Meine Schafe Deine Schafe

Meine Schafe Deine Schafe Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Eine Legespielvariante mit Schafen, die musste einfach besorgt werden, auch wenn es sie kaum noch im Handel gibt. Dann habe ich den Preisträger des „Jeu de l’Année“ (französischer Spiel des Jahres-Preis) von 2003 bei eBay Kleinanzeigen ergattern können und habe mich über den Verlag gewundert. „Goldsieber“ gehört zum Konzern Simba Toys und ist seit 2002 eine Untergruppe von Noris-Spiele für Autorenspiele.

Spielmaterial:

Das Spielmaterial ist sehr minimalistisch. Neben 77 doppelseitig bedruckten Plättchen findet man lediglich einen Beutel und die Spielanleitung in dem Karton. Die Plättchen sind schöne dicke Kartonplättchen mit liebreizenden Illustrationen, die jedoch besonders anfänglich etwas überladen wirken. Der Beutel ist leider etwas klein geraten, gerade zu Beginn des Spiels ist es schwierig dort die genaue Anzahl Plättchen herauszuziehen, ohne das andere Plättchen ebenfalls herausfallen.

Spielmechanismus:

9 Plättchen werden zu Beginn aussortiert, alle anderen Plättchen mit Schafen, Wäldern und Märkten kommen in den Beutel um am Ende jeder Runde geheim nachzuziehen. Die vier Fragezeichen-Plättchen werden gemischt und jeder Spieler sucht sich eines davon aus. Er darf sich die Rückseite ansehen, um zu erfahren, welche Farbe Schafe er sammeln muss. Die Plättchen mit den Schäfern geben später an, für wen welche Farbe gewertet wird. In die Mitte des Tisches wird nun noch das Starplättchen gelegt, welches nur einen Markt zeigt. Nun geht es los, reihum legt jeder eines seiner Plättchen passend an. Kann er kein Plättchen anlegen, muss er aussetzen. Mit welcher Seite das Plättchen angelegt wird, darf sich der Spieler an der Reihe aussuchen und zieht anschließend Plättchen nach. Und zwar für jede Kante, an die passend angelegt wurde ein Plättchen. Diese werden leider irgendwann ganz schön viele auf der Hand und lassen sich nur noch schwer geheim durchsuchen. Wenn die Karten im Nachziehbeutel alle sind, wird weiter gespielt bis entweder alle ausgestiegen oder alle Handplättchen gelegt sind.

Es gibt drei Sonderaktionen, die jeder Spieler jederzeit machen darf:

  • Wolf bzw. Jäger legen: An ein Waldstück kann ein Wolf angelegt werden, damit dieser später nicht gewertet wird. Es sei denn ein anderer Spieler kann einen Jäger darauflegen, dann verschwindet der Wolf. Wölfe dürfen auch nicht an Wälder angelegt werden, in denen sich bereits ein Jäger befindet.
  • Spielfarbe preisgeben: Ein Spieler dreht sein Fragezeichen-Plättchen um und legt es passend an. Er zieht die Anzahl Plättchen dafür nach und darf sofort ein weiteres Plättchen anlegen und dafür nachziehen.
  • Aussteigen: Ein Spieler kann jederzeit aus dem Spiel aussteigen. Die anderen Spieler spielen weiter, bis der letzte aussteigt. Die ausgestiegenen Spieler haben dann aber keinen Einfluss mehr, auf die gelegten Plättchen.
Meine Schafe Deine Schafe Spielaufbau

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Das Spiel endet, wenn der letzte Spieler ausscheidet oder keine Plättchen mehr angelegt werden können. Anschließend werden die Punkte verteilt. Die Spieler bekommen Bonuspunkte für den Zeitpunkt des Ausscheidens, nur der letzte Spieler geht hierbei leer aus. Dann wertet jeder Spieler nur seine größte Herde. Diese muss jedoch vollständig eingezäunt sein und darf nicht an einem Waldstück mit einem Wolf liegen. Bei Gleichstand werden die nächst kleineren Herden verglichen, bis ein Sieger ermittelt werden kann.

Spieleranzahl:

Meine Schafe Deine Schafe kann mit zwei Spielern in zwei Versionen gespielt werden. Entweder jeder Spieler bekommt Schafe einer Farbe und die anderen Farben werden nicht gewertet oder jeder bekommt zwei Farben, dafür jedoch keine Pluspunkte für das erste Ausscheiden. Zu zweit muss man seine Aufmerksamkeit nur auf einen Gegner legen, bei mehreren Spielern oder in der anderen Variante wird es anspruchsvoller, weil man alle farbigen Schafe und somit alle Spieler beobachten und einschätzen muss. Eine weitere vorgeschlagene Variante ist das sofortige Spielende, wenn der vorletzte Spieler ausscheidet. Auch hierbei gibt es keine Bonuspunkte für den Zeitpunkt des Ausscheidens.

Glücksfaktor?

Ein Glücksfaktor entsteht bei diesem Spiel durch das Ziehen der Karten. Hier kann man insofern nachhelfen, als dass man versuchen kann zu Beginn möglichst so anzulegen, dass man viele Plättchen nachziehen darf. Wenn man Pech hat, ziehen die guten Karten trotzdem die anderen. Hinzu kommt ein taktischer Faktor, weil es ja nicht nur darum geht seine eigene eingezäunte, große Herde zu erschaffen, sondern auch den Mitspielern dasselbe zu verbauen.

Fazit:

Ein bekanntes Spielprinzip, etwas abgewandelt interpretiert, macht auch über 10 Jahre nach der Markteinführung noch Spaß. Was durch die Optik der Illustrationen zunächst wie ein Kinderspiel wirkt, entpuppt sich schnell als taktisch anspruchsvolles Spiel und regt zu weiteren Partien an.

Wertungsnote 4/6

 

 

Verlag: Goldsieber
Autor: Phillipe des Pallieres
Erscheinungsjahr: 2002
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Dauer: 30 Minuten

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