Noch Mal!

Noch Mal! - Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

2016 liegt bald hinter uns. Für das Autoren-Paar Inka und Markus Brand ist es 10 Jahre her, seit ihr erstes Spiel erschienen ist. Und bei dieser Autorentätigkeit ist in diesem Jahr so einiges heraus gekommen. Der Kosmos Verlag, Huch!&friends sowie Schmidt Spiele profitierten von den Ideen der beiden. Ob Exit Spiele, Wortgefechte ohne zu sprechen oder das Abdriften in eine märchenhafte Welt, viele unterschiedliche Themen wurden bedient. Und so versuchten sich die beiden auch an einem schnellen Würfelspiel, ein Genre das gefühlt zuletzt vom Nürnberger Spielkarten-Verlag dominiert wurde. Und dem Vergleich mit Spielen wie Qwixx und Qwinto muss sich ein neues Würfelspiel einfach stellen. Das konnte Dice Stars von Matagot schon bestehen, doch schafft das Noch Mal! auch?

Spielmaterial:

Ein wirklich dicker Block mit vielen gleichen Wertungsblättern ist Hauptelement dieses Würfelspiels. Dazu gehören noch die sechs Würfel, je drei mit Würfelaugen und Farben. Anstelle der Würfelaugenzahl sechs findet man ein Fragezeichen. Auf den Farbwürfeln sind die Farben blau, gelb, grün, orange, pink und schwarz vertreten, wobei schwarz als Joker gilt. [UPDATE 24.12.2016] Einzig die Farbwahl ist etwas unglücklich, denn bei schlechten Lichtverhältnissen lassen sich pink und orange nur schwer auseinander halten. [UPDATE ENDE] Das Spiel bringt sogar sechs kleine Filzstifte mit, sodass man ohne zusätzliches Material loslegen kann.

Spielmechanismus:

Das Wertungsblatt zeigt die 15 Spalten A bis O. In jeder Spalte sind alle fünf Farben vertreten und darunter werden zwei unterschiedliche Werte angegeben. Der obere für den oder die Spieler, die als erstes diese Reihe vollständig ausfüllen und der untere für alle, denen dies erst später gelingt. Gleiches gilt bei der Vollendung einer Farbe, also sobald alle Felder einer Farbe markiert wurden. Dann wird der erste Spieler mit 5 Punkten und der nächste nur noch mit drei Punkten belohnt. Zudem sind 15 Sterne auf den Feldern verteilt, die bei Spielende 2 Minuspunkte bedeuten, wenn sie nicht gestrichen wurden.

Noch Mal! Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Jeder Spieler wirft pro Zug alle sechs Würfel und wählt dann eine Kombination aus Farbe und Augenzahl, die er auf seinem Wertungsblatt weg kreuzt. Das darf ein Spieler immer nur in einem zusammenhängenden Farbbereich, ursprünglich ausgehend von der mittleren Spalte H angrenzenden Feld. Die Augenzahl gibt dabei die exakte Anzahl an Feldern vor, die man wegstreichen muss, verfallen lassen ist nicht erlaubt. Alle anderen Spieler können dann aus den verbliebenen Würfel eine Kombination wählen und ebenfalls nutzen. Werden Joker eingesetzt, muss für jeden ein Ausrufezeichen auf dem Wertungsblatt gestrichen werden. Stehen keine mehr zur Verfügung, dürfen auch keine Joker mehr genutzt werden. Also insgesamt nur acht mal im Spiel.

Spielende:

Das Spiel endet, sobald ein Spieler zwei Farben komplett ausgefüllt hat. Die anderen Spieler dürfen dann noch eine der freien Kombinationen wählen, bevor es zur Abrechnung kommt. Für die Farben und die Zeilen A – 0 bekommt man die eingekreisten Werte und für jeden nicht genutzten Joker einen Punkt. Zuletzt werden noch 2 Punkte für jeden nicht gestrichenen Stern abgezogen und das Endergebnis steht fest.

Spieleranzahl:

Ob solo oder zu sechst, der Herausforderung stelle ich mich in jeder Konstellation gerne. Umso mehr Spieler, desto mehr Konkurrenz-Druck, dennoch macht auch das 2-Personen-Spiel wirklich Spaß und es will nochmal gespielt werden. Das Solo-Spiel geht über 30 Runden, in denen der Spieler je zwei Würfel geworfen werden, um dann eine Kombination daraus auszuwählen. Es macht Spaß die eigenen Ergebnisse immer wieder zu übertreffen – oder eben auch nicht 😉

Glücksfaktor?

Ein reines Würfelspiel ist natürlich glücksabhängig. Taktiert werden kann jedoch bei der Wahl der Würfel. Nicht immer sollte man die Kombination wählen, die man selbst am besten gebrauchen kann. Wichtiger ist es häufiger darauf zu achten, mit welchen Kombinationen die Mitspieler möglichst wenig anfangen können. Auch beim Abstreichen der Kästchen lohnt sich ein Blick auf die Mitspieler, um zu sehen an welchen Stellen Schnelligkeit gefragt ist, um die höhere Punktzahl zu erlangen.

Fazit:

Zuerst fand ich den Titel gewöhnungsbedürftig, aber er verspricht wirklich nicht zu viel. Eine Partie ist schnell gespielt und bei einer einzigen bleibt es selten. Dadurch, dass man immer die gleichen Voraussetzungen hat, ist es spannend wie die Würfel fallen und wie man diese Ergebnisse sinnvoll nutzen kann. Natürlich fallen die Würfel immer anders, aber meist nutzen die Spieler ähnliche Strategien. Möglicht schnell nach außen gelangen, um sich die höherwertigen Spalten zu sichern. Oder ganz schnell zwei Farben zu vollenden, um das Spielende zügig herbei zu führen. Sonst kann es schon mal etwas zäh werden, wenn zum Ende nur noch hohe Zahlen kommen, die keiner mehr nutzen kann. Doch auch dabei bleibt es spannend, wer zuerst voran kommt und das Spiel beenden kann. Dadurch, dass in jedem Zug alle Spieler eine Kombination nutzen dürfen, sind alle immer eingespannt. Niemand muss sich langweilen, bis er wieder an die Reihe kommt. Es ist unerlässlich die Blätter der Mitspieler im Auge zu haben, um diese bei der Wahl einer Kombination zu beachten und den Mitspielern keine Steilvorlage zu geben, die wertvolle Punkte kosten kann.

In unserem Spielgruppen kam der Wunsch nach neuen Wertungsblättern mit einer anderen Anordnung auf. Keine Ahnung ob das sinnvoll umsetzbar ist, da ich denke dass die Anordnung ziemlich ausgeklügelt ist. Und selbst beim aktuellen Wertungsblatt ist der Wiederspielreiz hoch. Man will es einfach immer und immer wieder probieren, besser als die Mitspieler oder man selbst in vorherigen Partien zu sein. Aufpassen muss man nur, da es noch keine Ersatzblöcke gibt, aber da hilft momentan entweder laminieren oder für den relativ geringen Preis ein neues Spiel kaufen. Die Farbwürfel verfärben sich mit der Zeit ein wenig, wahrscheinlich durch Abrieb von den schwarzen Würfeln, aber es lässt sich abwaschen.

Im Gegensatz zu Dice Stars empfinde ich den Einstieg beim Abstreichen der Felder etwas leichter. Wer sich jetzt fragt, ob er noch ein Spiel basierend auf Würfeln und Wertungsblättern benötigt, dem sei gesagt, dass sich Noch Mal! ausreichend anders spielt und damit die Chance verdienen sollte, von euch zumindest angespielt zu werden. Ich bin mir ziemlich sicher, das die meisten von euch es dann noch mal und noch mal spielen wollen.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Schmidt Spiele
Autor(en): Inka und Markus Brand
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Schmidt Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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