Gier

Gier Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Gier – nur vier Buchstaben, jedoch mit einer klaren Bedeutung. Der Duden sagt dazu, es handelt sich um ein „auf Genuss und Befriedigung, Besitz und Erfüllung von Wünschen gerichtetes, heftiges, maßloses Verlangen“. Und um genau dieses Verlangen dreht sich alles beim gleichnamigen Kartenspiel von Erfolgsautor Alexander Pfister. Das Verlangen, einem Mitspieler eine ausliegende Karte zu stehlen, die man selbst gut gebrauchen kann oder ihm einfach nicht gönnt. Zusätzlich dürfen alle Karten behalten werden, die man ihm von der Hand zieht. Es sei denn man ist zu gierig und zieht eine Zahl doppelt, dann ist der Spielzug vorbei und die Karten wechseln den Besitzer nicht. Daher sollte man nicht zu gierig sein… Doch ist dies leichter gesagt als getan!

Spielmaterial:

98 Spielkarten, jeweils 14 Mal die Zahlenwerte von 1 – 7. Zudem sind 12 Ganoven erhalten, obwohl für eine Partie nur fünf benötigt werden. Da sich diese aber möglicherweise schneller abnutzen, da sie dauerhaft auf der Hand gehalten werden, bekommt man direkt Ersatz.

Spielmechanismus:

Alle Spieler beginnen mit sieben zufälligen Handkarten und einer Ganovenkarte. Wer am Zug ist spielt eine Handkarte in die eigene Auslage. Dann wird ein Mitspieler gewählt, dem Karten aus der Hand gezogen werden. Erwischt man dabei den Ganoven, darf man eine Karte aus der Auslage des Mitspielers stehlen. Aber erst am Zugende, denn ein Spieler darf beliebig viele Karten ziehen, bis er freiwillig aufhört oder die zweite Karte einer Farbe zieht.

Gier Karten

Karten / Foto: Brettspielpoesie

Einige Karten zeigen eines von drei Aktionssymbolen. Diese werden nicht beim Auslegen ausgeführt, sondern nur, wenn sie bei einem Mitspieler gezogen werden. +1 erlaubt es jedem Spieler, der mindestens eine Karte der entsprechenden Farbe ausliegen hat, eine weitere Karte zu ziehen, welche sofort in die Auslage gelangt. Die anderen beiden Aktionen beziehen sich nur auf den aktiven Spieler. Dieser darf entweder die Karten eines Mitspielers einsehen oder zwei gleiche, ausliegende Karten ablegen, um drei weitere vom Stapel zu ziehen und bei sich auszulegen.

Karten werden grundsätzlich erst dann nachgezogen, wenn nur noch der Ganove auf der eigenen Hand ist. Man darf am Ende des eigenen Zuges allerdings auch einen kompletten Stapel einer Farbe ablegen, um auf acht Karten aufzuziehen.

Spielende:

Das Spiel endet, sobald ein Spieler die sechste Karte einer Farbe in seiner Sammlung hat. Dieser Spieler gewinnt die Partie.

Spieleranzahl:

Auch zu zweit kann eine Parte Gier gespielt werden. Dann darf ein Spieler wählen, ob er die Karten vom Gegenspieler oder vom Nachziehstapel zieht. Die Aktionen darf er in beiden Fällen ausführen. Dies funktioniert gut und beeinträchtigt nicht den Spielspaß. Im direkten Duell ist es etwas planbarer, da man jeden zweiten Zug ausführt, jeder weitere Spieler macht es etwas zufälliger.

Glücksfaktor?

Das Glück spielt hier schon eine ordentliche Rolle, aber bei solch einem kurzen Zocker-Spiel stört es mich nicht wirklich. Natürlich kann ein Spieler die Begabung haben, aus einer Hand mit vier gleichfarbigen Karten genau die anderen Farben zu ziehen und damit durchzukommen, während andere schon bei nur zwei Karten gleicher Farbe genau die andere erwischen. Doch dies gehört für mich bei solchen Spielen dazu und schürt Emotionen.

Fazit:

Das Cover und auch der Titel sprachen mich zunächst wenig an, doch der Autor machte es dann interessant genug. Wer Alexander Pfister besonders mag, weil er seine Spiele Mombasa oder Great Western Trail liebt, sei aber vorgewarnt, dass wir es hier mit einem Leichtgewicht zu tun haben. Das ist aber grundsätzlich nichts Schlimmes, nach einem anstrengenden Brocken braucht man auch mal was lockeres für zwischendurch. Und das ist mit Gier gelungen.

Sechs Karten pro Farbe werden für den Sieg benötigt, regulär ausspielen darf ich jedoch nur eine pro Zug. Daher muss ich zwangsläufig bei den Mitspielern Karten klauen, zufällig von der Hand und am besten bewusst mit dem Ganoven. Auch die Zusatzaktionen sind interessant, weil dadurch eine benötigte Zahl gezogen werden kann, die in meine Auslage gelangt. Genauso ist es aber auch möglich, ständig nur nicht brauchbare Karten zu ziehen und vom Pech verfolgt zu sein. Hat man die Aktionen selbst auf der Hand, will man sie schnell ausspielen, um sie den Mitspielern nicht zu ermöglichen, außer vielleicht der +1-Aktion, bei der man selbst ebenfalls profitieren kann. Es ist eben ein kleines Glücksspiel mit dem bekannten „Can’t Stop“-Mechanismus: Man kann früh aussteigen, um Karten zu sichern, aber die Verlockung ist groß weiterzumachen um möglicherweise noch mehr Karten zu bekommen.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Alexander Pfister
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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