Dominion – Abenteuer

Dominion:Abenteuer Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Zwei Jahre sind seit der letzten Dominion-Erweiterung mit dem Titel „Die Gilden“ vergangenen. Nun können sich Dominion-Fans auf ein weiteres „Abenteuer“ mit diesem Deckbauspiel freuen. Wer noch keinerlei Berührung mit dem Grundspiel hatte, sollte sich nun erst einmal folgende Rezension durchlesen. In diesem Text werde ich in erster Linie auf die Neuerungen eingehen, welche diese Erweiterung mit sich bringt.

 

Spielmaterial:

Mit 400 Karten bringt die Erweiterung eine ungewöhnliche Anzahl an Karten mit. Nur das Grundspiel, sowie das alternative Grundspiel „Die Intrige“ und die Erweiterung „Hinterland“ waren mit mehr, genauer gesagt 500, Karten ausgestattet. Alle anderen Erweiterungen umfassten nur 150 oder 300 Karten. Folgende Kartentypen sind enthalten:

  • Aktion (9)
  • Aktion – Reserve (7) NEU
  • Aktion – Angriff – Dauer (3)
  • Aktion – Dauer (5)
  • Aktion – Angriff (1)
  • Aktion – Dauer – Reaktion (1)
  • Aktion – Reserve – Punkte (1) NEU
  • Geld (3)
  • Aktion – Reisender (8) NEU
  • Ereignisse (20) NEU

Aber nicht nur Karten findet man in der Schachtel. Hinzu kommen  erstmals sogenannte Wirtshaustableaus und 48 runde sowie 12 eckige Spielmarker aus Pappe für sechs Spieler.

Spielmechanismus:

Der Spielmechanismus bleibt gleich. Pro Zug darf eine Aktion gespielt und ein Kauf getätigt werden. Ausgespielte Aktionskarten können die Anzahl möglicher Aktionen und Käufe erhöhen.

Dominion:Abenteuer Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Bereits seit der Erweiterung Seaside gibt es die Dauerkarten. Sie ermöglichen eine Aktion in dem Zug, indem sie ausgespielt werden und bleiben in der Aufräumphase liegen, da sie noch eine weitere Aktion zu Beginn des nächsten Zuges bieten. Erst danach werden sie abgelegt. Wenn der Kartentext eine andere Verwendung beschreibt, zum Beispiel bis zum Spielende, gilt natürlich der Kartentext.

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die komplett neuen Kartentypen.

    • Reserverkarten

Für diesen Kartentyp wird das Wirtshaustableau benötigt. Reservekarten werden als Aktion ausgespielt werden und kommen anschließend auf das eigene Tableau. Sie können bereits beim Ausspielen einen Bonus einbringen. Vom Tableau aus können sie in bestimmten Momenten aufgerufen werden. Sie gelangen somit zurück ins Deck und bieten möglicherweise einen weiteren Bonus. Nur die Aktion-Reserve-Punkte-Karte bringt erst am Spielende Punkte ein, wenn sie dann auf dem Wirtshaustableau liegt.

    • Reisende

Die Reisenden gefallen mir sehr gut. Es handelt sich dabei um sogenannte Eintauschkarten. Im Vorrat befinden sich nur die Startkarten Page oder Kleinbauer, welche man für 2 Geldeinheiten erwerben kann. Wenn man sie ausspielt und deren Aktion nutzt, kann man sie in der Aufräumphase zurück legen und mit der nächsten Eintauschkarte in der Reihenfolge ersetzen – muss dies aber nicht. Die Eintauschkarten gehören nicht zum Vorrat und können nicht anderweitig erworben werden. Sie bieten immer andere Aktionen, die durchaus interessant sein können und am Ende der Reihenfolge eine sehr starke Karte. Man sollte früh beginnen, wenn man die letzte Karte in der Reihe haben möchte, sonst ist das Spiel vorbei, bevor man die Karte erhalten hat oder zum ersten Mal ausspielen kann.

Dominion:Abenteuer Reisende

Reisende / Foto: Brettspielpoesie

    • Ereignisse

Und dann sind da ja noch die Ereignisse. Diese Karten haben einen Preis und einen Ereignis-Text. Von denen kommen pro Runde ein oder zwei ins Spiel. Sie gelten als Kauf, man kauft aber nicht die Karte für das eigene Deck, sondern man kauft die Aktion des Ereignis-Textes für diesen Zug und darf sie direkt ausführen. Es ist auch möglich beide Ereignisse in einem Zug, sogar mehrfach zu nutzen, wenn man die entsprechende Anzahl an Käufen und die Geldwerten vorweisen kann.

Aber das ist noch nicht alles, was neu ist. Da waren ja noch die vielen Papp-Marker. Diese kommen bei einigen Aktionskarten oder Ereignissen ins Spiel und bieten spannende Besonderheiten. Mit den beiden viereckigen kann man den Gegnern schaden, denn diese dürfen eine Karte weniger ziehen oder erhalten ein Geld weniger, wenn die Marker vor ihnen ausliegen. Die runden Marker werden eingesetzt, um sich selbst in weiteren Runden einen Bonus zu verschaffen. Dafür werden sie auf Stapel im Vorrat gelegt und gelten in kommenden Runden für den zugehörigen Spieler. Oder man legt den Marker vor sich ab und kann je nach offen liegender Seite bestimmte Aktionen beeinflussen.

Spielende:

Das Spielende bleibt durch diese Erweiterung unverändert. Wenn drei Kartenstapel des Vorrats oder die Provinz-Karten aufgebraucht sind, zählen alle Spieler ihre Punkte zusammen und vergleichen diese.

Spieleranzahl:

Diese Erweiterung enthält Material für sechs Spieler. Für mehr als vier Spieler wird jedoch ein weiteres Basiskartenset benötigt. Mit sechs Personen zieht sich eine Partie ganz schön.

Glücksfaktor?

Auch der Glücksfaktor wird durch diese Erweiterung nicht verändert. Die Ereignisse und Reserve-Karten helfen sogar dabei, das eigene Kartendeck klein zu halten, und somit den Glücksfaktor zu verringern, der durch die Lage der Karten im eigenen Deck zu Stande kommt.

Fazit:

Als Dominion-Fan freue ich mich sehr über diese Erweiterung und finde die neuen Elemente spannend. Auch wenn es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist, wo man die Dauer- und Reservekarten hinlegen muss und es passiert in den ersten Partien auch mal, dass man Karten zu früh oder zu spät weg legt. Die Ereignisse wurden in unseren ersten Partien kaum bis gar nicht genutzt, erst später lernt man deren Optionen zu schätzen. Dann bieten sie interessante Möglichkeiten, denn man „müllt“ sich das Deck nicht mit ihnen zu und kann das Ereignis sofort nutzen, was bei gekauften Königreichkarten nicht möglich ist.

Wer jedoch eher selten zu Dominion greift, der ist mit dem Grundspiel ganz gut ausgestattet, welches alleine auch diverse Kombinationsmöglichkeiten bietet. In unseren Spielrunden konnte die Erweiterung aber durchaus auch Dominion-Neulinge überzeugen.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Rio Grande
Vertrieb: ASS Altenburger
Autor(en): Donald X. Vaccarino
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2 – 6 Spieler (wenn 2 Basiskartensets vorhanden sind)
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an ASS Altenburger für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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