Hegen und pflegen

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Wenn wir mal wieder am Wochenende über die Flohmärkte schlendern, schaudert es mich oft mehrfach beim Zustand einiger Spiele, die neue Besitzer finden sollen. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man so mit seinen Spielen umgehen kann: Bemalt, geknickt, zerrissen, unvollständig – der blanke Horror! Auch wenn es mit den Exit-Spielen von Kosmos nun Spiele gibt, welche auf dem Prinzip des Zerstörens beruhen, gilt das noch lange nicht für alle anderen Spiele. Doch haben Brettspiele bei den wenigsten den hohen Stellenwert, den sie bei uns einnehmen. Für manche ist es eben doch nur „Kinderkram“, der sobald die Kinder älter sind, unbeachtet im Keller verstaubt.

Warum ich gerade heute darauf zu sprechen komme? Wir spielen häufig bei anderen Mitspielern zu Hause. Und bringen die Spielauswahl mit. Dafür haben wir uns ja extra eine Cajon-Tasche zugelegt, welche die Spiele gut polstert, damit nichts kaputt geht. Doch eine gewisse Gefahr ist immer dabei: Der Verlust von Spielmaterial. Ein kleines Stanzteil oder ein kleines Steinchen ist schnell mal unbemerkt unter den Tisch gefallen. Und mindestens genauso schnell im vom Staubsauger verschluckt 🙁 Besonders bei Spielen, in denen das Spielmaterial limitiert ist, fällt solch ein Verlust unangenehm auf. Noch kritischer wird es dann bei Erweiterungen. Gerne schlagen unsere Mitspieler vor, ihre Grundspiele mit unseren Erweiterungen zu kombinieren, doch meist lehnen wir das ab und schleppen lieber mehr. Denn die Gefahr, am Ende nicht alles ordentlich auseinander sortiert zu bekommen, ist einfach zu groß.

Anders sieht das bei mir in der Familie aus. Mein Bruder führte mich an Dominion heran, immer wieder kam es bei Familienfeiern auf den Tisch. Aber da wir alleine drei Geschwister sind, war die Limitierung auf vier Spieler unpassend. Also wünschte ich mir das damals beim Hans im Glück-Verlag erschienene zweite Basisspiel Dominion – Die Intrige. Ich bekam es dann auch von meinen Eltern zu Geburtstag oder Weihnachten geschenkt (beides liegt nah beieinander). Diese beiden Spiele sind kombinierbar, sodass Partien zu sechst möglich werden. Letztes Jahr zu Weihnachten brachte ich die Erweiterung Empires und Die Intrige mit, damit wir mit unseren Partnern gemeinsam die neueste Erweiterung ausprobieren konnten. Danach landete Dominion bis gestern wieder unbeachtet im Schrank, zu viele Neuheiten, die gespielt werden wollen. Durch das aktuell beim ASS Verlag erschienene Ergänzungsset mit neuen Karten für die beiden ursprünglichen Grundspiele gibt es nun mindestens 14 gute Gründe Dominion hervor zu holen. Doch was mussten wir entdecken? In unserer Special Edition, dem einstigen Grundspiel in optisch aktualisierter Aufmachung, ist kein Gold mehr vorhanden. Nicht eine einzige Karte Gold! Schon war die Stimmung beim Spieleabend getrübt. Es wurde überlegt, wo wir dieses Spiel überall dabei hatten und wo das Gold geblieben sein müsste. Instagram ist dabei eine gut Hilfe 😉 Es war an Weihnachten noch da, also muss es im Grundspiel meines Bruder gelandet sein. Er wird demnächst mal nachschauen und hoffentlich ist es dort gelandet. Dieser Vorfall bestärkt uns aber nicht gerade darin, erneut Spiele verschiedener Besitzer zu kombinieren. Wie geht es euch bei euren Spielen und dem Spielmaterial? Nagt es auch so sehr an euch, wenn mal ein Teil verloren geht? Darf bei euch am Spieltisch unbedarft gegessen und getrunken werden? Wie geht ihr mit Mitspielern um, die auf ihren Zug wartend Spielkarten knicken? Oder Kindern, die gerne alles in den Mund nehmen? Schreibt mir doch eure Erfahrungen in die Kommentare, ich freue mich darauf.

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4 Gedanken zu “Hegen und pflegen

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  2. Hallo,

    Essen und Trinken ist in Ordnung, wobei natürlich eine gewisse Sorgfalt erwartet wird. Erst den Finger in die Nutella bohren und danach auf Karten schmieren geht nicht,…
    Mitspieler, die Karten knicken bekommen eine klare Mitteilung, dass das nicht erwünscht ist, fruchtet diese nicht, dann wird eben nicht mehr gespielt mit der Person. Gleiches gilt für Kinder, die alles in den Mund nehmen und knicken. Wobei das eher für ältere Kinder gilt, mit denen ich normale Spiele spiele. Wenn ich mit jungen Kindern ein Kinderspiel spiele, dann sehe ich das nicht so eng – so sind Kinder halt und dass muss ein Kinderspiel halt ertragen können.
    Zusammenfassend gesagt wünsche ich mir eine gewisse Sorgfalt, aber zu sehr übertreibe ich es dann nicht, denn es soll ja auch entspannt am Spieletisch zu gehen.

    Viele Grüße,
    Andreas.

    • Hallo Andreas,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich sehe das ähnlich wie Du. Bei unseren Freunden dürfen die Kinder meist noch eine Partie bei den Erwachsenen ansehen und fassen dann alles an. Da hab ich manches Mal Schweißperlen auf der Stirn, aber unsere Freunde haben ihre Kids gut im Griff und sie hören dann auch und wenn nicht müssen sie eben doch ins Bett.
      Viele Grüße
      Sonja

  3. Mir läuft es manchmal eiskalt den Rücken hinunter, wenn man beobachtet wie gerade bei öffentlichen Spielevents (Spieletage) mit den Spielen umgegangen wird. Wir sind oft in unserer Region auf solchen Veranstaltungen unterwegs und zwischendurch mach ich dort – als Gast – auch manchmal den Mund auf.
    Meistens erntet ich da eh Verständnis, denn das Spiel soll ja schießlich noch vielen anderen Spass bringen und lange halten.
    Wir sind mit unseren Spielen schon dazu übergegangen gerade die Karten zu sleeven, damit diese länger halten. Insgesamt passen wir gut auf unsere Schätze auf und klären unsere Mitspieler (die nicht so spielaffin sind wie wir) darüber auf wie wir gern hätten das mit den Spielen umgegangen wird.

    Mit den Kindern und Kinderspielen ist es da natürlich anders. Natürlich gilt es die Kinder gleich daran zu gewöhnen, dass diese Spiele was „besonderes“ sind und darauf aufgepasst werden muss. Wenn da mal was passiert oder vor Nervosität ein Spielstein oder eine Karte im Mund landet…. isses halt so. Sind Kinder.

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