Exit – Das Spiel (3.Serie / Oktober 2017)

Exit Logo

Exit Logo / Foto: Brettspielpoesie

Seit Juli ist bekannt: Das Kennerspiel des Jahres 2017 lautet Exit – Das Spiel. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Jury-Preises wurde damit kein Einzelspiel, sondern gleich die ersten drei Titel der Serie ausgezeichnet. Das liegt nicht daran, dass den Autoren eine erfolgreiche Weiterführung nicht zugetraut wird, aber man kann eben nur bewerten, was zum Stichtag gespielt werden konnte. Und wem die ersten drei gefallen haben, dem wird es eh schwer fallen von weiteren Titeln die Finger zu lassen, da bin ich mir sicher. Schon vor der Preisvergabe erschien die 2.Serie, die ebenfalls überzeugen konnte und heute möchte ich euch einen Einblick in die dritte Serie geben – natürlich spoilerfrei.

Bei den Exit-Spielen bekommen die Spieler eine kleine Schachtel mit vielen Karten und einigen besonderen Teilen. Details könnt ihr in folgenden Rezensionen nachlesen:
Exit – Das Spiel
Exit – Das Spiel (2.Serie / Mai 2017)

Dies ändert sich auch jetzt nicht, doch nun wurden die Titel mit Schwierigkeitsgraden versehen. Ganz neu sind die Spiele für Einsteiger, sie sind etwas anders aufgebaut. Während man bei den anderen Stufen das Material für manche Rätsel erst nach und nach erhält, was ein wenig Verwirrung stiften kann, welches Rätsel aktuell gelöst werden muss, werden Einsteiger besser an die Hand genommen. Im Heft darf zunächst nur die erste Seite aufgeschlagen werden, umblättern ist erst nach einer Lösung erlaubt. Zudem bekommen die Spieler immer nur Karten für das Rätsel, welches im Moment gelöst werden möchte.

Exit Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Fazit:

Das Einsteiger-Niveau hält, was es verspricht: Es dient Einsteigern zur ersten Orientierung in der Exit-Reihe und führt diese Spieler langsam an die gesamte Serie heran. Der Schwierigkeitsgrad wird in erster Linie über die Verfügbarkeit von Informationen gesteuert, die Rätsel an sich sind durchaus interessant und nicht unbedingt alle auf den ersten Blick lösbar, sodass auch erfahrene Spieler Spaß damit haben können. Auch wenn sie dafür sicher keine 60 Minuten benötigen, vielleicht nicht einmal die angegebene Mindestspielzeit von 45 Minuten.

Der Verlag hat die Kritik an der empfohlenen Spielerzahl ernst genommen und empfiehlt die Exit-Serie nun nur noch für 1 – 4 Spieler, was ich als angemessen empfinde. Wobei ich selber keinen Ansporn hätte mich einem Exit alleine zu widmen, mindestens zu zweit würde ich persönlich empfehlen.

Im Folgenden möchte ich die einzelnen Spiele etwas genauer beleuchten, die Bewertungen als Würfelaugenzahlen repräsentieren hierbei meine ganz persönliche Sicht im Vergleich zu den bisherigen Exits und nicht wurden hier explizit nicht im Kontext der Zielgruppe beurteilt.

Exit - Buch: Keller der Geheimnisse / Cover

Cover / Foto: Kosmos

Neben drei neuen Exit-Spielen haben es die Autoren in Zusammenarbeit mit der Buch-Autorin Anna Maybach zum ersten Mal versucht, zehn Rätsel in eine umfangreiche Geschichte zu verpacken, die wie ein Abenteuer-Buch gelesen wird. Also nicht strikt von der ersten bis zur letzten Seite, sondern bis zu einem Rätsel, dessen Lösung die folgende Buchseite angibt. Bei diesem Buch gibt es kein Zeitlimit, wäre auch schwierig, da jeder sein eigenes Lesetempo hat. Die Story ist für die Zielgruppe konzipiert, uns erschien sie etwas lahm und sehr konstruiert.

Wir haben es zu zweit gelöst, jeder hat für sich gelesen und bei Rätseln haben wir aufeinander gewartet. Das hat funktioniert, es kostet dann nur fast doppelt so viel Zeit, dafür muss man sich die Lösungen nicht alleine erarbeiten. Die Rätsel waren dem Schwierigkeitsgrad Einsteiger angemessen, recht einfach gehalten und waren passend in die Geschichte eingebettet. Statt der Decodierscheibe werden hierbei drei farbige, nummerierte Streifen in den Buchumschlag gesteckt, mit denen man über die Rätsellösungen zur Seitenzahl der Folgeseite gelangt. Dies wäre mit der Decodierscheibe genauso umsetzbar gewesen, was das Handling vielleicht etwas erleichtert hätte.

Exit - Haus der Rätsel Cover

Cover / Foto: Kosmos

Beim Kosmos Pressetag verwandelte sich das Kloster Haydau in Das Haus der Rätsel, einem der neuen Einsteiger-Exits. So wurde ein spannendes Wettrennen daraus, welche der vielen Gruppen zuerst entkommt. Fans der Drei ??? haben hier einiges zu entdecken, die Geschichte dreht sich um die drei Junior-Detektive Justus, Peter und Bob. Später habe ich meiner Spielgruppe zu Hause beim Lösen zugesehen, was auch eine interessante Erfahrung war. Das gesamte Spielmaterial wird hervorragend eingebunden, die Rätsel erscheinen etwas besser auf jüngere Mitspieler abgestimmt. So erfordert das ein oder andere Rätsel etwas Körpereinsatz, was ich gelungen finde, um auch die jüngeren Rätselfreunde anzusprechen. Allerdings sorgt dieses Rätsel auch dafür, dass die angegebene Spielerzahl von 1-4 Spieler angezweifelt werden darf, da ein Spieler alleine Schwierigkeiten bei der Lösung bekommen wird. Aber im Team machen die Exits eh viel mehr Spaß! Im Gegensatz zu den bisherigen Exits wird dieses in eine umfangreichere Geschichte eingebunden, die einige Anspielungen für Drei ???-Liebhaber enthält. Diese Geschichte zu lesen kostet jedoch auch Zeit, sodass es ambitionierte Spieler stören könnte, dadurch Zeit zu verlieren.

Wertungsnote 4/6

Exit: Der versunkene Schatz Cover

Cover / Foto: Kosmos

Zu zweit begaben wir uns auf die Suche nach dem versunkenen Schatz, einem weiteren Exit auf Einsteiger-Niveau. Die Rätsel werden wieder erst nach und nach entdeckt und eine Geschichte begleitet die Spieler von Rätsel zu Rätsel. Insgesamt waren wir eine gute Dreiviertelstunde beschäftigt und hatten unseren Rätselspaß. Wie bei allen Exits liegen neben den vielen Karten noch seltsame Teile bei, die hier unter anderem durch kleine, bunte Plastik-Edelsteine dargestellt werden. Mit solchem Material macht es gleich noch mehr Spaß und wirkt atmosphärischer. Mal sehen, wofür wir diese „Edelsteine“ wiederverwenden können, zum wegschmeißen wären sie viel zu schade! Für die Zielgruppe sicherlich ein weiteres gelungenes Exit und auch für Erfahrene eine schöne Einstimmung für das Profi-Level, welches uns in dieser Serie auch noch bevor steht.

Wertungsnote 4/6

Exit: Der Tote im Orient-Express Cover

Cover / Foto: Kosmos

Für Der Tote im Orient-Express traten wir zu viert an, schließlich hatten wir wieder ein Exit für Profis vor uns liegen, da können mehrere Köpfe ja nur hilfreich sein. Dieses hat jedoch ein etwas anderes Ziel. Die Aufgabe ist nicht aus dem Zug zu entkommen, sondern einen Mord aufzulösen, indem wir die Mitfahrer, deren Aussagen und Abteile unter die Lupe nehmen. Zeitdruck entsteht trotzdem, da wir vor der Ankunft des Zuges in einer Stunde den Mörder identifiziert haben wollen, um ihn bei Ankunft der Polizei übergeben zu können. Um an die Hinweise zu gelangen müssen wir in gewohnter Weise diverse Rätsel lösen. Wie bei den Einsteiger-Exits gibt es eine ausführliche Geschichte, die hier aber nicht so sehr in den Hintergrund gerät, da die Geschichte die Grundlage unserer Ermittlungen ist. Die Rätsel waren gut ausgedacht, teilweise kniffelig, aber für uns alle relativ gut lösbar. Am Ende den Mörder zu benennen, ist eine weitere Herausforderung. Aber selbst wenn die falsche Person beschuldigt wird, ist eine Wertung von 10 Sternen möglich. Von allen bisherigen Exits hat uns dieses am meisten begeistern können. Dafür gibt es die volle Punktzahl, ich wüsste nicht, was man besser machen könnte.

Wertungsnote 6/6

Verlag: Kosmos Verlag
Autor(en): Inka und Markus Brand
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: 45 – 90 Minuten

Vielen Dank an Kosmos für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare!

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