Carcassonne – Manege frei! (10. Erweiterung)

Carcassonne 10. Erweiterung Cover

Cover / Foto: Schmidt Spiele

Als ich diesen Blog begonnen hatte, wollte ich vor allem zu Carcassonne und seinen ganzen Ablegern und Erweiterungen eine Menge schreiben. Deshalb gibt es hier auch eine extra Kategorie dafür. Doch neben den ganzen Neuheiten, die jedes Jahr erscheinen, bin ich ein wenig von diesem Plan abgekommen. Lediglich das Grundspiel, die ersten beiden Erscheinungen der Around the World – Reihe Südsee und Goldrausch und die zur Veröffentlichung des ersten Star Wars-Films bei Disney erschienene Star Wars-Edition inkl. Erweiterung habe ich bereits behandelt. Drei Jahre sind seit der neunten Erweiterung vergangen, doch nun ist es soweit und die neue Erweiterung mit dem Titel Manege frei! erhältlich.

Spielmaterial: 

Zu dieser Erweiterung gehören 20 Landschaftsplättchen, passend gekennzeichnet mit einem kleinen Zirkuszelt als Erkennungszeichen. Diese teilen sich auf in 12 Zeltplättchen mit je einem Zeltplatz und 8 Artistenplättchen mit Platz für je zwei Artisten Für die Liebhaber der Original-Illustrationen von Doris Matthäus gleich die schlechte Nachricht vorweg: Diese Erweiterung ist nur im neuen Design erschienen. Zusätzlich sind 16 Tierplättchen enthalten, welche sechs verschiedene Tiere mit unterschiedlicher Wertungszahl von 1-7 zeigen, von denen die mittleren Werte am häufigsten vertreten sind. Aus Holz stehen den Spielern ein dunkelrotes Zirkuszelt und sechs Zirkusdirektoren zur Verfügung. Während bisher blau, gelb, grau, grün, rot und schwarz die vorherrschenden Farben für Carcassonne waren, wurde grau nun durch ein zartes rosa ersetzt.

Spielmechanismus:

Jeder Spieler erhält zusätzlich den Zirkusdirektor seiner Farbe, die Landschaftsplättchen werden unter die anderen gemischt. Wie bei den vorherigen Erweiterungen können auch hier die Grautöne der Rückseite ein wenig vom Grundspiel oder anderen Erweiterungen abweichen. Daher ist es zu empfehlen zum Ziehen der Plättchen einen Beutel oder den Turm zu verwenden, um die Wahl eines Plättchen nicht davon beeinflussen zu lassen. Die Tierplättchen und das Zirkuszelt werden bereit gelegt. Der Spielablauf ändert sich nicht, es gibt nur zusätzliche Platzierungs- und Wertungsregeln für die neuen Elemente.

Zeltplättchen, Zirkuszelt und Tierplättchen

Carcassonne 10 Tierplättchen

Tierplättchen / Foto: Brettspielpoesie

Beim Anlegen des ersten Zeltplättchens kommt ein zufällig gezogenes Tierplättchen verdeckt darauf und darüber dann das Zirkuszelt. Später wandert der Zirkus immer auf das neu angelegte Plättchen. Für das nun frei liegende Tierplättchen werden Punkte vergeben, das Tier gibt die Anzahl an. Diese erhält ein Spieler für jeden auf diesem Plättchen oder angrenzend (also auf den acht Feldern um das Zirkuszelt herum) eingesetzten Meeple der eigenen Farbe. Die Meeple bleiben nach dieser Wertung so stehen und werden erst entfernt, wenn sie durch ihre eigentliche Funktion zur Wertung kommen.

Artistenplättchen

Die Artistenplättchen bieten jeweils Platz für drei Artisten, die auf den dafür vorgesehenen Plätzen eine Pyramide bauen. Wie bereits von den Planeten bei Carcasssone Star Wars bekannt, kann ein Spieler einen Meeple auch dort einsetzen, wenn er ein angrenzendes Plättchen legt und dort auf die Platzierung verzichtet. Eine Pyramide kann aus Spielfiguren verschiedener Farben gebildet werden. Jeder Meeple der Pyramide ist fünf Punkte wert. Eine Wertung kann erst erfolgen, wenn der dritte Meeple steht und ein Spieler in einem späteren Zug auf das Einsetzen eines Meeple verzichtet, um eben diese Wertung auszuführen. Der die Wertung auslösende Spieler muss nicht in der Pyramide vertreten sein. Aufgrund ihrer Stapelfähigkeit dürfen nur normale Meeple als Artisten eingesetzt werden.

Zirkusdirektor

Der Zirkusdirektor kann wie ein normaler Meeple in jeder Funktion eingesetzt werden. Bei der Wertung erhält der Spieler für ihn dabei zwei zusätzliche Punkte für jedes Zirkus- oder Artisten-Plättchen aus dieser Erweiterung auf dem der Zirkusdirektor platziert wurde und den acht Plättchen, welche dieses umschließen. Diese Zusatzpunkte werden auch dann vergeben, wenn der Spieler für den platzierten Zirkusdirektor keine Punkte erhält, weil er nicht die Mehrheit in diesem Gebiet hat.

Carcassonne 10 Erw. Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Es werden zudem Ausnahmen und Anpassungen zu allen bisher erschienenen Carcassonne-Erweiterungen aufgeführt.

Spielende:

Gespielt wird, bis das letzte Plättchen gelegt wurde. Anschließend wird zuerst das letzte Zelt gewertet, solange noch alle anderen Meeple herum stehen. Artisten werden bei Spielende ebenfalls mit 5 Punkten belohnt, Zirkusdirektoren fahren weiterhin 2 Punkte pro anliegendem Plättchen dieser Erweiterung ein. Es gewinnt, wer nach der Wertung aller Meeple auf der Punkteleiste weiter vorne steht.

Spieleranzahl:

Auf die Spieleranzahl haben die Neuerungen dieser Erweiterung keinen Einfluss. Lediglich durch die Farbwahl kann die Spieleranzahl limitiert werden, wenn man nicht alle möglichen Farben für Carcassonne vorrätig hat und mit der alten Version kombiniert spielen möchte. Die neuen Plättchen sorgen für 20 weitere Spielzüge, was die Spielzeit etwas verlängert.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor wird durch die Zirkusplättchen erhöht, da man nicht weiß ob es sich wirklich lohnt seine Meeple in der näheren Umgebung des Zirkuszeltes zu platzieren. Ob nun ein oder sieben Punkte pro anliegendem Meeple vergeben werden, macht schon einen enormen Unterschied.

Fazit:

Ich kann mich mit der neuen Grafik einfach nicht anfreunden. Am meisten stören mich daran die bunten Dächer der Städte, die auf den Plättchen dieser Erweiterung zum Glück nur selten zu sehen sind. Zum Zirkus passen diese bunten Abbildungen sogar etwas. Immerhin ist durch die Rückseiten und die gleich gebliebene Größe der Plättchen die Kompatibilität zu alten Versionen gegeben.

Das Zirkuszelt ist von der Idee her ganz pfiffig gemacht. Da es bei der Platzierung noch keine Punkte generiert, sondern erst wenn ein weiteres Zeltplättchen aufgedeckt wird, muss man zusehen, seine Gebiete drum herum nicht frühzeitig zu vollenden, um die Punkte für das Zelt abgreifen zu können. Dadurch kann es für die Mitspieler lukrativ werden, auf eine eigene Platzierung zu verzichten und stattdessen ein Artistenplättchen mit fremden Spielfiguren zu werten. Eben damit diese nicht noch bei der Zeltwertung eine Rolle spielen. Einerseits wird Spannung aufgebaut, welches Tier sich nun unter dem Zelt verbirgt, aber es kann auch frustrieren. Ob jeder umstehende Meeple nun mit einem oder sieben Punkten belohnt wird, macht schon einen riesigen Unterschied in der Gesamtwertung und ist kaum vorhersehbar.

Die Artisten zu stapeln benötigt schon etwas Fingerspitzengefühl. Bei der Platzierung sollte abgewogen werden ob eine Wertung noch herbei zu führen ist, da die Meeple sonst bis Spielende fest sitzen. Mit der Sonderfunktion des Zirkusdirektors können ordentlich Punkte generiert werden, vor allem wenn man ihn für kleine Gebiete einsetzt, welche direkt nach der Platzierung gewertet werden und er direkt wieder zur Verfügung steht.

Die Erweiterung hat interessante Ansätze, aber bei uns konnte sie sich nicht wirklich durchsetzen. Da gibt es einige interessantere Vertreter, die eher wieder in unsere Carcassonne-Partien einfließen werden. Und das liegt nicht nur an der Grafik, sondern auch am hohen Glücksanteil durch die Tierplättchen. Hier wären uns weniger unterschiedliche Tiere und damit Werte lieber gewesen.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Hans im Glück Verlag
Autor(en): Klaus-Jürgen Wrede
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 6 Spieler
Dauer: ca. 40 Minuten

Vielen Dank an Schmidt Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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