Imhotep: Eine neue Dynastie

Imhotep - Eine neue Dynastie Cover

Cover / Foto: Kosmos

So ein Berufsleben kann ziemlich langweilig werden, wenn man tagtäglich immerzu die gleichen Aufgaben erledigt. So wie die Baumeister Imhoteps aus dem alten Ägypten, die zwar jedes Bauwerk in zwei Varianten erschaffen können, aber auch das kann mit der Zeit langweilen. Zum Glück ist eine neue Dynastie angebrochen und die Baumeister müssen nun auch die Wünsche ihrer neuen Herren berücksichtigen. Für jedes Bauwerk stehen ihn dadurch vier mögliche Ausprägungen zur Verfügung, die sie mit ihren Kollegen gemeinsam errichten können. Statt bisher im Grundspiel 32 Kombinationsmöglichkeiten, stehen den Spieler nun ganze 1.024 Möglichkeiten zur Verfügung, die Orte in einer Partie Imhotep zu kombinieren. Und das klingt nun gar nicht mehr so eintönig, oder? Auch die Götter sind davon angetan und belohnen die Baumeister, die ihre Errungenschaften gekonnt vorhersehen können.

 

Spielmaterial:

Diese Erweiterung enthält „more of the same“: Fünf neue, beidseitig bedruckte Orts-Tafeln mit bekannten Beinamen, aber neuen Funktionen und Wertungsmechanismen (Leider ist beim Druck ein kleiner Fehler passiert, die Ortstafel Obelisk zeigt auf beiden Seiten ein C). Es wird etwas mehr Platz benötigt, da die meisten Ortstafel breiter geworden sind.

Dazu werden kleine Holzfiguren wie die Imhotep-Figur bzw. die Streitwagen benötigt. Außerdem einige Stanzteile mit Zahlen, Obelisken-Puzzleteilen und Gerüst-Plättchen. Der Markt wird um 14 Markt-Karten erweitert. Ganz neu sind die Götter-Prophezeihungskarten mit den Skarabäen, die Münzen für den Einsatz am Markt sowie die Obelisken-Karten. Mit den Orts-Tafeln aus dem Grundspiel gibt es jeden Ort nun in vier Varianten, die beliebig miteinander kombiniert werden dürfen.

Imhotep C-Seiten

C-Seiten / Foto: Brettspielpoesie

Markt

Die Märkte bieten weiterhin vier Plätze für Karten. Auf der einen Seite können Goldmünzen eingesetzt werden, um zwei nebeneinander liegende Karten zusammen zu erwerben. Die Rückseite ähnelt der aus dem Grundspiel, nur sind hier zwei Plätze für drei verdeckte Karten, von denen eine behalten werden darf. Als Variante kann vereinbart werden, alle erhaltenen Karten bis zum Ausspielen bzw. Spielende geheim zu halten.

Pyramide

Die Seiten der Pyramide bringen wie auch schon beim Grundspiel entweder nur Punkte ein oder zusätzliche Boni wie Steine oder Karten. Sie werden sofort beim Setzen eines Steins gewertet. Das Gerüst wird nach und nach erbaut, jedes Plättchen bietet Platz für vier Steine. Zudem kommt es zu einer Mehrheitenwertung, wenn ein Plättchen voll ist. Für die Punkte beim Korridor kommt Imhotep zum Einsatz, seine Position gibt die Punktzahl an. Immer wenn ein Spieler zum Steinbruch geht, darf er Imhotep um ein Feld bewegen.

Tempel

Imhotep D-Seiten

D-Seiten / Foto: Brettspielpoesie

Am Ende einer jeden Runde erhalten die Spieler deren Steine beim Tempel des Ra oben liegen die entsprechenden Boni, wie beim Grundspiel. Doch sind hier nur drei Plätze statt 4/5 verfügbar. In der Arena sind die Streitwagen unterwegs, die Plätze für die Steine geben vor, wie weit der Streitwagen bewegt wird. Neben einer Wertung jede Runde, erhalten die Spieler die angegebene Zahl des Feldes, auf dem der Streitwagen bei Spielende steht.

Grabkammer

Auch in den Grabkammern der Erweiterung werden bei Spielende verbundene Steine eines Spielers gewertet. Auf der Vorderseite kann in die Höhe gebaut werden und die Punktzahl wird von der Anzahl Steinen und der Höhe bestimmt. Auf der anderen Seite geben Zahlenplättchen die Positionen vor, an denen pro Runde gebaut werden darf.

Obelisk

Beim großen Obelisken kommen Tetris-Freunde auf ihre Kosten. Für jeden Stein erhält man das angegebene Puzzleteil, welches man direkt auf seiner Obeliskenkarte verbauen muss. Am Ende des Spiels gibt es 2 Punkte pro vollständiger Reihe sowie eine Wertung für die höchsten Obelisken. Bei der Obelisken-Allee stehen fünf Obelisken zur Verfügung, man darf aber immer nur an einem bauen, bis er die angegebene Höhe erreicht hat. Nur dann werden die genannten Punkte vergeben, bei nicht vollendeten Obelisken zählt jeder Stein einen Punkt.

Götter-Prophezeiung

Von den sieben Götterprophezeiungen können drei in einer Partie verwendet werden. Sie geben bestimmte Errungenschaften vor, auf welche die Spieler wetten können, um zusätzliche Punkte zu erlangen. Jeder Spieler erhält zwei Skarabäen, die als neue Aktion eingesetzt werden können, um eine Wette zu platzieren. Umso früher man sich festlegt, desto höher sind die zusätzlichen Siegpunkte. Aber desto höher fallen auch die Minuspunkte aus, sollte man es nicht schaffen.

Fazit:

Die neuen Ortstafeln halte ich für sehr gelungen. Durch sie wird nichts am eigentlichen Spielablauf geändert, aber das Spielgefühl ist ein anderes, da sich jedes Bauwerk ein wenig anders verhält und auf andere Weise zu Punkten und Boni führen kann. Vom Zeitpunkt der Wertung bleiben die meisten Orte jedoch gleich. Die Zwänge des Grundspiels bleiben ebenfalls: Irgendwann muss jeder mal Steine holen und kann in dieser Runde keinen Stein platzieren. Oder wartet man damit, um ein vielleicht noch nicht ganz volles Boot zu einem Ort zu fahren? Man wird eh nicht an allen Orten ordentlich mitmischen können, warum dann nicht die anderen zu weniger lukrativen Orten schicken?

Einzig die Götter-Prophezeiungen sind lediglich ein nettes Goodie für passionierte Zocker, aber nicht zwingend erforderlich. Dadurch dass beliebig viele Spieler auf die gleiche Errungenschaft wetten können, ist kaum Zeitdruck da, außer über die Runden gesehen, da es dann die Punkteausbeute beeinflusst. Aber bei vielen Ereignissen kann man recht früh davon ausgehen sie zu erreichen, daher sind sie fast schon wieder egal und könnten auch problemlos weggelassen werden.

Die neuen Orte wurden vor allem durch Zusatzmaterial bereichert, z.B. die Münzen beim Markt, die Imhotep-Figur im Korridor oder das Baugerüst der Pyramide. Durch dieses zusätzliche Material entstehen ganz neue Möglichkeiten. Mein Favorit bei den neuen Orten ist der große Obelisk, ich liebe es nun mal zu puzzeln. Auch wenn ich dadurch immer die anderen Orte vernachlässige und meine Chance auf einen Sieg verspiele. Andere Orte bringen nun mal regelmäßiger in einer Partie Punkte ein, zum Beispiel die Arena. Dort wird man sogar mit Minuspunkten bestraft, wenn sich der eigene Streitwagen gar nicht bewegt hat. Man kann sich seine Lieblingsorte heraus picken oder einfach wild durchmischen, wie es einem beliebt. Die neuen Orte erfordern eine etwas durchdachtere Herangehensweise, sollten aber auch geübten Imhotep-Familienspielern leicht zugänglich sein. Eine schöne Erweiterung und ein guter Anlass, Imhotep wieder auf den Tisch zu bekommen.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Kosmos
Autor(en): Phil Walker-Harding
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 50 Minuten

Vielen Dank an Kosmos für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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