Munchkin Christmas Light

Cover / Foto: Pegasus Spiele

Cover / Foto: Pegasus Spiele

„Hallo, ich heiße Sonja und ich liebe Munchkin.“ Ja, ich fühle mich, als ob ich eine Selbsthilfegruppe benötige, weil diese Leidenschaft und die damit verbundene Sammelwut nur schwer sinnvoll zu begründen ist. Das wollte ich gerne noch einmal festhalten, bevor ihr meine Rezension zu Munchkin Christmas Light lest. Das erste Mal bin ich auf diese Version gestoßen, als meine regelmäßige eBay-Suche nach Munchkin es ausspuckte. Etwas von Munchkin, das mir noch fehlt und bisher an mir vorüber gegangen war? 😯 Wie konnte dies passieren? Durchatmen! Die Einsteiger-Variante für Munchkin zur Weihnachtszeit existierte bisher nicht. Eigentlich ein tolles Marketing-Instrument: Dieses Jahr an Weihnachten die Spieler an Munchkin heran führen, damit sie nach Weihnachten das Thema anödet und weitere Munchkin-Versionen gekauft werden. Doch passe ich gar nicht in dieses Beute-Schema. Ich habe mir diese Version gekauft, weil Munchkin drauf steht. Und weil mein Koffer zum Zeitpunkt der Spiel’16 noch Platz frei hatte. Und seitdem hoffe ich, mit dieser Version neue Munchkin-Jünger heran züchten zu können 😀

Spielmaterial:

112 (anstelle der üblichen 168) Spielkarten in zwei Kategorien, Schatz und Tür. Alle mit weihnachtlichem Motiv, gestaltet vom altbekannten John Kovalic. Dazu gibt es einen Würfel zum Weglaufen. Um die Stufen zu zählen muss man Zettel und Stift oder irgendwelche Stufenzähler bereit legen.

Spielmechanismus:

Der Spielablauf bleibt gleich, wer eine Auffrischung benötigt, sollte erst hier lesen. Es wurden nur einige Details weggelassen. Es fehlen 56 Karten zu einem anständigen Grundspiel. Zu Weihnachten sollte niemand sterben, daher ist das jetzt nicht mehr möglich, es gibt also keine Monster mehr, dessen schlimmen Dinge zum Tod führen. 28 Monster mit den Stufen 1 – 4 und dann in Zweier-Schritten hoch zur 20 sind enthalten. Treten die schlimmen Dinge ein, verliert man entweder eine oder mehrere Stufen oder Gegenstände.

Munchkin Christmas Light Türkarten

ürkarten / Foto: Brettspielpoesie

Außerdem kann man beispielsweise kein Zwerg-Elf mehr sein und auch kein diebischer Priester. Es fehlen die Super Munchkin- und Halbblut-Karten, jeder Spieler kann immer nur eine der drei Rasse und eine der vier Klassen besitzen, von denen jeweils 2 Karten verfügbar sind. Zwerge und Priester sind gar nicht mehr vorhanden, vermutlich da sich ihre Fähigkeiten auf weggelassene Elemente beziehen. Ersetzt wurden sie durch Barden und Orks, die beim Fantasy-Munchkin erst mit späteren Erweiterungen eingeführt wurden.

Munchkin Christmas Light Schatzkarten

Schatzkarten / Foto: Brettspielpoesie

Auch bei den Gegenständen wurde ausgedünnt. Es gibt nun keine großen Gegenstände mehr und vor allem keine, die nur von bestimmten Rassen oder Klassen genutzt werden können. Die untoten Monster wurden von Weihnachtsmonstern verdrängt. Diese haben die Eigenschaft, jedem Weihnachtsmonster in einem Kampf zur Hilfe zu eilen, ohne das ein Spieler dafür ein wanderndes Monster spielen muss. Jeweils zwei Karten mit den Eigenschaften Artig und Ungezogen sind ebenfalls enthalten, welche den Spielern bis zum Spielende besondere Fähigkeiten verleihen.

Spielende:

Stufe 10 durch einen Kampf erreichen und schon hat man gewonnen.

Spieleranzahl:

Durch weniger Karten ist das Spiel nur noch mit bis zu vier Spielern möglich. Das verkürzt in der Regel die Spielzeit, die beim normalen Munchkin, besonders mit Neulingen, schon mal etwas länger sein kann. 3 – 4 Spieler empfand ich auch bereits beim Grundspiel als optimal.

Glücksfaktor?

Munchkin ist in keiner Version ein komplexes Strategie-Spiel. Man zieht Karten, mal mehr, mal weniger Gute. Aber es macht Spaß, sich bei den Mitspielern einzuschleimen und ihnen im richtigen Moment in den Rücken zu fallen, um seine Beute nicht teilen zu müssen.

Fazit:

Wie der Titel bereits erahnen lässt, ist Munchkin Christmas Light sozusagen eine Light-Version von Munchkin. Nicht halb so viele Kalorien, dafür weniger Karten und kürzere Spielzeit. Der Humor ist jedoch geblieben, ich konnte auch bei diesen Karten herzhaft lachen. Zum Beispiel wird man endlich nicht mehr dafür bestraft eine Ente im Dungeon aufzuheben, sondern bekommt für die Weihnachtsente sogar eine Stufe geschenkt 😀

Ich halte solch eine Einsteiger-Variante durchaus für sinnvoll, da ich bei Munchkin Erst-Partien schon häufiger angeeckt bin, weil die Mitspieler es einfach zu langatmig fanden. Schnelligkeit bekommt Munchkin erst, wenn man ein besseres Gefühl dafür hat. Man kann die enthaltenen Karten aber auch einfach wie eine Erweiterung behandeln und unter andere Munchkin-Karten mischen. Denn für erfahrene Munchkin-Spieler fehlt bei der Weihnachtsadaption schon der ein oder andere, spannende Kniff.

Vor fast 10 Jahren ist zwar mal eine Munchkin Weihnachtsedition erschienen, aber dafür wurde nur das Cover-Bild weihnachtlich gestaltet und ein Weihnachtsbutton beigefügt. Karten mit weihnachtlichem Thema gab es bisher nur als Booster. Das waren kleine Karten-Sets, die man zusätzlich erwerben und zu anderen Munchkin-Karten mischen konnte. In diesen wurden erstmals Weihnachtsmonster eingeführt. Diese sind leider auf dem Erstmarkt meist vergriffen und werden auch nicht mehr produziert. Wer diese Weihnachts-Booster bereits besitzt, sollte sich darauf gefasst machen, die ein oder andere Karte bereits zu kennen. Es sind aber auch viele neue dabei und alle bekannten haben nun eine etwas andere Grafik und vor allem ein anderes Zeichen (passend zum Titel: eine Glühbirne). Also liebe Gleichgesinnte: Wir brauchen einfach alle!!

Wertungsnote 5/6

Verlag Pegasus Spiele / Steve Jackson Games
Autor(en): Andrew Hackard, Steve Jackson
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 3 – 4 Spieler
Dauer: 45 – 60 Minuten

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