Die Burgen von Burgund – Das Würfelspiel

Bu Bu Würfelspiel Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Die vierte Schachtel im neuen, kleinen Format von alea erhält eine Variante zu Die Burgen von Burgund. Nach dem Kartenspiel, welches im Vorjahr erschienen ist, gibt es nun ein Würfelspiel. Aber das Original verwendet doch bereits Würfel!? – Ja, aber mit anderer Intention. Mit dem BuBu Würfelspiel haben wir ein sogenanntes Roll’n’Write-Spiel vorliegen, bei dem man anhand der Würfelergebnisse Bereiche auf dem Wertungsblatt markiert. Dadurch entfernt es sich viel weiter vom großen Bruder, als das Kartenspiel es tat. Der Name ist dennoch nicht ganz fehl am Platz, denn vieles erkennen BuBu-Spieler wieder: Die Farben der Geländearten und deren grundsätzliche Funktionalität sind hier sehr ähnlich. Doch kann das Spiel damit gegen seine Vorgänger bestehen?

Spielmaterial:

Ein dicker Block mit 100 doppelseitig bedruckten Seiten. Doch leider zeigen die ersten 25 das Wertungsblatt A, die folgenden 25 das Wertungsblatt B usw. Indem man immer wieder Blätter zwischendrin entfernt, kann der Block leicht zerfallen. Die Wertungsblätter unterscheiden sich in der Anordnung der Gebiete und wie diese zusammen hängen. Es liegen auch fünf Bleistifte bei, damit gemachte Markierungen sind auf dem bunt bedruckten Wertungsblatt jedoch nur schwer zu erkennen. Wir haben die Wertungsblätter laminiert und nutzen nun Folienstifte, das funktioniert viel besser. Für ein Würfelspiel dürfen eben solche natürlich nicht fehlen, daher gibt es fünf sechsseitige Holzwürfel. Einer mit ein oder zwei Sanduhren, zwei mit den Zahlen von 1-6 und zwei mit den Farben blau, lila, gelb, grau, grün und orange. Diese Farben findet man auch auf den Hex-Feldern auf den Wertungszetteln.

Spielmechanismus:

Die Spieler nehmen sich alle ein identisches Wertungsblatt und markieren eine beliebige Burg für den Start. Laut Anleitung würfelt nur ein Spieler die ganze Partie über. Die Würfelergebnisse stehen dann allen Spielern zur Verfügung. Nach dem Wurf wird der Sanduhrwürfel ausgewertet und eine oder zwei Sanduhren gekreuzt, dadurch verstreicht die Zeit bis zu einer Wertung schneller oder langsamer. Nur wenn zwei Sanduhren zu sehen sind, dürfen die Spieler ihre Waren verkaufen. Jede verfügbare Ware wird dabei weggestrichen und mit jeweils einem silber und zwei Siegpunkten belohnt.

Aus den Farb- und Zahlwürfeln sucht sich jeder Spieler eine Kombination aus, welche er auf seinem Wertungsblatt markiert. Es stehen die gleichen Orte wie im Grundspiel zur Verfügung. Um ein Kloster (lila) zu markieren wird eine 1 oder 2 mit einem lila-farbenen Würfel benötigt, für eine Silbermine eine 3 oder 4 und grau und für einen Hafen ein blauer Würfel sowie eine 5 oder 6. Um eine Wiese zu markieren, benötigt man einen gelben Würfel und eine beliebige Zahl, wobei auf einer Wiese nur gleiche Zahlen eingetragen werden dürfen. Bei den Städten ist es genau umgekehrt, mit einem orange-farbenen Würfel werden innerhalb einer Stadt verschiedene Zahlen benötigt. Und um eine weitere Burg zu markieren, muss der grüne Würfel mit einem Würfelergebnis kombiniert werden, welches um die Burg herum bereits eingetragen wurde.

BuBu Würfelspiel Pläne

Pläne / Foto: Brettspielpoesie

Erst wenn ein farbiges Gebiet vollständig markiert wurde, erhält der Spieler dafür eine Belohnung. Das gilt auch bei Gebieten, die nur aus einem Feld bestehen. Je nachdem in welcher Spielphase sich die Spieler befinden, werden die Gebiete mit verschiedenen Siegpunkten belohnt. Umso früher ein Gebiet fertig gestellt wird, desto höher fallen die Siegpunkte aus. Zusätzlich gibt es Bonuspunkte, für den ersten und zweiten Spieler, der alle Gebiete einer Farbe markiert hat. Jedes fertige Gebiet bringt zudem einen speziellen Bonus ein. Bei einer Wiese wird einfach der Wert der Wiese verdoppelt. Ein Gebiet Silberminen bringt ein silber, welches in späteren Zügen eingesetzt werden darf, um eine weitere Würfelkombination zu benutzen, somit also bis zu zwei Felder in einem Zug zu markieren. Für ein Klostergebiet erhalten die Spielern einen Farb-Joker und für eine vollendete Stadt einen Zahlenjoker. Pro Zug darf aber immer nur ein Joker eingesetzt werden. Ein Hafengebiet führt zu einer Ware, die bei den zwei Sanduhren wie oben beschrieben verkauft werden kann.

Nach jedem Durchgang werden die Punkte des Durchgangs addiert, notiert und der nächste Durchgang beginnt. Als Variante kann man sich darauf einigen, dass alle Spieler mit der selben Burg starten oder bei bis zu vier Spielern alle eine unterschiedliche Startburg wählen.

Spielende:

Der Wurf, der zur Streichung des letzten Sanduhrfeldes führt, ist der letzte in einer Partie. Die Spieler markieren entsprechend der Würfelseiten zum letzten Mal etwas auf ihrem Wertungsblatt, dann kommt es zu Abrechnung. Dabei werden lediglich alle während der Partie erhaltenen Punkte addiert, der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt. Nicht genutzte Joker werden nur bei Gleichstand ausgewertet, um den Sieger zu ermitteln.

Spieleranzahl:

Das Spiel kann mit bis zu fünf Personen gespielt werden. Es spielt sich eigentlich in jeder Besetzung recht ähnlich. Bei mehr Personen muss man etwas mehr darauf achten, welche Spieler sich welche Bonuspunkte für vollständige Farben zu welchen Zeitpunkt holen, um ggf. die Würfel so einzusetzen um ihnen zuvor zu kommen oder sich noch gemeinsam die Punkte zu sichern.

Wer sich dem Spiel alleine stellen möchte, spielt einfach acht Runden pro Durchgang. Der Sanduhrwürfel wird für die Option Warenverkauf dennoch genutzt. Für volle Farben gibt es in den ersten beiden Durchgängen die höhere Punktzahl, im dritten Durchgang den niedrigeren Wert.

Glücksfaktor?

Die Würfelergebnisse sind natürlich vom Glück beeinflusst, mit Jokern kann man sich ein wenig davon lösen, aber auch diese sind begrenzt. Zudem darf man pro Zug nur einen nutzen, oft genug würden einem zwar nur mehrere helfen, aber Korrekturmöglichkeiten sind vorhanden. Da man zusätzlich nur eine Zweier-Kombination aus vier Würfeln verwendet, sind verschiedene Nutzungsmöglichkeiten gegeben. Die Würfelergebnisse steuern auch die Anzahl der Runden einer Partie.

Fazit:

Das Würfelspiel zu Die Burgen von Burgund ist dem Original weniger ähnlich, als es das Kartenspiel war. Trotzdem lassen sich viele Elemente wieder erkennen und bilden eine geeignete Grundlage für dieses Würfelspiel. Anfangs mutet es etwas merkwürdig an, dass nur ein Spieler würfelt, doch so kann man diesen wenigstens für die blöden Würfelergebnisse verantwortlich machen 😉 Und diese gibt es so verdammt oft. Dennoch bliebt es spannend, welcher Spieler die besten Ergebnisse auf seinem Wertungsblatt erzielt. Schon die erste Entscheidung kann ein Fehler sein, wenn man von der Startburg ausgehend nicht weiter kommt. In den meisten Partien werden nicht annähernd alle Orte auf dem Wertungsblatt ausgefüllt, sodass man sich entscheiden muss, worauf man ausgehend von den Würfeln setzt. Etwas störend ist das gemeinsame Eintragen, was jeder für sich machen sollte, um die Mitspieler nicht zu beeinflussen oder deren Ideen zu kopieren. Man möchte aber trotzdem im Bild bleiben, was die anderen Spieler wählen und wo man sich zeitlich in die Quere kommen könnte.

Dadurch dass bestimmte Farben nur mit vorgegebenen Augenzahlen korrespondieren, sind die Würfe oft kompletter Mist oder mehrere Kombinationen verführerisch. Dabei kann man auch schlechte Entscheidungen treffen, wenn die nicht gewählte Kombination anschließend gar nicht mehr auftaucht und andere Eintragungen nicht mehr möglich sind. Aber genau solche Momente und Entscheidungen machen das Spiel so spannend und interessant und bei der kurzen Spielzeit ist der hohe Glücksfaktor zu verkraften. Es ersetzt das Original keineswegs, ist damit auch kaum zu vergleichen. Es bildet eine tolle Variante für Augenblicke, wenn nicht so viel Zeit übrig ist und man nicht ganz so viel Nachdenken möchte. Auch wenn ich anfangs skeptisch war, was das Würfelspiel zu einem strategsichen Spiel mit Würfeln anbelangt, kann ich es Spielern ans Herz legen, die gerne Roll’n’Write spielen.

Wertungsnote 4/6

Verlag: alea / Ravensburger
Autor(en): Stefan Feld / Chris Toussaint
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 1 – 5 Spieler
Dauer: 15 – 30 Minuten

Vielen Dank an Ravensburger für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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