Knister

Knister Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Der Nürnberger Spielkarten-Verlag versucht dieses Jahr vor allem älteren Spielen neues Leben einzuhauchen. Dabei kam unter anderem Knister, eine Neuauflage von Würfel-Bingo, heraus. Erstmalig 2007 bei Ravensburger erschienen, schaffte es das kleine Würfelspiel im Erscheinungsjahr sogar auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres. Im verflixten siebten probierte der Verlag Schmidt Spiele eine Wiederbelebung, obendrauf gab es eine Variante mit größerem Raster. Und jetzt, 2017, versucht der NSV sein Glück. Wie ich hörte, war es auf der Spiel in Essen neben The Game – Face to Face besonders gefragt. Die Schachtel verspricht „KNISTER…zündet sofort!“, ob das auch bei uns der Fall war, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Spielmaterial:

2 dunkelrote Würfel und ein dicker Wertungsblock. Zum Eintragen der Zahlen werden Stifte benötigt, die nicht enthalten sind.

Spielmechanismus:

Einer würfelt, alle tragen die Summe der Augenzahlen beider Würfel in einem beliebigen, freien Feld des eigenen Wertungszettels ein. Punkte gibt es für gleiche Zahlen (z.B. Drilling, Full House) oder aufeinanderfolgende Zahlen in Spalte, Reihe oder Diagonale. Bei der Diagonalen werden die erzielten Punkte sogar verdoppelt. Bei der Straße, also den aufeinanderfolgenden Zahlen, werden Reihen ohne die statistisch am häufigsten gewürfelte Zahl 7 besser belohnt. Jede gewürfelte Zahl muss eingetragen werden, es darf nicht gepasst werden.

Knister Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Nach 25 Runden haben alle ihren Wertungszettel ausgefüllt und berechnen ihre Punkte. Sieger ist der Spieler mit der höchsten Punktzahl.

Spieleranzahl:

Solo kann versucht werden, den persönlichen Highscore zu schlagen, es gibt auch eine Einstufung wie gut ein bestimmter Punktebereich anzusehen ist. Das Spiel kann im Prinzip mit beliebig vielen Leuten gespielt werden, jeder bekommt einen Zettel und benötigt einen Stift. Bei den Vorgängern gab es anstelle des Wertungsblocks wieder beschreibbare Tableaus, wodurch eine Limitierung auf vier bzw. später auf fünf Personen entstand.

Glücksfaktor?

Fortuna hat einen großen Einfluss auf den Spielverlauf und das Endergebnis. Man kann zwar versuchen vorausschauend zu planen und Reihen für bestimmte Kombinationen lange offen lassen, aber wenn die Würfel nicht wie gewünscht fallen, hat man schlicht und ergreifend Pech. Die Spielzeit ist angemessen kurz, für den hohen Glücksanteil.

Fazit:

Der neue Name gefällt mir wesentlich besser, als das Original. Mit Bingo hat das Spiel nämlich gar nichts am Hut, der Titel schreckt eher ab. Das Spiel selbst kann ich leider nicht wirklich weiter empfehlen, bei mir hat es einfach nichts ausgelöst. Jeder trägt nur Zahlen auf seinem Zettel ein, nachdem ein Spieler gewürfelt hat – Interaktion? Fehlanzeige! Der Vorgänger mit dem Titel Würfel-Bingo schaffte es sogar auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres 2007, nun frage ich mich, ob ich etwas bei diesem Spiel übersehe? Vielleicht hat es auch einfach den Zenit überschritten. Denn mittlerweile gibt es Spiele wie Qwixx, Qwinto oder Noch Mal, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren, dabei jedoch mehr Interaktion und mehr Optionen bieten. Hier wäre höchstens zu nennen, dass sich Knister gefühlt noch flotter spielt. Bei Knister tragen alle die gleichen 25 Zahlen ein, die Positionen davon entscheiden über die Punkte und somit über Sieg und Niederlage. Das haut mich einfach nicht vom Hocker. Wer sich zunächst selbst ein Bild machen möchte, kann die Online-Version von Würfel-Bingo bei Hall9000 nutzen, das Spiel hat sich nämlich nur optisch/haptisch verändert.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Nürnberger Spielkarten-Verlag
Autor(en): Heinz Wüppen
Erscheinungsjahr: 2017 (2007)
Spieleranzahl: 1 – 12 Spieler
Dauer: ca. 15 Minuten

Vielen Dank an den Nürnberger Spielkarten-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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