Kompliment für einen Brettspieler

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Mit Hobbies ist das immer so eine Sache. Menschen mit gleichen Hobbies verstehen sich oft auf Anhieb gut, andere können und wollen so manches Hobby nicht verstehen. Lange bevor ich in die Welt der Brettspiele zurück gefunden habe, wurde ich Fußballfan, einer der kein Heimspiel mehr verpasst und wenn immer möglich, auswärts mit dabei ist. Das können viele Menschen nicht nachvollziehen. Wie man alle zwei Wochen Stunden auf der Autobahn, in Zügen oder Bussen verbringen kann, nur für 90 Minuten Fußball. Ab und zu stellt man sich auch selbst die Frage, warum man sich das immer wieder „antut“, aber wenn man dann mal wieder ein Spiel vor dem Fernseher verbringen muss, weiß man warum. Man will mitfiebern, seinen Frust verbal heraus lassen können und mit Fans und Mannschaft Siege feiern und bei Niederlagen zusammen stehen. Nur durch dieses Hobby bin ich zu meiner zweiten Familie gekommen, der Fanclub, in dem ich vor einigen Jahren ganz herzlich aufgenommen wurde. Seither hat sich alles ein wenig verändert, wir sind alle älter geworden, Familien wurden gegründet, Fußball ist nicht mehr alles im Leben. Und doch freue ich mich immer wieder, wenn wir als Fanclub mal wieder gemeinsam etwas unternehmen.

So wie am vergangenen Wochenende. Nach einem Kurztrip zum DfB-Pokalfinale der A-Jugend in Berlin trafen wir uns zum gemeinsamen Grillfest. Für unser zweites große Hobby, die Brettspiele, haben nämlich auch nicht alle Verständnis. Einige unserer Freunde waren leicht für Spiele zu begeistern, andere halten davon nicht so viel. „Kinderkram!“, „Keine Zeit dafür!“,“Das ist einfach nix für mich!“ sind da so Standard-Ausreden. Dennoch nutzen wir immer wieder solche Abende, um zu fortgeschrittener Stunde ein Spiel einzustreuen. In diesem Jahr hatten wir das Kneipen-Quiz, Krazy Wordz, Tempel des Schreckens und Die fiesen 7 dabei. Es  war schon etwas später, die Sonne war bereits untergegangen, als sich der richtige Moment bot, ein Spiel hervor zu holen. Wir entschieden uns für das Kneipen-Quiz, das richtige Ambiente hatten wir bereits 😎 Wir starteten auf mittleren Schwierigkeitsgrad und gewannen haushoch. Sofort wurde eine weitere Runde gefordert, dieses Mal gleich auf dem höchsten Level. „In your Dreams“ nennt sich dieser. Und das war es im wahrsten Sinne des Wortes, denn von einem Sieg blieben wir weit entfernt. Ich wollte ein anderes Spiel vorschlagen, doch niemand wollte aufhören die Fragen zu beantworten. Alle beteiligten sich, es wurde diskutiert, Jubel kam bei richtigen Lösungen auf und es wurde sich schwarz geärgert, weil man das doch hätte wissen müssen. So ging es weiter, bis sich die Runde auflöste.

Das große Kompliment kam dann am Folgetag. Der Gastgeber sagt immer wieder, wie wenig er mit Spielen anfangen kann, doch er bedankte sich für das Mitbringen. Es war eine tolle Idee und dadurch endete die Feierlichkeit sehr entspannt und interessant. Vielleicht gerade weil es ein kooperatives Spiel war, bei dem es keine einzelnen Verlierer gab. Mehr Lob kann man als Brettspieler doch gar nicht bekommen, als dass sich ein Nicht-Spieler für das Mitbringen eines Spiels bedankt! 😀

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