Ligretto²

Ligretto² Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Ligretto – Das schnelle Kartenspiel. Da werden Kindheitserinnerungen wach! Ligretto habe ich als Jugendliche hoch und runter gespielt, ohne dass es langweilig wurde. Nun habe ich den Klassiker als 2-Spieler-Variante auf dem Flohmarkt finden können und wollte den Spielspaß von früher wieder erleben. Skeptisch war ich schon, denn das normale Ligretto kann ja erst ab drei Spielern gespielt werden und zeichnete sich ja immer durch die Interaktion miteinander aus. Ob diese Spielvariante die Erwartungen erfüllen konnte, lest ihr in folgender Rezension.

Spielmaterial:

Es gibt zwei Kartensets mit unterschiedlicher Farbe der Rückseite (blau und rot) zur Unterscheidung, wem welche Karten gehören. Die Sets bestehen aus jeweils 10 Karten in den Farben blau, grün, gelb und rot sowie 9 Jokerkarten. Diese sind neu und existieren beim normalen Ligretto-Kartenspiel nicht. Zudem gibt es eine Wertungskarte und einen Clip um die aktuelle Wertung zu markieren.

Spielmechanismus:

Die Spieler müssen ihre Karten zuerst einteilen. 10 Karten werden mit der Zahlenseite nach oben als Stapel bereit gelegt. Diesen nennt man Ligretto. Daneben werden fünf Karten offen ausgelegt. Die restlichen Karten sind die Handkarten. Ziel des Spiels ist es, den Ligretto verschwinden zu lassen. Dafür werden in der Spielmitte von beiden Spielern Ablagestapel errichtet. Und zwar beginnen solche Stapel mit einer 1 und dann darf in dieser Farbe jeweils der höhere Wert darauf gelegt werden. Es werden jedoch alle Ablagestapel von den Spielern gemeinsam genutzt. Wenn beide eine Karte auf den gleichen Ablagestapel legen wollen, hat der Langsamere das Nachsehen. Der Spieler darf jederzeit wählen ob er eine Karte von seinem Ligretto, der Auslage daneben oder aus der Hand spielt. Wälht er eine Karte aus der Auslage, wird diese sofort mit einer Karte vom Ligretto wieder aufgefüllt. Kann er keine Karte vom Ligretto oder der Auslage regelkonform spielen, darf er seine Handkartne nutzen. Dazu deckt er die jeweils dritte Karte auf und darf diese ablegen, wenn möglich. Auch die nun oben liegende Karte darf er verwenden, wenn es ihm möglich ist. Ansonsten muss er in Dreierschritten weiter aufdecken. Ist er den Stapel einmal komplett durchgegangen, darf er diesen mischen und wieder in Dreierschritten aufdecken. In der Mitte dürfen beliebig viele Stapel in beliebigen Farben eröffnet werden. Hat ein Stapel die 10 erreicht, kann jedoch nichts mehr darauf abgelegt werden.

Ligretto² Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Wenn aus der Kehle eines Mitspielers „Ligretto!“ ertönt und er seinen Ligretto aufgebraucht hat, ist eine Runde zu Ende. Der andere Spieler darf nun keine weitere Karte mehr legen. Es werden die Karten aus der Mitte nach Rückseiten sortiert und gezählt. Jede Karte, die ein Spieler auf einem Ablagestapel platzieren konnte, zählt einen Punkt. Der Spieler, welcher die Runde nicht beendet hat, muss nun die Anzahl der Karten in seinem Ligretto ermitteln, mit zwei multiplizieren und von den Siegpunkten abziehen. Wer danach mehr Punkte hat, gewinnt die Runde. Mit Hilfe der Wertungskarte kann man nun ein komplettes Duell spielen. Dabei verschiebt man den Clip um den Wert 1 auf der Seite des Gewinners. Dies geschieht nach jeder Runde und im „Tauziehen“-Verfahren werden die weiteren Punkte vergeben und genommen, bis einer es schafft drei Punkte nacheinander zu erzielen.

Spieleranzahl:

Diese Version ist ausschließlich für zwei Spieler. Die Jokerkarten sollen lange Pausen vermeiden, wenn eine bestimmte Zahl fehlt, um die Ablagestapel zu erweitern. Aber eben durch diese Joker geht Schnelligkeit verloren, weil bei einem Joker als oberste Karte nicht mehr sofort ersichtlich ist, welcher Wert als Nächstes darauf gelegt werden darf. Die Interaktion mit dem Gegner ist auch viel geringer. Man achtet wesentlich mehr auf seine eigenen Karten, weil der andere Spieler einem meist nicht allzu viel verbaut.

Glücksfaktor?

Wer hat schneller die richtigen Karten auf der Hand um seinen Ligretto zu reduzieren? Dies ist eine reine Glücksfrage. Schnelligkeit kommt zwar auch ins Spiel und entscheidet ob man seine Karten ablegen kann, wenn der Ablagestapel es erlaubt oder ist der andere Spieler schneller. Man kann zwar versuchen, auf den Gegner zu schauen, um Ablagestapel zu nutzen, die er dringend nutzen möchte, aber man sollte in erster Linie zusehen, eigene sinnvolle Karten loszuwerden.

Fazit:

Was als großartiges Spiel in Erinnerung geblieben ist, kann heutzutage in dieser Variante nicht mehr überzeugen. Vielleicht weil die Reaktionsfähigkeit im Alter abnimmt. Möglicherweise aber auch, weil man es immer mit vielen Leuten gespielt hat und das dadurch entstandende Chaos den Reiz ausgemacht hat. Zu Zweit bleibt davon wenig übrig. Die Joker verlangsamen das Spiel und es wird schnell nervig, immer erst herausfinden zu müssen, welchen Wert und welche Farbe der Joker repräsentiert. Leider nicht sehr empfehlenswert und vielleicht auch ein Grund dafür, dass diese Ligretto-Variante nicht mehr produziert wird.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Schmidt Spiele
Autor(en): Michael Michaels
Erscheinungsjahr: 2004
Spieleranzahl: 2 Spieler
Dauer: 14 -20 Minuten

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