Longhorn

Longhorn Cover

Cover / Foto: Hutter + Trade

Huch&friends haben den Vorgänger zum erfolgreichen Spiel „Five Tribes“, aus dem Jahre 2013, nach Deutschland gebracht. Es ist das Jahr 1870 in Texas, Rinder gibt es an jeder Ecke. Die Spieler schlüpfen dabei in die Rollen der gefürchteten Banditen Eagle Perkins und Jessie Artist Byrd. Diese versuchen sich gegenseitig beim Stehlen von Vieh fremder Weiden auszustechen.

Spielmaterial:

Dieses Spiel kommt mit einer mehrsprachigen Anleitung, darunter findet man auch die deutsche Variante. Zudem wird ein deutsches Beiblatt mitgesendet, damit man nicht so viel blättern muss. Ansonsten ist es sprachneutral. 9 doppelseitige Landschaftsplättchen bilden den Spielplan. Von den 19 Aktionsplättchen werden 9 verdeckt gezogen und eines auf jedes Landschaftsplättchen gelegt. Die 36 Holzrinder in vier Farben werden entsprechend der Angabe zur Anzahl auf den Landschaftsplättchen darauf verteilt. Der Banditenchip muss vor der ersten Partie beidseitig beklebt werden. Zwei „Wanted“-Plättchen geben an, welcher Spieler welche Person verkörpert.

Spielmechanismus:

Der Startspieler wird durch flippen des Banditenchips ermittelt. Der andere Spieler darf sich ein Feld, auf dem zu Beginn vier Rinder stehen, als Startfeld aussuchen. Nun müssen die Spieler nacheinander alle Rinder einer Farbe auf dem Plättchen abräumen und entsprechend der Anzahl den Banditenchip verschieben und umdrehen. Dabei ist eine Bewegung nur gerade, nicht aber diagonal, erlaubt und auf dem neuen Feld muss sich mindestens ein Rind befinden. Entfernt man die letzten Rinder auf einem Plättchen, wird das Ereignis des dort ausliegenden Aktionsplättchens ausgelöst. Dies kann entweder einen positiven oder negativen Effekt haben. Man bekommt z.B. Gold-Nuggets, darf den Gegner bestehlen oder ist ein weiters Mal am Zug. Aber trifft man auf die Klapperschlange muss man eigene Rinder zurück auf das Spielfeld setzen. Und wenn man das Sheriff-Plättchen aktiviert ist das Spiel verloren, denn beim Vieh stehlen sollte man sich eben nicht erwischen lassen.

Longhorn Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Drei Ereignisse können zum Spielende führen:

  • Ein Spieler hat es geschafft alle Rinder einer Farbe einzusammeln –> Dieser Spieler gewinnt.
  • Ein Spieler hat das Sheriff-Plättchen ausgelöst –> Dieser Spieler verliert.
  • Es ist kein legaler Zug mehr möglich. Jeder Spieler erhält für jedes Rind einer Farbe 100$ pro Rind, das sich noch auf dem Spielfeld befindet. Besitzt man Gold, werden diese Werte dazu addiert. –> Der reichste Spieler gewinnt.

Spieleranzahl:

Es handelt sich um ein reines 2-Personen-Spiel.

Glücksfaktor?

Der einzige Glücksfaktor bei Longhorn ist die Zusammenstellung der Landschafts- und Aktionsplättchen sowie die Bestimmung des Startspielers. Trotzdem hat man weniger taktische Möglichkeiten, als es zunächst scheint. Oft ist man in seinen Zugmöglichkeiten sehr eingeschränkt, man fühlt sich gespielt. Es läuft darauf hinaus, dass man destruktiv spielt und mehr Wert darauf legt, den nächsten Zug des Gegners zu behindern. Oft ist schon einige Runden vor Spielende entschieden wer das Spiel gewinnt, weil die Zug-Optionen derart beschränkt sind.

Fazit:

Bei Longhorn muss man sehr viel planen, um das Spielgeschehen steuern zu können,  wodurch lange Bedenkzeiten entstehen können, die bei diesem relativ kurzen Spiel negativ auffallen. Oft hat man schnell keinen Einfluss mehr darauf, wie das Spiel ausgehen wird. Zwar ist die Spielzeit kurz genug um dies zu kompensieren, aber mich hat es einfach nicht überzeugt. In unseren Testrunden kam es nicht ein einziges Mal zum Spielende, wenn kein legaler Zug mehr möglich war und eine Rinderwertung möglich gewesen wäre. Das der letzte Zug noch komplett beendet wird und dieser Spieler ein Plättchen auslösen kann, wirkt befremdlich. Das wurde bei Five Tribes besser gelöst. Generell würde ich jedem zu Five Tribes raten, auch wenn es komplexer ist und eine Partie mehr Zeit benötigt. Bei kurzen 2-Personen-Spielen würde ich auch lieber zu anderen Spielen greifen.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Blue Orange / Huch & friends
Autor(en): Bruno Cathala
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2 Spieler
Dauer: 15 Minuten

Vielen Dank an Huch & friends für die Bereitstellung eines vergünstigten Rezensionsexemplares!

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