Codenames Duett

Codenames Duett Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Ein erfolgreiches Spiel, welches sogar diverse Preise bekommen hat, will gepflegt werden. Normalerweise kommen in den Folgejahren alle möglichen Erweiterungen auf den Markt. Das könnte beim vergangenen Spiel des Jahres Codenames schwer werden, einfach nur neue Wortkarten würden sich sicherlich nur bedingt verkaufen lassen. Doch bisher schaffen es Autor und Verlag immer wieder neue, interessante Adaptionen am Markt zu etablieren. Zuerst folgte eine Variation mit Bild- statt Wortkarten – Codenames Pictures. Dies kam unterschiedlich an, während es in unseren Gruppen schwieriger eingestuft wurde und weniger Spaß bereitet, hörte ich auch schon genau das Gegenteil. So findet jeder seine liebste Variante, im Zweifelsfall kann man beide Versionen sogar mischen. Dann erschien noch im gleichen Jahr mit Codenames Undercover eine nicht ganz jugendfreie Version, die tatsächlich einfach „nur“ neue Wörter enthält, seinen Reiz jedoch durch die anzüglichen Worte erhält. Was alle gemeinsam haben: Zu zweit oder dritt lässt es sich eher nicht so toll spielen, zwei Teams aus zwei oder mehr Personen sollte man mindestens zusammen bekommen. Bis jetzt, denn Codenames Duett schafft es das Spiel für zwei Spieler perfekt anzupassen und macht aus dem erbitterten Duell zweier Agenten-Teams ein kooperatives Duett.

Spielmaterial:

200 Karten zeigen 400 neue Wörter, die auch in den anderen Codenames-Versionen verwendet werden können. 15 grüne Agentenkarten und ein schwarzer Attentäter ähneln dem bisherigen Spielmaterial. Neu dabei sind die kleinen Pappteile, die zur Markierung eines Unbeteiligten bzw. eines erfolgreichen Zuges verwendet werden. Bei den 100 doppelseitigen Codekarten ergeben nun die Vor- und Rückseite gemeinsam die Lösung.

Spielmechanismus:

Der Spielaufbau beginnt wie gewohnt mit der Auslage von 25 Wortkarten als 5×5-Raster. Bei der Code-Karte ist jedoch darauf zu achten, dass jeder Spieler nur seine Seite sieht. Beide Spieler sehen neun grüne Begriffe und drei Attentäter. Von den drei Attentätern ist nur einer auf der anderen Seite ebenfalls Attentäter, der andere eine neutrale Person und einer ein zu erratener Begriff. Drei Begriffe werden beiden Spielern angezeigt, sodass es insgesamt 15 Begriffe zu erraten gibt.

Codenames Duett Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Abwechselnd sind die Spieler an der Reihe und nennen ein Wort und eine Zahl, die auf die genannte Anzahl an Worten hinweisen soll. Wurde ein Begriff vom Mitspieler genannt, den die Code-Karte grün anzeigt, wird dieser Begriff mit einer Agentenkarte abgedeckt. Hat der ratende Spieler seine Rateversuche aufgebraucht oder hat er freiwillig aufgehört, wird ein Rundenplättchen umgedreht. War ein Begriff nicht korrekt, aber auch kein Attentäter, wird eines der Rundenplättchen auf den Begriff gelegt, um anzuzeigen dass dieser Begriff für die eine Seite eine neutrale Person darstellt. Es kann auf der anderen Seite durchaus zu einem gesuchten Agenten gehören. Die Spieler sind bei dieser Version etwas eingeschränkter in der Kommunikation, es dürfen keine Angaben zur eigenen Seite der Code-Karte gemacht werden. Man darf dem Mitspieler auch nicht mitteilen, wann er aufhören sollte oder wie viele Begriffe noch erraten werden müssen. Es muss jedoch mitgeteilt werden, wenn alle Begriffe einer Seite genannt wurden, dann rät nur noch der andere Spieler für den Rest der Partie.

Spielende:

Das Spiel endet mit einem Sieg für beide Spieler, wenn alle 15 Begriffe korrekt erkannt wurden, bevor das letzte Rundenplättchen genommen wurde. Hat man es in neun Runden nicht geschafft, kommt es zum Sudden Death. Dabei dürfen keine weiteren Hinweise gegeben werden, es wird nur noch geraten. Sobald ein Rateversuch fehl schlägt, gilt die Partie als verloren. Gleiches gilt, wenn ein Spieler irgendwann in einer Partie auf einen Attentäter tippt.

Es sind zwei zusätzliche Rundenplättchen enthalten, mit denen als Variante über 10 bzw. 11 Runden gespielt werden kann, um es leichter zu machen. Ganz neu ist die Missionskarte, eine Weltkarte mit diversen Orten und zugehörigen Zahlenkombinationen. Die vordere Zahl gibt an wie viele Runden maximal benötigt werden dürfen und die hintere Zahl wie viele Fehler maximal erlaubt sind. Hat man dies erreicht, kann man die Stadt abhaken und in eine verbundene Stadt ziehen, um sich dort der nächsten Herausforderung zu stellen.

Codenames Duett Landkarte

Missionskarte / Foto: Brettspielpoesie

Spieleranzahl:

Optimiert ist diese Version für genau zwei Spieler. Es funktioniert auch mit mehr Spielern, wenn Teams gebildet werden. Jedes Team darf nur die eigene Seite der Codekarte sehen, die Tipps können entweder spontan von einer Einzelperson genannt werden oder durch aufschreiben/tuscheln. Zu dritt und vielleicht auch noch zu viert, mag das Spaß bereiten, ab fünf Spielern würde ich definitiv zur kompetitiven Version greifen.

Glücksfaktor?

Wie auch schon beim Grundspiel, lässt sich dieser schwer einschätzen. Die Begriffe können mal besser, mal schlechter zueinander passen und jeder Spieler assoziiert vermutlich etwas andere Begriffe damit.

Fazit:

Ich mag Codenames, allerdings eher in größeren Gruppen. Besonders interessant wird es, wenn die Spieler eines Teams diskutieren und die anderen Teammitglieder versuchen das gegnerische Team zu beeinflussen. Mit Codenames Duett wurde das Spielprinzip hervorragend für zwei Spieler angepasst und schafft es das Spielgefühl zu behalten. Nun muss nicht mehr einer alleine die Begriffe nennen bzw. erraten, sondern alle Spieler sind sowohl Tippgeber als auch Ratende. Da alle gemeinsam gewinnen wollen, entfällt natürlich die Beeinflussung durch das gegnerische Team. Der Zeitdruck, der im Original entsteht, weil man vor dem gegnerischen Team fertig sein möchte, wird hingegen durch die Zeitmarker hervorragend aufgebaut.

Zusätzlich können die neuen Begriffe auch im Spiel mit den normalen Codenames-Regeln verwendet werden und die Wort- und Bild-Karten der bisherigen Versionen auch in der Duett-Version. Leider gibt es keine Möglichkeit die Wortkarten auseinander zu halten, um sie hinterher wieder den richtigen Spielen zuzuordnen. Die Missionen sind ein nettes Extra, sie sind keineswegs unverzichtbar, aber eine schöne Herausforderung, die durch ihre Begrenzungen der erlaubten Runden/Fehler ziemlich knackig werden kann. Jetzt fehlt in Deutschland nur noch die Disney-Version und ich bin bezüglich Codenames wunschlos glücklich 🙂

Wertungsnote 5/6

Verlag: Czech Games Edition / Vertrieb: Asmodee
Autor(en): Vlaada Chvátil, Scot Eaton
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 15 – 30 Minuten

Vielen Dank an Czech Games Edition für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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