Istanbul

Istanbul Cover

Istanbul Cover / Foto: Pegasus Spiele

Als Händler auf einem türkischen Basar von Ort zu Ort ziehen, Geschäfte machen, gemütlich einen Tee trinken oder die Familie bei der Polizeistation einsammeln und bei all dem möglichst an Reichtum in Form von Rubinen gelangen. Das ist Istanbul, Kennerspiel des Jahres 2014 aus dem Hause Pegasus.

Spielmaterial:

Der Spielplan wird aus 16 Kartonplättchen zu einem 4×4-Raster zusammengesetzt. Dafür gibt es eine Startaufstellung für Anfänger sowie weitere vorgeschlagene Konstellationen. Je nach Lage der einzelnen Orte muss die Taktik angepasst werden, um als Erster an die Rubine zu gelangen. Jeder Spieler erhält einen Händler in der gewählten Farbe als dicke Holzscheibe (auf die vor dem ersten Spiel ein Gesicht geklebt wird) und gleichfarbige Gehilfen als dünnere Scheiben ohne Motiv. In jeder Farbe steht auch ein Familienmitglied als länglicher Spielstein zur Verfügung, sowie ein schwarzer und ein violetter Spielstein mit Aufklebern. Zudem gibt es rote Plastiksteine als Rubine, Moscheeplättchen und kleine Bonuskarten. Jeder Spieler bekommt zu dem einen Handkarren mit je vier Warenanzeigern als kleine Holzklötze, aus dem drei Warenreihen zu Beginn herausgelöst werden. Diese können im Laufe des Spiels gegen Lira erworben und wieder eingesetzt werden. Die Lira sind als Geldplättchen aus Karton mit den Werten 1, 5 und 10 verfügbar. Nachfrageplättchen für die Märkte und zwei Würfel komplettieren das Spielmaterial. Es wirkt hochwertig und haltbar.

Spielmechanismus:

Alle Spieler beginnen gemeinsam auf dem Brunnenplättchen mit seinem Händler und den darunter liegenden Gehilfen, vor jedem Spieler liegt ein Karren mit zwei Plätzen je Ware, eine Bonuskarte und 2 bzw. 3 Lira. Vom aktuellen Ort aus muss ein Spieler mit seinem Scheibenturm aus Händler und Gehilfen pro Runde 1 oder 2 Felder weiterziehen, diagonal ist dabei nicht erlaubt. Auf jedem Feld, kann er sich nun entscheiden ob er einen Gehilfsmann dort hinterlässt und die Aktion des Feldes ausführt oder den Zug beendet. Ist auf dem Feld bereits ein Gefolgsmann, kann er diesen wieder unter seinen Scheibenstapel nehmen und beim Verlassen des Ortes mitnehmen. Jeder Ort hält eine andere Aktion bereit: In den Lagern können Waren aufgefüllt, in den Moscheen Moscheeplättchen für Sonderaktionen gekauft, auf den Märkten Waren verkauft, in der Teestube das Würfelglück herausgefordert werden, usw.  Alternativ kann ein Spieler am Brunnen jederzeit alle seine Gefolgsleute auf einmal zurückholen. Ist bereits ein anderer Händler auf dem Ortsfeld (außer dem Brunnen), muss der aktive Spieler diesem zwei Lira zahlen, wenn er die Aktion nutzen möchte. Und dann gibt es ja noch den schwarzen bzw. lilafarbenen Spielstein, sie stellen Schmuggler und Gouverneur dar. Trifft man auf den ersteren kann man eine Ware seiner Wahl gegen eine andere Ware oder 2 Lira tauschen. Der Gouverneur ermöglicht einem das Nachziehen einer Bonuskarte, die man gegen eine Karte seiner Hand oder 2 Lira eintauschen darf. Nutzt man diese Aktionen, muss man anschließend mit beiden Würfeln die neue Position der jeweiligen Figur erwürfeln.

Von den Moscheeplättchen sind je Art vier Stück im Spiel, für das erste Plättchen muss man zwei bestimmte Waren haben und eine setzen, für das nächste Plättchen drei usw.. Diese Moscheeplättchen bringen dem Spieler eine dauerhafte Bonusaktion:

  • Einen weiteren Gehilfen
  • Einmalig pro Zug einen Gehilfen für 2 Lira zurückholen
  • Einmalig pro Zug im Lager eine beliebige Ware für 2 Lira hinzukaufen
  • Einen Würfel zu einer 4 machen bzw. noch einmal würfeln.

Ein Spieler kann auch jederzeit Bonuskarten von seiner Hand spielen, die ihm einen bestimmten Vorteil bringt. Zum Beispiel darf er mit der richtigen Bonuskarte einmalig auf einem Feld stehen bleiben oder sogar 3-4 Felder weiterziehen. Oder er darf am kleinen Markt beliebige Waren verkaufen, oder an einem Ort die dortige Aktion doppelt ausführen.

Zusätzlich hat jeder Spieler ein Familienmitglied, welches zu Beginn in der Polizeistation steht. Als Aktion dieses Ortes kann man sein Familienmitglied auf einen beliebigen Ort setzen und die Aktion dieses Ortes ausführen. Der Vorteil ist dabei, dass man keine Strafe an dort bereits stehende Händler zahlen muss. Wenn man auf einen Ort kommt, an dem ein Familienmitglied eines anderen Spielers steht, schickt man dieses zurück zur Polizei und erhält als Belohnung drei Lira oder eine Bonuskarte.

Rubine bekommt ein Spieler auf folgende Arten:

  • Beide Moscheeplättchen einer Moschee besitzen
  • Den Karren vollständig erweitert haben
  • Gegen Geld beim Juwelenhändler
  • Gegen Ware beim Sultanspalast
Istanbul Spielaufbau

Spielaufbau / Foto: Pegasus

Spielende:

Es gewinnt der Spieler, der zuerst fünf (sechs bei 2 Spielern) Rubine besitzt. Dann wird die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt und gewertet. Kommt es am Ende der Runde zu einem Gleichstand, gewinnt der Spieler mit den meisten Lira.

Glücksfaktor?

Dieses strategische Kennerspiel hat einen geringen Glücksfaktor. Natürlich hat manch einer mehr Würfelglück oder schafft es als Erster zu besonderen Orten, aber ohne eine Strategie, welche Wege man geht, wo man Gehilfen hinterlässt oder wieder einsammelt, wird man dem Sieg nicht allzu nah kommen.

Spieleranzahl:

Dieses Spiel kann mit 2-5 Spielern gespielt werden. Bei zwei Spielern wird die Hälfte der Moscheeplättchen aussortiert und man muss einen Rubin mehr zum Sieg sammeln. Es liegen nur zwei Moscheeplättchen jeder Art bereit. Für die man zwei bzw. vier Waren benötigt. Außerdem werden die übrigen  Händler ebenfalls auf den Spielplan gesetzt. Zieht man trotzdem auf ein solches Feld und will die dortige Aktion ausführen, müssen zwei Lira Strafe in den Vorrat bezahlt werden. Dadurch ist der Spielspaß unabhängig von der Spieleranzahl, lediglich die taktische Ausrichtung ändert sich ein wenig. Mit mehreren Spielern findet außerdem mehr Interaktion statt, da man häufiger auf andere Händler treffen kann und sich überlegen muss, ob man die Strafzahlung an den Gegner in Kauf nimmt oder andere Wege einschlägt. Für das 2-Spieler-Spiel findet man sogar eine anspruchsvollere Variante in der Spielanleitung, bei der ein weiteres Plättchen einer neutralen Spielfarbe eingesetzt werden, auf die beide Spieler zurückgreifen können.

Fazit:

Der Einstieg in das Spiel dauert ein wenig, aber wenn man erst einmal den Spielablauf verstanden hat, macht es ordentlich Spaß. Durch die variable Anordnung der Orte bleibt es auch auf Dauer spannend. Das Thema finde ich sehr gut getroffen, man bekommt wirklich das Gefühl auf einem türkischen Markt unterwegs zu sein.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Pegasus Spiele
Autor: Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2014
Spieleranzahl: 2-5 Spieler
Dauer: 40 – 60 Minuten

Ähnliche Artikel:

2 Gedanken zu “Istanbul

  1. Pingback: Istanbul – Mokka & Bakschisch | Brettspielpoesie

  2. Pingback: Istanbul – Brief & Siegel | Brettspielpoesie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.