Isle of Skye

Isle of Skye Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Die Isle of Skye, eine Insel vor der Westküste Schottlands, bestehend aus vielen Wiesen, Gewässern und Bergen, ist bekannt für die Fischerei, die Landwirtschaft und natürlich die Produktion von Whisky. Das alles wurde nun von den Autoren des amtierenden Kennerspiel des Jahres schön verpackt und mit tollen Mechanismen versehen. Folgerichtig  folgte gleich die nächste Nominierung zum Kennerspiel des Jahres 2016. Dabei errichtet jeder sein eigenes Landschaftsgebiet und jede Runde werden unterschiedliche Bedingungen gewertet. Welche das sind kann man am Spielplan ablesen. Die Landschafts-Plättchen werden bei diesem Spiel nicht nur einfach gezogen, sondern müssen erst zum Kauf angeboten werden, bevor irgendjemand ein Plättchen anlegt. Ist der Preis zu hoch, bleibt man darauf sitzen, ist er zu niedrig fehlt vielleicht das Geld bei den anderen Spielern gute Plättchen abzusahnen und man geht in dieser Runde leer aus.

Spielmaterial:

Jeder Spieler erhält seinen eigenen Sichtschirm, der aus drei Teilen schnell zusammen gesteckt und sehr stabil ist. Dazu ein Startplättchen mit einer Burg, einen Hammer und 5 Geld. Der Beutel beherbergt die 78 Landschaftsplättchen, die gut durchgemischt werden. Die vier Plätze der Wertungstafel werden mit vier der 16 Wertungsplättchen belegt und alle Spielsteine der teilnehmenden Spieler starten auf dem Feld 0 des doppelseitigen Spielplans. Vorder- und Rückseite mit sechs bzw. fünf Runden für 2-4  bzw. 5 Spieler. Das restliche Geld wird zur Seite gelegt und schon kann die Partie beginnen.

Spielmechanismus:

Jede Runde startet damit, dass die Spieler reihum jeweils drei Plättchen ziehen und offen vor ihrem Sichtschirm platzieren. Dann legen die Spieler geheim einen Preis für zwei der drei Plättchen fest, indem sie die entsprechenden Geldmünzen dahinter platzieren. Man kann also nur so viel Geld verlangen, wie man selber zur Verfügung hat. Der Hammer wird dem dritten Plättchen zugeordnet. Wenn alle durch sind, werden die Sichtschirme entfernt und Plättchen mit dem Hammer zurück in den Beutel gelegt. Nun hat reihum jeder Spieler die Möglichkeit ein Plättchen bei einem Mitspieler zum angegebenen Preis zu erwerben. Das eigene eingesetzte Geld erhält man zusätzlich zu der Bezahlung des Mitspielers zurück, wenn das Plättchen einen Käufer findet. Für Plättchen die keinen Interessenten gefunden haben muss das Geld in die Bank gegeben und das Plättchen im eigenen Gebiet angelegt werden. Dabei gilt, dass die Gebietsformen Wiese, Wasser und Berg immer aneinander grenzen müssen, Straßen hingegen dürfen im nichts verschwinden und müssen nicht fortgeführt werden. Schriftrollen geben Endwertungs-Bedingungen an, bei denen man am Spielende entsprechend der eigenen Auslage Punkte bekommen kann. Zum Beispiel für die Anzahl Schafe, Leuchttürme oder Whiskyfässer.

Isle of Skye Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Dann wird entsprechend der Auslage auf dem Wertungstafel gewertet und entsprechend Punkte verteilt. In den ersten Runden nur ein oder zwei der Wertungsbedingungen zum Ende hin sogar drei. Dabei werden die unterschiedlichsten Bedingungen geprüft. Es werden Mehrheiten gewertet, also wer über die meisten Whiskyfässer, Schiffe oder Geld verfügt. Man kann auch für abgeschlossene Gebiete, über Straßen an die Burg angeschlossene Symbole oder bestimmte Symbole belohnt werden. Mein Favorit: Ein Punkt je Schaf im eigenen Gebiet 😀

Isle of Skye Wertungsplättchen

Einige Wertungsplättchen / Foto: Brettspielpoesie

Ab der dritten Runde erhalten die zurückliegenden Spieler zusätzlich Münzen für jeden Spieler vor ihnen. Und zwar jede Runde etwas mehr. Zu Beginn jeder Runde bekommen alle Spieler Münzen anhand der Whisky-Fässer, die über Straßen mit der Burg auf dem Start-Plättchen verbunden sind. Dann geht es weiter mit Plättchen ziehen, kaufen und verkaufen sowie verbauen.

Spielende:

Das Spiel endet nach der Wertung der letzten Runde. Es folgt noch die Gesamtwertung, bei der die speziellen Symbole der Schriftrollen auf manchen Plättchen und das übrige Geld belohnt werden. Für Schriftrollen in abgeschlossenen Gebieten gibt es sogar die doppelte Punktzahl! Anschließend steht der Sieger mit den meisten erwirtschafteten Punkten fest, denn nur einer kann vom Häuptling zum König werden, wie der Untertitel besagt.

Spieleranzahl:

Isle of Skye funktioniert auch zu zweit, es spielt sich dann nur etwas anders, weil man eben nur einen Mitspieler hat. Das schränkt die Auswahl an verfügbaren Plättchen ein und man hat nur einen potentiellen Abnehmer. Dafür aber auch nur eine Person, die man im Blick haben muss. Bis auf die Wahl der Spielplanseite, bei dem es für 5 Spieler einen anderen Rundenverlauf gibt, als für 2-4 Spieler, bedarf es keiner weiteren Anpassung.

Glücksfaktor?

Welche Plättchen man pro Runde zieht ist natürlich dem Zufall geschuldet, genauso auch die Wertungsplättchen jeder Partie. Und diese geben vor welche Plättchen besonders lukrativ sind. Im Gegensatz zu anderen Legespielen, zieht man hier drei Plättchen von denen man eines ablegen und die anderen beiden allen Spielern anbieten muss. Die anderen Spieler haben dann die Möglichkeit die Plättchen wegzukaufen, wenn sie bereit sind den angegebenen Preis zu zahlen. Das hält den Glücksfaktor gering. Man muss seine Spieler gut einschätzen können, um die Plättchen nicht zu günstig oder zu teuer anzubieten. Diese Entscheidung sollte auch davon abhängig gemacht werden, zu welchem Zeitpunkt man an die Reihe kommt. Manchmal kann es sich auch lohnen absichtlich weniger Punkte zu erzielen, um einen Ausgleich in der kommenden Runde zu ergattern. Besonders bei knappen Partien kann dies das Zünglein an der Waage sein.

Fazit:

Bei Isle of Skye wurden bekannte Mechanismen zu einem wunderbaren, neuartigen Spiel zusammen gesetzt. Die vielen unterschiedlichen Wertungsplättchen machen den großen Wiederspielreiz aus, da sich jede Partie mit unterschiedlichen Wertungen auch anders spielt. Man muss einen Mittelweg finden, ausreichend Whisky-Fässer für Münzen anzuschließen, bei den Wertungen vorne mitzuspielen und eigene Schriftrollen bestmöglich zu erfüllen. Die Schriftrollen lohnen sich besonders, weil es die Punkte erst am Spielende gibt und nicht während des Spiels, wo Spieler mit weniger Punkten finanziell unterstützt werden. Dieser Vorteil für Spieler die hinten liegen gefällt mir eigentlich nicht besonders, denn warum sollte ich jemanden belohnen, der bisher weniger Punkte erzielen konnte? Aber bei diesem Spiel passt es einfach hinein! Nach einer Partie hat man bereits einen guten Überblick und kommt mit dem Spiel gut zurecht.

Hart gesottene Carcassonne-Fans müssen sich für dieses Spielerlebnis davon lösen, dass Straßen nur an Straßen grenzen dürfen und das Straßen keine Gebiete teilen. Zusammen hängende Gebiete sind nämlich nur geschlossene Berge, Gewässer oder Wiesen, welche komplett von den anderen Landschaftsarten umgeben sind.

Von den drei nominierten Spielen zum Kennerspiel des Jahres ist dies das am wenigsten innovativste aber am besten zugängliche. Ich bin gespannt für wen sich die Jury entscheidet, verdient hätten es alle drei. Im Vergleich zum amtierenden Kennerspiel der beiden Autoren gefällt mir Isle of Skye sogar noch besser.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Lookout Spiele
Autor(en): Alexander Pfister, Andreas Pelikan
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: ca. 60 Minuten

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.