Das allerbeste Baumhaus

Das allerbeste Baumhaus Cover

Cover / Foto: 2Geeks

Haben wir als Kinder nicht alle davon geträumt ein eigenes Baumhaus zu besitzen? Einen Ort in der Natur, wohin wir uns verkriechen können und den wir ganz nach eigenen Wünschen einrichten können? 2Geeks sorgt dafür, dass wir den Traum endlich wahr werden lassen können – zumindest auf dem Tisch in Form von Karten. Dieser kleine Berliner Verlag brachte uns letztes Jahr bereits die Piraten der 7 Weltmeere mit dem innovativen 3D Dice Battle System. Dieses Jahr haben sie gleich zwei kleinere Kartenspiele im Gepäck, wieder in stylischen Metalldosen. Eines vom Autoren-Duos der ersten Veröffentlichung und eben dieses, ursprünglich als Kickstarter-Projekt gestartetes, Familienspiel von Scott Almes. Der Autor hat schon mit Harbour überzeugen können und steckt auch hinter der Tiny Epic-Serie.

Spielmaterial:

72 Baumhauskarten mit Räumen in sechs Farben sind das zentrale Element des Spiels. Für jeden Spieler gibt es eine kleine und eine große Holzfigur einer Farbe. Wobei zwei Farben sich sehr, sehr ähnlich sehen. Was auf den vier Startkarten klar als rot und orange zu unterschieden ist, geht bei den Figuren in einander über. Besonders bei schwachem Licht sind die beiden kaum auseinander zu halten. Die Punkte werden auf drei separaten Wertungskarten angezeigt, die nebeneinander gelegt werden müssen. Vier Bonus- und acht Wertungskarten werden für die Rundenwertungen benötigt. Die Karten kamen leider bereits leicht gebogen an, beim Spielen ist dies aber nicht negativ aufgefallen.

Spielmechanismus:

In drei Runden werden pro Spieler 6 Karten gedraftet, also eine gewählt und der Rest an einen Mitspieler gegeben. Zwischendrin werden die Karten aufgedeckt und angelegt. Dabei kommt der große Spielstein ins Spiel, denn man darf eine Karte nur rechts oder links anlegen, wenn der Gleichgewichtsmarker noch in diese Richtung verschoben werden kann. Außerdem gilt, das Karten einer bereits ausliegenden Farbe immer an Karten dieser Farbe angelegt werden müssen, man darf niemals mehrere Gebiete einer Farbe haben und eine Karte muss immer zwei Karten unter sich haben, wenn nicht am Rand gebaut wird. Über der Startkarte sind zudem nur fünf Ebenen erlaubt, es ist also nicht möglich einfach nur in die Höhe zu bauen. So kann es durchaus passieren, dass man eine Karte abgeben muss, weil man sie nicht passend anlegen kann. Dann wird die nächste Karte gewählt, ausgelegt und der Kartenstapel weitergegeben. Die sechste Karte wird in jeder Runde ungenutzt ablegt und es kommt zur Rundenwertung. Für diese werden zunächst die Bonuskarten nacheinander gewählt, die vorgeben welche Räume diese Runde doppelte Punkte einbringen oder gar nicht gewertet werden. Wer zuletzt eine Karte wählen durfte beginnt mit dem Zuordnen der Karte zu einer noch freien Wertungskarte. Die Mitspieler folgen entgegen dem Uhrzeigersinn.

Das allerbeste Baumhaus Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Wie man auf dem Bild zur Spielsituation sieht, können in diesem Baum gar keine blauen oder braunen Räume mehr gelegt werden, weil diese ja nicht angrenzend gelegt werden können. Als nächste Karte kann nur gelb oder grün gelegt werden, da der Gleichgewichtsmarker  nicht weiter nach rechts verschoben werden darf und es auf dieser Ebene keinen mittigen Platz gibt..

Die Regel bietet noch eine Anpassung bei der Rundenwertung für das Spiel mit Kindern. Dabei werden die Bonuskarten weggelassen und jeder Spieler wählt eine Wertungskarte. Nur für Räume in den gewählten Farben erhalten alle Spieler entsprechend der Anzahl Punkte.

Spielende:

Nach der dritten Runde endet das Spiel. Es folgt im Anschluss an die Rundenwertung noch eine Endwertung. Bei dieser erhalten die Spieler Punkte, welche die Mehrheit bei den einzelnen Farben vorweisen können und zwar in Höhe der Anzahl Räume in der jeweiligen Farbe. Außer bei Gleichstand, denn dann gehen alle leer aus! Wer danach die meisten Punkte hat, hat das allerbeste Baumhaus!

Spieleranzahl:

Drafting bringt zu zweit immer Probleme mit sich. Es kommen viel weniger Karten in Umlauf, es passiert in der Regel häufiger, dass Karten ungenutzt abgelegt werden müssen, weil man die Karten nicht entsprechend der Regel ablegen darf. Dies bei der Weitergabe an den Mitspieler zu erzwingen ist aber auch nicht immer einfach und hängt stark von den gezogenen Karten ab. Eine weitere Änderung gilt bei der Rundenwertung: Beide Spieler erhalten jeweils nur die Karte, mit der man steuern kann, was keine Punkte einbringt, der Verdopplerbonus kommt aus dem Spiel.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor ist relativ hoch, auch das Drafting-Element bringt nur wenig Abhilfe. Durch die recht kurze Spielzeit ist dies aber zu verschmerzen. Ein bisschen Nachdenken ist zudem erforderlich, bei den Überlegungen zu den weiterzugebenden Karten und bei der Beachtung des Gleichgewichtsmarkers. Taktisch kann man versuchen, den nachfolgenden Spielern keine Karten zu überlassen, die sie selbst hervorragend einsetzen könnten. Dabei sollte man aber unbedingt beachten, das man genommene Karten selber anlegen kann.

Fazit:

Das allerbeste Baumhaus überzeugt in erster Linie durch die wunderbare Optik. Die Räume sind witzig und erwecken Emotionen, weil fast jeder als Kind gerne solch ein Baumhaus gehabt hätte. Sie sind sehr detailreich und jeder Raum stellt etwas Besonderes dar. Eine Wasserrutsche, einen Kinosaal, eine Bällebad und vieles mehr gibt es zu entdecken. Das Spielprinzip wirkt recht einfach, es ist ganz klar als lockeres Familienspiel einzuordnen und sollte schnell zugänglich sein. Wobei man bei Kindern sicherlich darauf achten sollte, dass sie die Karten nicht nur anhand der toll gestalteten Grafiken wählen 😀 Und auch Erwachsene müssen die paar Anlegeregeln beachten, sonst passiert es ganz schnell das Karten nicht abgelegt werden können.

Das Material hat seine Schwächen, die sich aber nicht auf den Spielspaß auswirken. Ein zusammenhängender Wertungsplan wäre toll, aber die Karten zusammenzulegen ist zu verschmerzen, denn so konnten die Produktionskosten sicher geringer gehalten werden. Das allerbeste Baumhaus funktioniert erst ab drei Spielern so richtig, zu zweit kam bei uns keinerlei Spielspaß auf. Zu dritt oder viert würde ich jederzeit als lockeren Füller mal wieder ein paar Baumhäuser gestalten.

Wertungsnote 4/6

Verlag: 2Geeks
Autor(en): Scott Almes
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an 2Geeks für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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