Facecards

Facecards Cover

Cover / Foto: Ravensburger

Man sagt ja gerne so manchem Hundebesitzer nach, dass er eine große Ähnlichkeit mit seinem Tier aufweist. Auch wenn die Herrchen und Frauchen das nicht unbedingt gerne hören, hat Ravensburger aus solchen und weiteren Ähnlichkeiten ein Spiel für 3-7 Spieler gemacht. Es wurden interessante Fotos von Tieren, Menschen und Gebrauchsgegenständen gesammelt und auf Karten gedruckt. Was eine Kartuschenpresse mit einer Ente zu tun hat? Oder wem ein Toast mit Spiegelei ähnelt? Bei diesem Spiel könnt ihr all dies selbst herausfinden und eure Mitspieler auf die Probe stellen, ob sie die gleichen Ähnlichkeiten erkennen.

Spielmaterial:

142 Karten in drei Kategorien, allesamt mit Fotos von „Gesichtern“. Eine Karte mit Fotoapparat wird als Startspielermarker verwendet und zur Sammlung der Siegpunkte erhält jeder Spieler eine Karte mit der Abbildung eines Fotoalbums. Einige leere Karten lassen den Besitzern der Spiele kreative Gestaltungsmöglichkeit. Die Anleitung ist kurz und verständlich geschrieben.

Spielmechanismus:

Runde für Runde wählen die Spieler eine Kombination zweier Handkarten, die ihrer Meinung nach eine Ähnlichkeit aufweisen. Eine dieser Karten wird auf einen gemeinsamen Stapel gelegt, die andere vor sich selbst platziert, natürlich alles noch verdeckt. Ein Spieler mischt alle Karten inkl. zufällig gezogener und legt sie aus, dann versuchen die Spieler vom Startspieler ausgehend nacheinander die gewählten Paare zu finden. Für eine Übereinstimmung erhalten beide Spieler einen Punkt, einen weiteren sogar, wenn beide Karten einer anderen Kategorie zugehören (die Kategorien werden unten links farblich unterschieden). Dadurch kann es passieren, dass bei einer perfekten Runde der letzte Spieler nur seine eigene Karte zur Wahl hat, er erhält dann keine Punkte. Ist bei uns aber noch nie vorgekommen. Der Startspieler wechselt und die nächste Runde beginnt.

Facecards Karten

Karten / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Das Spiel endet nach einer bestimmten Anzahl an Durchläufen, abhängig von der Spielerzahl. Der Spieler mit den meisten gesammelten Fotos in seinem Fotoalbum wird im Anschluss zum Sieger erklärt.

Spieleranzahl:

Spielen vier oder weniger Spieler, werden drei zufällige Karten hinzu gemischt, bei mehr Spielern nur eine. Das erhöht bei weniger Spielern die Wahrscheinlichkeit, dass zufällig sehr passende Karten hinzu gezogen werden. Die Anzahl Durchgänge variiert mit der Spielerzahl, da sonst in größeren Gruppen die Karten ausgehen würden oder in kleineren Gruppen eine Partie zu schnell vorüber wäre, daher wird es wirklich gut skaliert.

Glücksfaktor?

Manchmal passen die Karten einfach besser zueinander, manchmal weniger. Dieses Spiel gehört zu der Kategorie Spiele, bei der es aber eigentlich gar nicht so sehr auf Punkte ankommt, sondern eher um gemeinsamen Spaß. Und zu lachen gibt es viel bei den ausgefallenen Kartenmotiven.

Fazit:

Schon als ich erstmals davon hörte, dachte ich direkt an Krazy Wordz, bei dem man aus zufälligen Buchstaben neue Wörter zu vorgegebenen Begriffen erfinden muss, die dann wiederum von den Mitspielern erraten werden müssen. Für beide Spiele gilt, dass die Punkte schnell unbedeutend werden, der Spaß an einer Partie steht im Vordergrund. Ansonsten ist Facecards aber doch in einigen Punkten anders. Anstatt selbst so wirklich kreativ zu werden und etwas Neues zu erschaffen, werden hier „nur“ Karten verknüpft. Da hat jeder seine eigene Grundlage für, die einen gehen nach Form, andere entscheiden anhand der Blickrichtung und wieder andere kombinieren Karten gleicher Farbe. Auch eine gemeinsame Verbindung kann für Paare genutzt werden, so deuten zum Beispiel die Freiheitsstatue, George Washington und ein Weißkopfseeadler auf die USA, doch erkennen das die Mitspieler auch? Umso besser die Spieler sich gegenseitig kennen, desto leichter fällt es einzuschätzen, was der andere bei der Kombination im Kopf hatte. So wurde in einer unserer Partien eine hübsche Blondine mit einem Handwerker kombiniert. Begründung: Klassische „Erwachsenenfilm“-Szene und der Partner hat es korrekt erraten ;-)

Ein wenig schade empfinde ich, dass sich in jeder Spielgruppe schnell offensichtlich passende Paare einprägen und immer wieder zusammen ausgelegt werden. Dann geht ein wenig Spielspaß verloren. Noch mehr Kartenauswahl wäre hierfür die Lösung. Natürlich kann man sich auch eigene Karten erstellen, aber wer möchte schön, dass die Mitspieler Ähnlichkeiten zum eigenen Konterfei finden und präsentieren? Was bleibt ist ein Spiel mit wenigen Regeln, welches schnell losgespielt werden kann. Spaß hatten bisher alle Gruppen damit, besonders wenn es nach einer Runde darum geht, wie man denn bitte genau diese beiden kombinieren konnte, wo diese und diese und diese sich doch viel mehr ähneln würden :-D Für meinen Geschmack kommt Facecards nicht ganz an Krazy Wordz heran, ist aber zugänglicher für etwas unkreativere Spieler, da man sich eben nichts ausdenken, sondern einfach nur Karten wählen muss, dabei aber jede Menge Spaß haben wird.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Ravensburger
Autor(en): Leo Colovini
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 3 – 7 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Ravensburger für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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