Hotel Tycoon

Hotel Tycoon Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Hotel – Der Klassiker aus den 80er Jahren wurde 2013 von Asmodee überarbeitet und als Hotel Tycoon wieder auf den Markt gebracht. Das Spielprinzip ist dabei identisch zum Vorgänger: Mit der eigenen Figur über den Plan laufen, Grundstücke kaufen, Hotels bauen, die Mitspieler für Übernachtungen bezahlen lassen. Nur wer als Letzter überlebt ohne komplett Pleite zu gehen, kann hierbei als Sieger hervorgehen.

Spielmaterial:

Zu einem bunt gestaltetem, klappbaren Spielplan gesellen sich 28 Hotelgebäude. Diese sind aus Plastik und Pappe und müssen vor dem ersten Spielen zusammen gebastelt werden. Leider fallen viele schnell wieder auseinander. Auch ist es immer wieder ein Kampf die zusammengesetzten Hotels zurück in der Schachtel zu verstauen und den Deckel ordentlich darauf zu bekommen. Hinzu kommen 8 Freizeiteinrichtungen aus Pappe, die zu den Hotels auf den Spielplan gelegt werden können und 8 zugehörige Besitzurkunden mit allen Preisen und Einnahmen. 30 Hoteleingänge aus Plastik sowie der Hangar und der Kontrollturm werden ebenfalls benötigt. Vier Flugzeuge repräsentieren sie Spieler anstelle von den Autos aus dem Orignal. Jeder Spieler bekommt zum Start 12.000$, die restlichen Banknoten in den Größen 50$, 100$, 500$, 1.000$ und 5.000$ gehen an die Bank.

Spielmechanismus:

Die Spieler beginnen alle auf dem selben Feld. Von da aus starten sie in den Rundlauf, indem sie würfeln und entsprechend der Augenzahl ihren Flieger, der als Spielfigur dient, vorziehen. Auf jedem Feld ist nur ein Flugzeug erlaubt. Muss ein Spieler auf einem Feld landen, wo bereits ein anderer Spieler steht, zieht er auf das nächste freie Feld. Ist auf diesem Feld bereits ein Eingang zu einem Hotel eines Mitspielers, muss für die Übernachtung gezahlt werden. Man würfelt ein weiteres Mal und die Augenzahl sowie die Anzahl Hotels entscheiden über die Summe. Der Spieler zahlt diesen Betrag an den Besitzer des Hotels.

Nun kann der Spieler die Aktion des Feldes nutzen.

  • Kauf

Der Spieler darf eine Besitzurkunde eines angrenzenden Geländes kaufen. Er kauft dieses entweder zum vollen Preis der Bank ab oder kann es, wenn ein Mitspieler im Besitz des Geländes ist, aber darauf noch kein Hotel errichtet hat, zum halben Preis dem Mitspieler entreißen. Ab dem darauf folgenden Zug darf man darauf bauen.

  • Baugenehmigung

Wer auf diesem Feld landet, darf um eine Baugenehmigung würfeln. Dafür muss er ansagen auf welchem eigenem Grundstück er bauen möchte und wie viele Hotels. Dann würfelt er den Spezial-Würfel. Dieser entscheidet über die Genehmigung und den Preis. Zeigt der Würfel einen grünen Kreis, darf zum auf der Besitzurkunde angegeben Preis gebaut werden. Bei einem roten Kreis gibt es keine Baugenehmigung und der nächste Spieler ist an der Reihe. Zeigt der Würfel ein „H“ ist der Bau gratis, die „2“ verdoppelt den Preis. Das Hotel muss nicht auf einem angrenzenden Gelände gebaut werden.

  • Gratis Hotel

Dieses Feld sorgt dafür, dass der Spieler ein Hotel auf einem beliebigen, eigenen Gelände kostenfrei bauen darf.

  • Gratis Hoteleingang

Landet ein Spieler auf diesem Feld, darf er gratis einen Hoteleingang zu einem seiner Hotels bauen. Dabei ist zu beachten, das auf jedem Feld nur eine Hoteleingang gebaut werden darf, egal auf welcher Seite.

  • Besondere Felder

Überquert ein Spieler die rote Linie beim Hangar, erhält er 2.000€ aus der Bank. Aber nur solange noch mehr als zwei Spieler dabei sind. Auf der anderen Seite des Spielfeldes steht der Kontrollturm. Wer hier vorbei kommt, darf zu jedem eigenen Gelände einen Hoteleingang bauen und zwar zu dem Preis, der auf der Besitzurkunde angegeben ist.

  • Was passiert, wenn ein Spieler seine Übernachtung oder die Baukosten nicht bezahlen kann?

Er hat dann die Möglichkeit ein Gelände, ob mit oder ohne Hotels, unter den Mitspielern zu versteigern. Er kann jedoch immer nur das gesamte Gelände mit allen Hotels und Eingängen verkaufen, nicht einzelne Hotels. Hat der Spieler nichts mehr zu verkaufen, kann er nichts anbieten, geht also pleite und scheidet aus dem Spiel aus.

Spielende:

Es gewinnt der Spieler, der zuletzt im Spiel bleibt, wenn alle anderen pleite ausgeschieden sind.

Spieleranzahl:

Das Spiel ist für 2-4 Spieler angegeben. Aber zu zweit konnte es uns überhaupt nicht überzeugen. Da man bei zwei Spielern niemals 2.000€ erhält, wenn man die entsprechende Markierung überschreitet, ist es anfangs sehr schwierig an Geld zu gelangen. Wer es dann zuerst schafft, das günstige Gelände des „Reef Resort“ zu erwerben und darauf das Hotel und auch die Freizeiteinrichtung zu bauen, wird wahrscheinlich gewinnen. Denn die Einnahmen stehen in keiner Relation zu den Ausgaben, wenn man einen Blick auf die anderen Hotels wirft.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor ist sehr hoch, viel hängt vom Würfelglück ab. Die einzige Entscheidung, welche die Spieler treffen müssen, ist wann sie ihr Geld für den Kauf von Geländen oder Hotels abgeben. Gibt man zu früh zu viel aus, kann man schon pleite sein bevor es richtig losgeht und ausscheiden. Wartet man zu lange, sind vielleicht schon alle Gelände vergeben und mit mindestens einem Hotel versehen.

Fazit:

Dieses Spiel liegt vielen Personen am Herz, weil es Kindheitserinnerungen weckt. Asmodee hat es ermöglicht, dass man dieses Spiel wieder neu im Handel erwerben kann. Wer jedoch noch die alte Ausgabe hat, wird von der neuen Aufmachung eher enttäuscht sein. Die Hotels sehen zwar schön bunt und definitiv moderner aus, aber fallen schnell auseinander, was zu einem gewissen Frust führt. Auch das kniffelige Verstauen der Hotels im Karton schreckt ab, sodass das Spiel nicht häufig wieder auf den Tisch kommen wird. Das Spiel ist zu sehr vom Würfelglück abhängig, alle Spieler verfolgen die gleiche Strategie. Dass hierbei Spieler ausscheiden, ist ein großer Minuspunkt, denn sie können nun solange zusehen, bis sich der Gewinner heraus kristallisiert hat oder man beendet das Spiel ohne einen Sieger zu küren. Daher leider nur 2 Punkte. Das Spiel ist nicht grundsätzlich schlecht, aber das Spielprinzip kam bei uns nicht gut an. Für seine Zeit war Hotel sicher ein guter Vertreter. Ob man es authentisch findet, dass die Regeln und Preise unverändert geblieben sind, oder ob hier eine verhältnismäßige Anpassung notwendig gewesen wäre, muss jeder für sich entscheiden.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Asmodee
Autor(en):
Erscheinungsjahr: 2014
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an Asmodee für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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