Erweiterungen – Fluch oder Segen?

Viele Verlage versuchen mittlerweile ihre Spiele durch Erweiterungen am Markt zu halten. Oft werden auch Ideen der Autoren zunächst zurück gehalten, damit man erst einmal testen kann, ob das Spiel überhaupt bei den Spielern ankommt. Wenn das dann der Fall ist, kann man weitere Ideen umsetzen und als Erweiterung herausbringen. Besonders etabliert wurde dies bei den Spielen des Jahres Die Siedler von Catan und Carcassonne.

Okay, die Sicht der Verlage ist leicht nachvollziehbar. Solange man mit dem Spiel noch ordentlich Gewinn macht, könnte es ewig weitergehen. Aber was heißt das für die Spieler? Einerseits freue ich mich natürlich, wenn für gute Spiele auch Erweiterungen kommen. So hat man einen guten Grund mehr, die Spiele wieder zu Spieleabenden mitzunehmen. Aber irgendwann fragt man sich, wann man all diese Erweiterungen noch spielen soll. Für Carcassonne, Munchkin oder Dominion haben wir zwar massig Erweiterungen bzw. Ableger, aber wie oft spielt man sie tatsächlich?

Aktuell mache ich mir diese Gedanken, weil Rio Grande die nächste Dominion-Erweiterung angekündigt hat. „Dabei haben sie es doch noch nicht einmal geschafft, die noch fehlenden Hans im Glück-Erweiterungen Blütezeit, Hinterland und Dark Ages herauszubringen“, werden einige von euch nun vielleicht denken. Aber immerhin soll Blütezeit im April in Deutschland parallel zur neuen Erweiterung Empires in den USA erscheinen. Auf die Deutsche Variante von Empires können wir uns dann wahrscheinlich bereits in Essen dieses Jahr freuen. Auch hatte der Autor nach Die Gilden weitere Erweiterungen eigentlich schon ausgeschlossen. Mit Abenteuer wurde jedoch bewiesen, dass das Spiel noch nicht komplett ausgereizt wurde, denn die Qualität der Erweiterung konnte überzeugen.

Als Vielspieler muss ich diese Erweiterungen aber einfach kritisch sehen. Wer nur wenig Spiele besitzt und zu einem seiner Lieblingsspiele immer wieder neue Varianten bekommt, der freut sich vielleicht über die Abwechslung. Aber ich komme mit dem Spielen kaum hinterher, weil zu viele neue Spiele herauskommen, die ebenfalls interessant klingen. Und wenn man ein Spiel in einer Gruppe zum ersten Mal spielt, fängt man ja auch meist erst mit dem Grundspiel an. Auch wenn man es länger nicht gespielt hat, um selber wieder hinein zu kommen.

Natürlich werde ich wieder gespannt erwarten, was Donald X. Vaccarino aus dem Hut gezaubert hat. Generell bin ich bei jeder angekündigten Erweiterung zu Spielen erwartungsvoll, wie man noch mehr aus dem Spielprinzip heraus holen kann. Wie ist eure Meinung dazu? Freut ihr euch über Erweiterungen zu guten Spielen oder wird es auch irgendwann zu viel?

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3 Gedanken zu “Erweiterungen – Fluch oder Segen?

  1. Erweiterungen werden für die Fans eines Spiels gemacht. Vielspieler (im Sinne von „viele-Spiele-Spieler“) sind selten echte Fans eines Spiels. Vielspieler sind ja oft schon von der Flut neuer Spiele überfordert, ganz zu schweigen von all den neuen Erweiterungen. Ein Fan hingegen konzentriert sich auf ein bestimmtes Spiel. Für ihn kann es garnicht genug Erweiterungen geben, weil sein Focus viel enger ist.

    Ich selbst bin kein Spiel-Fan, sehe mich eher als Vielspieler. Erweiterungen kaufe ich mir deshalb eher selten. Eigentlich nur, wenn ich das Grundspiel überdurchschnittlich häufig gespielt habe.

  2. Ich nehme mal nicht gerade Dominion als Beispiel, da ist die Menge an Erweiterungen und insbesondere auch die Neuauflegung natürlich extrem schwierig.

    Aber nehmen wir doch mal die Catan-Boxen.

    Die bauen im Groben aufeinander auf, insbesondere die ersten vier Boxen, sodass man diese frei zusammen kombiniert nutzen kann.

    Und wem das dann noch nicht reicht, der fängt an zuletzt noch die Szenarien-Boxen zu spielen, um noch mehr Abwechslung zu haben.

    Aber allein schon die drei wesentlichsten Boxen gehören unabdingbar zusammen, das „vollständige Siedeln“ hat man ja nun mal erst mit mindestens den ersten drei Boxen.

    Also generell die Variante wie bei den Catanspielen finde ich gut – aufeinander aufbauend, sodass letztlich alles ineinander greift und nichts liegen bleibt.

    Bei Dominion, wo man sich „zwischen den Erweiterungen“ entscheiden muss – ähnlich wie es auch bei Carcassone ist, wenn man keine 5 Stunden Spiele spielen möchte, ist das ganze natürlich schon etwas schwieriger.

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