Istanbul – Mokka & Bakschisch

Istanbul - Mokka und Bakschisch Cover

Cover / Foto: Pegasus Spiele

Mokka, auch als Türkisch-Arabischer Kaffee bekannt, steht für einen gewürzten Kaffee, der auf besondere Art und Weise aufgegossen und erhitzt wird. Bakschisch, klingt fremd, was genau ist damit gemeint? Das Wort kommt aus dem Persischen und bedeutet so viel wie Gabe oder Geschenk. Dies sind die beiden Hauptzutaten für die erste der beiden angekündigten Erweiterungen zum Kennerspiel des Jahres 2014 Istanbul. Das Spielfeld wird breiter und eine neue Ware „Kaffee“ kommt hinzu. Damit gibt es auch neue Möglichkeiten an die begehrten Rubine zu gelangen. Doch das ist noch nicht alles. Neue Karten sorgen für mehr Abwechslung. Und in der Taverne kann man gegen einen Bakschisch in bestimmter Höhe zusätzliche Optionen nutzen.

Spielmaterial:

Diese Erweiterung bringt vier neue Ortsplättchen mit, wodurch das Spielfeld auf 20 Orte zu einem 5×4-Raster erweitert wird. Zudem werden die Orte Karawanserei und Wagnerei durch neue Ortsplättchen ersetzt, da sie neue Symbole erhalten haben. Es werden 18 neue Bonuskarten und 20 Gildenkarten mitgeliefert, welche im Grundspiel gar nicht vorkommen. Ein Kaffehändler kommt als neue neutrale Person ins Spiel. Dieser muss zunächst mit einem Sticker beklebt werden. Zusätzlich erhält man einen Stickerbogen als Ersatz für sämtliche Aufkleber des Grundspiels. Wie der Titel es schon verrät, kommt die Ware Kaffee ins Spiel, die als Kaffesäcke aus braunen Holz dargestellt werden. Zu dem neuen Ort Taverne werden Tavernen-Plättchen, ein Bakschisch-Plättchen und eine Holz-Sperre mit zugehörigem Plättchen mitgeliefert. Genauso wie fünf weitere Rubine.

Spielmechanismus:

Der Spielmechanismus bleibt grundsätzlich gleich. Man zieht mit seinem Händler und Gehilfen von Ort zu Ort und kann die dortige Aktion nutzen, wenn man einen Gehilfen abstellt oder einsammelt.

Istanbul Mokka und Bakschisch Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Wagnerei hat ein Symbol bekommen, da es auf einigen neuen Aktionskarten genutzt wird. Bei der Karawanserei erhält man zusätzlich zur Aktion noch einen Kaffee.

Neu ist das Kaffeehaus, welches man mit Kaffee beliefern kann, um einen Rubin zu erhalten. Ähnlich dem Sultanspalast oder dem Edelsteinhändler wird der Kauf mit jedem Rubin teurer. Doch das ist nicht die einzige Option, was man mit Kaffee in Istanbul alles anstellen kann.

In der Kaffeerösterei kann man bis zu 6 Kaffee erhalten. Man kann dort nämlich 2 Lira, 1 Ware und/oder eine Bonus- bzw. Gildenkarte gegen jeweils 2 Kaffee eintauschen. Man darf alle drei Optionen wählen, aber auch nur einzelne. Jede jedoch nur ein Mal pro Zug.

Auch die Gildenhalle ist neu. Sie ähnelt der Karawanserei. Nur das man hier statt Bonuskarten zwei Gildenkarten, ausschließlich vom verdeckten Stapel, nehmen darf [UPDATE 23.09.15] von der man sich eine aussucht und behält. Anschließend muss man eine Gildenkarte ablegen, es muss keine der neu gezogenen sein. [UPDATE ENDE] Die Gildenkarten kann man im späteren Verlauf des Spiels anstelle des Kaufmann-Zugs nutzen. Sie bieten jeweils einen wirklich interessanten Bonus, wie zum Beispiel ein Moschee-Plättchen für nur eine Ware bekommen oder kostenlos eine Handkarren-Erweiterung, Bonus- bzw. Gildenkarten oder Waren einschließlich Kaffee zu erhalten.

Und dann gibt es da noch die Taverne. Dort kann man aus drei Aktionen wählen, für die man jeweils Kaffee einsetzen muss.

  1. Man kann für 2 Kaffee die Sperre einsetzen. Damit bleibt dieser direkte Weg den Mitspielern verboten, man selber darf dort weiterhin lang ziehen und sofort ein Aktion der beiden angrenzenden Plättchen nutzen.
  2. Gegen Abgabe von 1-4 Kaffee erhält man ein Tavernenplättchen seiner Wahl. Jeder Spieler darf beide Plättchen einmalig besitzen. Der Preis stiegt jeweils um einen Kaffee, wenn ein Plättchen genommen wird.
  3. Wenn man vier Kaffee und die auf dem Bakschisch-Plättchen angegebenen Waren abgibt, erhält man einen Rubin. Man darf wählen ob man diesen vom Sultanspalast, Edelsteinhändler oder Kaffeehaus nimmt. Danach wird das Plättchen umgedreht und andere Waren werden benötigt.

Der Kaffeehändler ist die neue neutrale Position. Begegnet man ihm, darf man sich 2 Lira oder eine Ware eintauschen, um einen Kaffee zu erhalten. Anschließend wird analog zu den anderen neutralen Personen die neue Position ausgewürfelt.

Spielende:

Mit dieser Erweiterung wird das Spielende eingeläutet, sobald ein Spieler sechs Rubine besitzt – unabhängig von der Spieleranzahl. Daher auch die weiteren Rubine. Die laufende Runde wird noch zu Ende gespielt.

Spieleranzahl:

Die Erweiterung hat kaum Auswirkungen auf die Spieleranzahl. Es ist nun etwas einfacher an Moschee-Plättchen zu kommen, da man diese mit den Gildenkarten auch bekommen kann, wenn man weniger als die angegebene Anzahl an Waren besitzt. Besonders im 2-Personensppiel muss man also nicht erst vier Waren besitzen, wenn man als zweites solch ein Plättchen haben möchte. Aber dafür muss man erstmal die richtige Gildenkarte ziehen und behalten. Durch das größere Spielfeld kann man sich besonders zu zweit besser aus dem Weg gehen. Durch die Sperre und weitere Bonusaktionen kann das Spielfeld bei mehr Spielern trotz des größeren Spielfeldes enger und bedrängter wirken.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor ändert sich durch diese Erweiterung nicht. Er bleibt gering.

Fazit:

Mokka & Bakschisch ist eine gelungene Erweiterung, für ein zuvor schon sehr gutes Spiel. Es bringt neue Elemente hinein, die gut in das Spielprinzip passen. Die Gildenkarten sind sehr stark, aber dafür verzichtet man auch auf einen Kaufmannszug. Und jeder hat die gleichen Möglichkeiten an Gildenkarten zu gelangen. Um waagerecht von einem Ende zum Anderen zu ziehen, benötigt man nun einen Schritt mehr. Aber dafür kann man gegen Abgabe von Kaffee das Tavernen-Plättchen bekommen, welches es einem ermöglicht geradlinig beliebig weit zu ziehen. Die Mechanismen greifen wunderbar ineinander. Ob man auf die Aktionen des Grundspiels oder die der Erweiterung setzt, ist unerheblich für den Sieg. Beide Strategien können siegreich sein. Der variable Aufbau kann sinnvolle Wege wie im Grundspiel verlängern oder verkürzen, hier sollte man kurzfristig seine Strategie anpassen können. Auch wenn man einen Rubin mehr einsammeln muss, bis das Spielende eingeläutet wird, hat man nicht das Gefühl das die Spieldauer sich verlängert. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Bonuskarten des Grundspiels sind auf den Übersichtsplättchen beschrieben, die Aktionen der neuen Bonuskarten muss man zunächst in der Regel nachlesen, bis man diese verinnerlicht hat. Aber darüber kann man hinweg sehen, also ganz klare Kaufempfehlung – nicht nur für Kaffee-Trinker 😉

Wertungsnote 6/6

Verlag: Pegasus Spiele
Autor(en): Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: ca. 40 – 60 Minuten

Vielen Dank an Pegasus Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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