt, wer danach das meiste Geld besitzt.

Spieleranzahl:

Laut dem Verlag, kann das Spiel ab zwei Spielern zum Einsatz kommen. Dies kann ich jedoch nicht empfehlen. Wirklich Spaß macht es erst bei 4-8 Spielern, umso mehr desto besser. Dann kann man schwerer einschätzen, wie oft man bis zur Etappenwertung noch dran kommt und man hat mehr Rivalen bei den Etappen-Wettplättchen. Bei drei Spielern würde jeder eines abbekommen, wenn ein Ergebnis fest steht.

Glücksfaktor?

Bei Camel Up handelt es sich um ein reines Glückspiel, aber das ist ja auch gewollt. Taktische Möglichkeiten ergeben sich kaum, da man nicht vorhersehen kann, welche Würfelergebnisse erscheinen und welche Kamele andere mittragen. Aber genau dieses Zockerelement macht hierbei den Spielspaß aus.

Fazit:

Ein großartiges Familienspiel, besonders für größere Spielgruppen. Der Einstieg gelingt sehr schnell, sobald alle Spieler verstanden haben, dass sie nicht die Kamele verkörpern, sondern die wettenden Ölscheichs. Auch Vielspieler werden hier ihren Spaß haben, als kleine Abwechslung zu den langen Strategie-Spielen. Es ist zu Recht Spiel des Jahres geworden und mit einer halben Stunde schnell gespielt. Oft wird dann jedoch sofort die zweite Runde gefordert, Glücksspiel macht ja bekanntlich süchtig 😉

Wertungsnote 5/6

Verlag: Eggertspiele
Autor(en): Steffen Bogen
Erscheinungsjahr: 2014
Spieleranzahl: 2-8 Spieler
Dauer: ca. 20-30 Minuten

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Ein Gedanke zu “Camel Up

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