Life is Life

Life is Life Cover

Cover / Foto: Nürnberger Spielkartenverlag

Das kleine, kooperative Kartenspiel The Game vom Nürnberger Spielkartenverlag schaffte es 2015 auf die Nominerungsliste zum Spiel des Jahres. 2016 geht eben dieser Verlag wieder mit einem Kartenspiel, dieses Mal allerdings kompetetiver Natur, an den Start. Bei Life is Life müssen Tierarten vor dem Ertrinken gerettet werden. Ans Schwimmen wird man dabei nicht nur von der Aufmachung her erinnert, auch das Spielprinzip hat mit dem altbekannten Kartenspiel Schwimmen viel gemeinsam, stammt vermutlich von ihm ab. Kann dieses Kartenspiel mit den niedlichen Tierkarten in die Fußstapfen von The Game treten?

Spielmaterial:

90 Karten und ein kleines, beidseitig bedrucktes Regelblatt stellen das Spielmaterial dar. Typisch Nürnberger Spielkartenverlag. Die Karten unterteilen sich in fünf Info-Karten mit Vor- und Rückseite, 25 Lebenskarten mit einem am Strand sitzenden Albatros und 90 Tierkarten. Diese unterteilen sich in 10 verschiedene Tierarten mit den Werten von 3-9, wobei der Wert auch die Anzahl angibt. Zu den Werten 5, 6 und 7 gibt es jeweils zwei verschiedene Tierarten.

Spielmechanismus:

Das Spielprinzip ist schnell erklärt. Die Auslage besteht aus 10 Tier-Karten in vier Reihen, wobei jede Reihe eine Karte mehr enthält (1-2-3-4). Jeder Spieler erhält ebenfalls 10 Karten auf die Hand. Wer am Zug ist, hat zwei Möglichkeiten. Entweder eigene Handkarten mit der gleichen Anzahl Karten einer Reihe tauschen oder klopfen. Hat ein Spieler geklopft, kommt jeder andere Mitspieler noch genau einmal an die Reihe.

Life is Life Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Anschließend wird gewertet. Und zwar wird für jede Tierart überprüft, wer die alleinige Mehrheit an Karten besitzt. Dieser erhält den Wert der Tierkarte als Punkte, haben mehrere Spieler gleich viele Karten einer Sorte, gehen alle leer aus. Sobald nur noch zwei Spieler dabei sind, braucht man von jeder Tierart mindestens zwei Karten für die Mehrheit. Wer nach der Wertung die meisten Punkte erzielen konnte, kommt unbeschadet davon, der mit dem geringsten Gesamtwert verliert zugleich zwei Leben, alle anderen eines. Im seltenen Fall das alle Spieler den gleichen Punktwert haben verliert niemand ein Leben.

Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit eine Runde zu beenden und zwar mit einem Sudden Death. Hat ein Spieler nach dem Kartentausch nämlich alle vier Katzen, alle fünf Schweine oder alle fünf Hasen auf der Hand, gewinnt er sofort und alle anderen geben ein Leben ab. Die aktuelle Runde endet. Die Karten werden erneut gemischt, verteilt bzw. ausgelegt und die nächste Runde startet.

Vom Verlag wird eine Profi-Variante mitgeliefert, bei der nur die beiden Tierarten mit Wert fünf einen Sudden Death herbei führen und der Gewinner beim Sudden Death ein Leben zusätzlich erhält. Bei Spielkult habe ich noch über eine taktische Hausregel gelesen, bei der man die Karten nicht nur in Reihen, sondern auch in Spalten wählen darf. Das bietet ganz neue Möglichkeiten und man muss auch beim Tauschen darauf achten, in welcher Reihenfolge man seine Karten legt.

Spielende:

Sobald nur noch ein Spieler im Spiel ist, hat dieser die Partie gewonnen.

Spieleranzahl:

Das Spiel eignet sich für 3-5 Spieler gleichermaßen. Bei weniger als fünf Spielern ist ein Sudden Death unwahrscheinlicher, weil nicht mehr alle Karten ins Spiel kommen und das Spiel wird weniger berechnbar, da nicht alle Karten im Spiel sind.

Glücksfaktor?

Nur wenn die maximale Anzahl von 5 Spielern dabei ist, werden alle Karten verwendet. Sobald der erste aussteigen muss, kann man sich nicht mehr sicher sein, wie viele Karten jeder Sorte überhaupt im Spiel sind. Das erhöht den Glücksfaktor, da man weniger planen kann.

Fazit:

Das Artwork ist total klasse. Die Tiere, die sich vor dem Ertrinken retten wollen, sind sehr liebevoll und niedlich gestaltet. Das Spielprinzip leider weniger. Es bringt nichts Neues an den Tag, die Mechanismen sind bereits bekannt. Die Runden sind schnell gespielt, die Auswertungen sind dabei ein spannender Teil der Runden. Reichen meine (wenigen) Karten für die Mehrheit aus, oder nicht?

Bei Life is Life scheiden nacheinander Spieler aus. Bis der Sieger feststeht, können sie dann nur noch zu gucken, das ist immer unvorteilhaft für einen Spieleabend. Auch wenn die Regel, dass der letzt platzierte Spieler zwei Leben abgeben muss, für einen schnellen Sieg bei zwei übrigen Spielern sorgen kann. Andererseits sind zwei Leben abzugeben im Duell meist spielentscheidend, worüber man sich ärgern kann, wenn man der Verlierer ist. Die Dauer des Spiels hängt ebenfalls von der Anzahl Spieler ab und kann auch auch locker unter 30 Minuten bleiben. Selbst in Partien mit fünf Spielern wurde bei uns nur selten mehr als zwei Mal pro Spieler die Karten getauscht, weil immer jemand das Gefühl hat, besser kann es nicht mehr werden.

Wer gerne Kartenspiele wie Schwimmen spielt, der bekommt hier tolle neue Karten um ein ähnliches Spielprinzip in toller Aufmachung spielen zu können. Dann geht der Einstieg auch ganz fix. Alleine für die niedlichen Tierkarten lohnt sich das schon fast. Wer mit dieser Art Kartenspiele aber generell wenig anfangen kann, sollte lieber die Finger davon lassen.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Nürnberger Spielkartenverlag
Autor(en): Lorenz Kutschke
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 3 – 5 Spieler
Dauer: ca. 30 Minuten

Vielen Dank an den Nürnberger Spielkartenverlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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