Die Baumeister des Colosseum

Die Baumeister des Collosseum Cover

Cover / Foto: Schmidt Spiele

Das Autor Klaus-Jürgen Wrede nicht nur Carcassonne kann, stellte er nun beim Schmidt Spiele erneut unter Beweis. Dabei wird die Spielverpackung zum Grundstein für das während des Spiels entstehende Colosseum. Die Spieler stecken als Baumeister nach und nach weitere Bauteile hinein. Doch um an diese zu gelangen , benötigt man Baustoffe. Solche erhält man umso einfacher, desto mehr Landschaftsplättchen in der eigenen Auslage liegen. Die Colosseums-Teile im Spielkarton ergeben bei Spielende das dreidimensionale Ergebnis. Und genau diese Aussicht auf den Bau des Colosseums führt, nicht nur bei Liebhabern der Stadt Rom, zu einem hohen Aufforderungscharakter.

Spielmaterial:

Der Spielkarton wird bei diesem Spiel stark mit einbezogen. Zum einen verfügt er über ein tolles Inlay, das für alles Spielmaterial Platz biete. Nur die drei Plättchen für die Variante hat man scheinbar nicht mit eingeplant, es gibt keinen festen Platz dafür. Zudem sind 17 Einbuchtungen für das Setzen der Colosseums-Teile vorhanden. Auf den Tisch kommt ein kleiner Spielplan mit einem Rundlauf und bestimmten Aktionen zu jeder Station. An vier dieser Aktionsfelder liegt immer jeweils ein Colosseums-Teil und Landschaftsplättchen aus. Die Spieler bekommen eine feste Startauslage mit unterschiedlichen Landschaftsarten und dürfen aus den vier Stapeln Baustoff-Karten eine auswählen.

Spielmechanismus:

Wer am Zug ist, bewegt zunächst den Konsul im Uhrzeugersinn auf ein Aktionsfeld und führt die dort angegebene Aktion aus. Zwei Felder lassen bei Abgabe einer Baustoff-Karte das Handkartenlimit erhöhen. Auf den vier Doppel-Aktionsfeldern muss sich der Spieler entscheiden. Entweder er wählt das oberste Landschaftsplättchen aus und legt dieses in seine eigene Auslage. Dabei wird eine Wertung des Rohstoffs vom nun oben ausliegenden Landschaftsplättchen ausgelöst. Für jedes Plättchen dieser Landschaftsart erhalten die Spieler eine Karte dieser Landschaft oder dürfen Bewegungsschritte freigeschalten. Auf diesem Feld kann auch das dort liegende Colosseums-Teil erworben werden, indem man die erforderlichen Baustofd-Karten abgibt, das Colosseums-Teil in den nächsten freien Platz steckt und sich die Ruhmespunkte nimmt. 4 oder 7 Ruhmespunkte sind möglich, daran orientiert sich auch die Anzahl abzugebender Karten. Dann gibt es noch das Sonderaktions-Feld, bei dem der aktive Spieler wählen darf, welche Landschaft gewertet wird. Auf eine Wertung kann auch immer verzichtet werden, um statt dessen einen Siegpunkt zu erhalten. Der Bau der letzten drei Teile des Colosseums wird mit zusätzlichen Punkten belohnt, drei Colosseums-Teile bleiben über.

Die Baumeuster des Collosseum Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Als Variante kann man mit einem der drei Plättchen das Sonderaktionsfeld überdecken und so die dortige Aktion verändern.

Spielende:

Mit dem Bau des letzten Teil des Colosseums endet das Spiel. Es folgt noch eine Mehrheitenwertung, bei der für jede Landschaftsart der Spieler mit den meisten Plättchen vier Ruhmespunkte erhält. Teilen sich mehrere Spieler die Mehrheit, erhält jeder zwei Ruhmespunkte. Wer anschließend die meisten Ruhmespunkte vorweisen kann, gewinnt.

Spieleranzahl:

Zu zweit konnte es uns nicht ganz überzeugen, da sich das Spielprinzip, auf Mehrheiten-Wertung und Wettlauf beruhend, zu zweit nicht so richtig gut entfalten kann. Ab drei Spielern funktioniert es wunderbar. Zu zweit ist es dafür planbarer, weil man durch die möglichen Bewegungsschritte ein wenig steuern kann, welche Aktionen dem nachfolgenden Spieler zur Verfügung stehen.

Glücksfaktor?

Die Spieler können ein Vorteil durch die Startlandschaften haben, wenn zu Beginn vor allem diese Baustoffe für die Colosseums-Teile benötigt werden und diese Landschaften kaum verfügbar sind. Dann folgen taktische Entscheidungen, auf welche Bauteile man hin arbeitet und welche Landschaften man dafür nimmt. Immer im Bewusstsein, das jede neue Landschaftsart auch den Mitspielern neue Rohstoffe einbringt.

Fazit:

Schön anzusehen ist es allemal, dass ist mir schon bei der Neuheitenschau in Essen aufgefallen. Aber das es auch spielerisch überzeugt, hatte ich nicht unbedingt erwartet. Doch es spielt sich angenehm leicht, ist dabei aber interessant genug wieder auf dem Tisch zu gelangen. Durch den Wettlauf um die besten Colosseums-Teile ist es immer ein Abwägen, wenn möglich das Bauteil zu erwerben oder die eigene Landschaft zu erweitern. Wenn einem ein Bauteil dann vor der Nase weggeschnappt wird, sind die Handkarten für weitere Bauteile oft nicht mehr zielführend und man muss umplanen. Dafür kann es sich lohnen Bewegungsschritte einzusetzen. Doch sind diese verbraucht, ist man in der Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Möchte man diese wieder erlangen, bekommen auch alle anderen Spieler ihre Bewegungsschritte zurück. Um die höherwertigen Colosseums-Teile erwerben zu können, muss das Handkartenlimit zwangsläufig erhöht werden. Ein ständiges Für und Wider für die bestmögliche eigene Lage und den zu erwatenden Einflüssen auf die Mitspieler. Auch die Mehrheitenwertung bei Spielende sollte nicht vernachlässigt werden, um nicht auf der Zielgeraden noch abgehängt zu werden.

Mit den zusätzlichen Plättchen können regelmäßige Spieler den Spielablauf leicht abändern. Aber wirklich nur marginal. Für Vielspieler hätte es hier etwas mehr Variation geben dürfen. Meine Familie brachte den Vergleich zu Catan, den ich sehr passend finde. Man löst die Vergabe von Ressourcen aus, die dann für alle Mitspieler mit den entsprechenden Landschaftsarten ausgegeben werden und steht im ständigen Wettlauf um die besten Colosseums-Teile. Dabei ist der Einstieg leichter und die Spielzeit geringer.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Schmidt Spiele
Autor(en): Klaus-Jürgen Wrede
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an den Schmidt Spiele Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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