Catan Big Game @ Spiel’15

Wie heißt so schön, nach der Spiel ist vor der Spiel, oder so ähnlich 😉 Lange herbei gesehnt, drei schöne Tage gehabt und dann ist alles auf einmal vorbei und der Alltag holt einen ein. Man lässt alles Revue passieren und denkt sich „das hätte ich gerne noch genauer angesehen“, „das hätte ich vielleicht noch anspielen können“, aber auch diese drei Tage gingen so verdammt schnell rum, für mehr wäre kaum Zeit gewesen.

Was auf jeden Fall in guter Erinnerung bleibt, ist das Catan Big Game zum 20-jährigen Jubiläum des Klassikers, mit dem der bisherige Weltrekord geknackt werden konnte. Wer sich fragt, wie ein Catan-Spiel mit 1.040 Personen funktionieren soll, sollte nun unbedingt weiterlesen, ich hatte vorher auch keine wirkliche Vorstellung. Vor der Halle 4, die extra und ausschließlich für das Catan Big Game zur Verfügung stand, bildeten sich schon vor 15 Uhr, dem offiziellen Beginn des Einlasses, lange Schlangen. Wir stellten uns erst kurze Zeit später an, als der erste Andrang sich bereits ins Innere vorgekämpft hatte. Zur Begrüßung gab es die Zeitplanung und die Regeln, einen Tumult Royal-Chip und einen Gewinnschnippel. Dieser wurde ausgefüllt und in eine der Boxen zu den möglichen Gewinnen geworfen. Da noch Zeit war, stellten wir uns bei Klaus Teuber an, um von ihm die neuen, von ihm unterzeichneten Promo-Karten für die Fürsten von Catan und Autogramme zu erhalten.

Als nächstes ging es zum Tisch, das Spiel vorbereiten und auf den Start warten. Die ersten zwei Tischreihen waren bereits komplett gefüllt, also nahmen wir fast am Ende der dritten Tischreihe Platz. Bis zum Spielbeginn war noch viel Zeit, so konnte man in Ruhe die Seefahrer-Regeln einstudieren, die mir (Schande über mich), bis dato unbekannt waren. So ging es den Mitspielern um uns herum aber ebenfalls und wir studierten gemeinsam die Regelbögen und machten uns dann an den Aufbau mit dem persönlichen Spielmaterial. Jeder bekam die gleichen Karten, für das Spiel wurde jedoch nur ein Kartensatz benötigt, von dem einer die Rohstoffkarten und der andere die Entwicklungskarten bereit stellte.

Links von uns waren Holländer, rechts zwei freundliche, deutsche Herren, mit denen wir jede Menge Spaß hatten. In der Mitte zwischen zwei sich gegenüber sitzenden Spielern lag jeweils einer von drei unterschiedlichen Spielplänen aus. Diese hatten alle die gleiche Form, aber andere Anordnungen der Rohstofffelder und zugehöriger Zahlen, um den Handel mit den Mitspielern anzuregen. Als aktiver Spieler darf man mit den 5 Personen um einen herum handeln, als passiver Spieler nur mit den aktiven Spielern von gegenüber.

An spiegelverkehrter Stelle beginnt jeder Spieler mit drei Siedlungen, einem Schiff und einer Straße auf seinem Teil des Spielplans. Jedes Spielfeld ist nämlich in zwei Hälften unterteilt. Baut man Ortschaften über die Hälfte hinaus, erhält man einmalig zwei zusätzliche Punkte. Auf der anderen Seite hat man die Möglichkeit mittels der Schiffe an den Spielplan der beiden Spieler nebenan und somit an weitere zwei Bonus-Punkte beim Bau einer Siedlung dort zu gelangen. Was auch die Notwendigkeit der Seefahrer-Erweiterung erklärt. Nur die ebenfalls aktiven Spieler der angrenzenden Spielpläne können den Bau verhindern, aber auch nur wenn sie im selben Zug an dieser Stelle mit ihren Handkarten selber bauen können und dieses tun. Zum Start nimmt sich jeder Spieler die Rohstoffe zu einer eigenen Siedlung und ersetzt dann eine Siedlung mit einer Stadt. Sonst bleibt alles beim alten.

Vor Spielbeginn gab es noch Danksagungen von Dominique Metzler vom Merz-Verlag an alle Helfer, Organisatoren und auch die Teinehmer, ohne die dieser Weltrekord nicht möglich gewesen wäre. Begleitet wurde diese Rede von einer Laola-Welle durch die Halle. Die Stimmung war am kochen, von der befürchteten deutschen Zurückhaltung keine Spur.

CatanBigGame Start

Catan Big Game Start / Foto: Brettspielpoesie

Alle Spieler einer der sich gegenüber sitzenden Seiten wurde entweder der Fraktion Sonne oder der Fraktion Mond zugeordnet. Beide Fraktionen waren abwechselnd am Zug. Gewürfelt wurde digital auf der großen Leinwand und das Ergebnis zählt für alle 1.040 Teilnehmer. In den ersten 15 Spielzügen wurden die Räuber nicht versetzt, man musste lediglich die Handkarten abzählen und ggf. abgeben. Was aber an diesem Tag nicht zum Tragen kam. Später wurde nach einer 7 erneut gewürfelt, um den Ort für den Räuber zu bestimmen. So wurden die Zahlen, welche bei den Meisten mit einem Räuber blockiert waren, in den kommenden Runden mächtig ausgebuht. Für die Markierung der Bonus-Siegpunkte für die längste Handelsstraße und die meisten Ritter befand sich ein blauer Glasstein in jedem Spielermaterial. Straßen und Schiffe können nur dann zur Ermittlung der längsten Handelsstraße gezählt werden, wenn diese durch Siedlungen voneinander getrennt sind.

CatanBigGame Ende

Catan Big Game Ende / Foto: Brettspielpoesie

Beim Regelstudium hatte man erst noch Bedenken, das Zeitlimit für die einzelnen Züge würde nicht annähernd ausreichen, aber dann spielte es sich wirklich flüssig und die Züge hätten sogar kürzer sein dürfen. Die Hektik, die man später auf Videos zu sehen bekam, bemerkte man als Spieler während des Spiels kaum. Es entstanden in kürzester Zeit Wege, Schiffe, Siedlungen und Städte in den Farben rosa, grün, gelb, blau, lila und grau auf den 520 Spielplänen in der großen Halle. Nach 48 Runden, ich hatte gerade erst 19 Punkte, da vermeldeten gleich drei Spieler, dass sie die für den Sieg erforderlichen 25 Punkte erreicht hätten. Die übrigen Rohstoffkarten auf der Hand entschieden den Sieg für den 25-jährigen Tim van den Bersselaar aus den Niederlanden. Es wurden sogar noch weitere Preise unter allen Teilnehmern vergeben und jeder Spieler durfte sein eigenes Spielmaterial mit nach Hause nehmen. Aber um den Sieg ging es wohl auch den Wenigsten. Ich bin einfach nur froh ein Teil dieses großartigen Events gewesen zu sein 😀

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