Karuba

Karuba Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Karuba ist ein weiterer Titel der neuen Familienspiel-Serie von Haba. Rüdiger Dorn, der seine größten Erfolge bisher sicherlich mit Las Vegas und Istanbul hatte, schickt die Spieler nun auf Schatzjagd in den tiefen Dschungel. Dabei versuchen 2-4 Spieler die besten Wege vom Strand, wo sich die Abenteurer befinden, zu den Tempeln im Dschungel zu errichten und mit den eigenen Abenteurern als Erster die Tempel mit den wertvollen Schätzen aufzusuchen. Dafür hat jeder Spieler sein eigenes Tableau. Karuba ist jedoch mehr als ein Multiplayer Solitär-Spiel, für das man es auf den ersten Blick halten könnte.

Spielmaterial:

Jeder Spieler erhält einen identischen Spielplan, die gleichen 36 Dschungelplättchen und je vier Abenteurer-Figuren und Tempel in vier verschiedenen Farben. Die Spielertableaus sind, genau wie die Plättchen, qualitativ gut aus starker Pappe, sodass sie sich nicht durchbiegen sollten. Ebenfalls aus stabiler Pappe sind die Tempelschätze, je vier in jeder der vier Farben. Diese sind verschieden groß, je größer desto höher sein Wert. Die Abenteurer und Tempel werden durch hochwertige Holzfiguren dargestellt. Die Anleitung ist sehr gut gegliedert, am Ende findet man eine Seite mit der Kurzanleitung für einen schnellen Wiedereinstieg. In der Mitte, bevor der englische Teil der Anleitung beginnt, hat man, wie schon bei Spookies, die Möglichkeit Partien und Spielstände zu dokumentieren.

Spielmechanismus:

Zunächst setzen die Spieler gemeinsam die Abenteurer und die Tempel. Und zwar alle an die gleichen Stellen auf ihrem Tableau, reihum darf ein Spieler die Orte bestimmen. Ein Spieler wird als Expeditionsleiter auserkoren. Er mischt alle seine Dschungelplättchen während die Mitspieler ihre Plättchen für den schnellen Zugriff sortiert um den eigenen Spielplan platzieren. Pro Zug deckt der Expeditionsleiter das oberste Plättchen auf und verkündet dessen Zahl. Alle Spieler nehmen ebenfalls dieses Plättchen auf und können nun eine von zwei Aktionen ausführen: Entweder auf dem eigenen Spielplan platzieren oder einen Abenteurer bewegen.

Plättchen müssen dabei nicht angrenzend angelegt werden und Wege dürfen im Nichts enden. Die Richtung der Plättchen darf jedoch nicht verändert werden, die Zahl muss aufrecht lesbar sein. Zeigt das Plättchen einen Kristall oder Gold wird das entsprechende Steinchen sofort auf dem Plättchen platziert.

Wenn ihr einen Abenteurer bewegen wollt, geben die Wege auf dem Plättchen die Anzahl der maximalen Bewegung vor. Je nachdem wie viele Ein- bzw. Ausgänge das Plättchen hat kann man sich bewegen, also 2, 3 oder 4 Plättchen weit. Das Plättchen wird anschließend abgelegt. Diese Anzahl darf auch unterschritten werden, es kann mit jedem Plättchen aber nur genau ein Abenteurer bewegt werden. Zurückzugehen ist erlaubt, die Abenteuer können aber zu keinem Zeitpunkt auf einem Feld sein, überholen und kreuzen ist somit nicht erlaubt. Stoppt der Abenteuer auf einem Feld mit einem Diamant oder Gold, darf er diesen an sich nehmen.

Sobald ein Abenteurer einen Tempel erreicht, nimmt sich der Spieler dazu den obersten Tempelschatz. Kommen mehrere Spieler im gleichen Zug am selben Tempel an, bekommen beide jeweils diese Punkte.

Karuba Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Das Spiel endet sofort, sobald entweder das letzte Dschungelplättchen aufgedeckt und genutzt wurde oder ein Spieler seinen letzten Abenteurer zum Tempel geführt hat. Die Spieler zählen die Werte ihrer Schätze, Kristalle und Goldklumpen zusammen. Der Abenteuer mit dem höchsten Wert gewinnt die Partie Karuba.

Spieleranzahl:

Die Spieleranzahl beeinflusst die Anzahl der Tempelschätze. Zu zweit sind nur die beiden Schätze mit den Werten 3 und 5 pro Farbe im Einsatz, bei 3 Spielern kommt der Wert 2 hinzu und bei 4 Spielern der Wert 4. Umso mehr Spieler teilnehmen, desto höher ist der Konkurrenz-Kampf um die Tempelschätze, aber auch zu zweit macht es Spaß.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor ist bei Karuba nicht unerheblich, denn viel hängt davon ab in welcher Reihenfolge die Plättchen aufgedeckt werden. Doch dies wirkt sich auf alle Spieler gleichermaßen aus. Dann entscheidet jeder Spieler für sich, wie er das Plättchen einsetzt bzw. wo er seine Aktion ausführt. Sobald man die ersten Plättchen gelegt hat, sind die möglichen Wege oft schon sehr eingeschränkt. Kommt dann nur Unpassendes, muss man sich überlegen, wie man noch das Beste aus der Situation machen kann.

Fazit:

Mit Karuba hat Haba den Sprung zu Familienspielen ganz klar geschafft. Es fordert die Spieler schon mehr als Spookies, ist aber dennoch so ausgerichtet, dass die Spieler langsam an die Thematik herangeführt werden. Dadurch, das alle Spieler gleichzeitig ihre Plättchen legen, entsteht kaum Downtime. Meist werden zumindest die ersten Plättchen noch analog gelegt. Besonders für Kinder kann dies eine gute Hilfestellung sein, bis sie selbst ein Gefühl dafür bekommen. Durch die Wahl, ob man ein Plättchen anlegt oder die Bewegung nutzt, werden sich die Wege jedoch meist im weiteren Spielverlauf unterscheiden. Nicht selten kommt es vor, dass die Spieler dann versuchen wollen, es besser zu machen als die Mitspieler. Sich also ihre eigenen Wege suchen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Was hierbei jedoch fehlt, ist ein Startspieler-Marker, denn wenn zwei Spieler kurz vor dem gleichen Tempel stehen, das aktuelle Plättchen aber an anderer Stelle perfekt passen würde, entscheidet man sich oft anhand der Aktion des Mitspielers. Wenn dieser seine Entscheidung ändert, ändert man die eigene Entscheidung auch. Es gibt keine Regelung in welcher Reihenfolge man sich entscheiden muss.

Kleine Fehler werden bei Karuba verziehen, denn sollte es passieren dass die Wege zum Tempel nicht mehr erreichbar sind (und das passiert schneller als man denkt, auch bei geübten Spielern, z.B. weil man sich zu sehr auf die anderen Abenteurer konzentriert), kann man noch versuchen mit Kristallen und Gold seine Siegpunkte zu erhöhen, um im Rennen um den Sieg weiter eine Rolle zu spielen. Eines hat Haba damit auf jeden Fall geschafft: Bei einer Partie bleibt es nur selten. In meinen Augen ein heißer Anwärter auf den Titel Spiel des Jahres.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Haba
Autor(en): Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 40 Minuten

Vielen Dank an Haba für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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