Flamme Rouge – Peloton

Flamme Rouge Peloton Cover

Cover / Foto: lautapelit.fi

Flamme Rouge vom finnischen Verlag lautapelit.fi war 2016 einer der Geheimtipps. Ein tolles Familienspiel mit leichtem Zugang, dennoch spannend genug, um auch versierte Spieler zu fesseln. Es erschien auch direkt in verschiedensten Sprachen, doch bis es in Deutschland so richtig unter die Spieler kam, dauerte es etwas länger. Autor Asger Harding Granerud kommt aus Dänemark. Vielleicht habt ihr von ihm schon mal in Bezug auf Klask gehört, denn das spielt er gerne, oft und richtig gut, wie er u.a. bei der Deutschen Klask-Meisterschaft während der BrettspielCon in Berlin vergangenes Jahr unter Beweis stellte. Ansonsten hat er in seinen ersten zwei Jahren als Brettspielautor schon einige spannende Spiele veröffentlicht, er bedient da bereits alle Kategorien vom Kinderspiel bis zum Kennerspiel. Wer Flamme Rouge noch gar nicht kennt, sollte zunächst die verlinkte Rezension zum Grundspiel lesen. In dieser Rezension gehe ich nur auf die einzelnen Neuerungen der Erweiterung ein.

Spielfiguren weiß / rosa:

Bisher war es nur möglich in Teams zu spielen, wenn mehr als vier Spielern dabei sein sollten. Diese Erweiterung enthält neue Spielfiguren in den Farben weiß und rosa. Beim Grundspiel wurde häufig kritisiert, dass diese beiden Figuren einer Farbe nur schwer auseinander zu halten sind. Darauf wurde reagiert und die neuen Figuren mit schwarzen Markierungen versehen, S für Sprinteur, R für Rouleur. Zu den Spielfiguren sind natürlich entsprechende Kartensets dabei. Auch diese wurden überarbeitet. Die Zahlen sind nun in der Farbe der Spielfigur dargestellt und für die Unterscheidung zwischen Rouleur und Sprinteur sind die Kürzel S und R nun auch auf der Vorderseite angegeben.

Flamme Rouge Peloton Spielfiguren

Spielfiguren / Foto: Brettspielpoesie

Neue Strecken:

Es gibt zwei neue Arten von Strecken, Kopfsteinpflaster und Versorgungszonen. Wie die Namen verlauten lassen, macht das Kopfsteinpflaster den Spielern das Leben schwer. Es gibt dort keinen Windschatten und an einigen Stellen bietet das Pflaster nur Platz für eine Spielfigur. Hingegen bieten die Versorgungszonen Platz für drei Fahrer nebeneinander und jede Karte bringt einen Fahrer mindestens vier Felder weit.

Flamme Rouge Peloton Strecken

Strecken / Foto: Brettspielpoesie

Gelbe Flächen:

Wird mit der Ausreißer-Variante gespielt, werden zu Spielbeginn die gelb markierten Flächen besetzt, die sich fünf Felder vor der Startlinie befinden. In zwei Bietrunden wählen die Spieler aus vier gezogenen Karten eine, mit der sie um diese Plätze für einen zuvor genannten Fahrer (Sprinteur oder Rouleur) bieten. Der Spieler mit dem höchsten Wert beider Karten, darf den Fahrer für den die Karten gespielt wurden, dort platzieren. Dafür muss er allerdings die verwendeten Karten aus dem Spiel nehmen und zwei Erschöpfungskarten in den entsprechenden Kartenstapel mischen. Bei bis zu vier Spielern wird ein Platz besetzt, erst ab fünf Spielern beide Plätze. Anschließend läuft die Partie wie üblich.

Flamme Rouge Peloton Karten

Karten / Foto: Brettspielpoesie

Dummy Teams:

Es gibt Spezialkarten für ein Peloton- und diverse Stärke-Teams, die als Dummys funktionieren. Sie unterscheiden sich darin, dass die Stärke-Teams mit den beiden Kartensets inklusive der Zusatzkarten mit Stern spielen, während das Peloton-Team für beide Fahrer die Rouleur-Karten sowie die Doppelkarten mit zwei unterschiedlichen Werten nutzt. Man kann sie für mehr Konkurrenz in Mehrspieler-Partien hinzu nehmen, sie ermöglichen es aber auch solo Flamme Rouge zu spielen. Und machen besonders die 2-Spieler-Variante interessanter.

Es ist weiterhin möglich, dass jeder Spieler nur eine Figur steuert und dadurch mit bis zu 12 Spielern gespielt werden kann. Zusätzlich sind neue Streckenempfehlungen für 2-4 und 5-6 Spieler enthalten.

Fazit:

Die Materialanpassungen finde ich sehr gelungen, sie werten das Spielmaterial wirklich auf. Flamme Rouge wusste schon alleine zu gefallen, doch zu zweit war es eher lahm, weil auf der Strecke wenig los war. Diese Konkurrenz kann nun durch die Dummy Teams simuliert werden, das bedeutet aber auch mehr Verwaltungsaufwand für die Spieler. Daher ist das eher nichts für mich, genau wie die Solo-Variante. Da finde ich andere Spiele mit Solo-Varianten einfach spannender umgesetzt.

Das Spiel mit fünf oder sechs Spielern gefällt hingegen richtig gut. Wer häufig Spielergruppen dieser Größe hat, für den könnte diese Erweiterung genau richtig sein. Es kann nun auch passieren, dass man das Ziel nicht mehr erreichen kann, wenn man unterwegs durch Kopfsteinpflaster und Berg-Etappen zu viele Bewegungsschritte verfallen lassen musste. Nur der geschickte Einsatz der Karten unter Einbeziehung möglicher Zwangsstopps und die effektive Nutzung des Ausreißer-Feldes führen zum Sieg. Ich hätte mir noch gewünscht, dass die Erweiterung wirklich neue Streckenabschnitte mitbringt. Okay, das Kopfsteinpflaster bietet Felder für nur genau einen Spieler, aber das fühlt sich lediglich etwas restriktiver, aber nicht wirklich neu an. Die Versorgungszonen bieten einfach mehr Platz für die Spieler und eine Mindestreichweite, was bei mehr Fahrern vermutlich an manchen Stellen notwendig ist, die Strecken aber eher einfacher macht. Aber vermutlich ist bei Radrennen einfach nicht mehr Varianz möglich. Also ist das wirklich Jammern auf hohem Niveau. Die Erweiterung gefällt, lohnt sich aber vermutlich wirklich erst, wenn man regelmäßig mit mehr als vier Spielern planen kann.

Wertungsnote 4/6

Verlag: lautapelit.fi
Autor(en): Asger Harding Granerud
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 1 – 12 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an lautapelit.fi für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.