Queen Games Erklärertag 2017

Brettgeschichte Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

Über die Einladung von Queen Games zur Erweiterung ihres Erklärer-Tags um die Vorstellung der neuen Spiele auch für die Presse, habe ich mich sehr gefreut. Ort und Termin passten mir allerdings weniger. Schließlich stand zwei Tage später unser Umzug an. Um den Sonntag zu kompensieren, an dem ich keine Kartons packen konnte, wurde kurzerhand am Donnerstag und Freitag vor dem Wochenende Urlaub genommen. So konnte ich mich am Sonntag um 05:30 Uhr auf den Weg nach Bonn machen.

Ich schaffte es nicht ganz pünktlich zum Auftakt um 10 Uhr und platzte mitten in die Ansprache von Game Scout Ulrich Fonrobert, der mich aber dennoch sehr herzlich begrüßte. Zunächst richtete er seine Rede vor allem an die Supporter, die in diesem Jahr die Queen Games Titel den interessierten Spielern auf der Messe zugänglich machen sollen und denen dieses Wochenende zur Vorbereitung dienen soll. Dabei betonte er immer wieder das positive Feedback, welches Queen Games für seine Erklärbären seit Jahren erhalte und dass an dieser Qualität festgehalten werden soll.

Im Anschluss ging es direkt mit dem ersten Titel los, der als Pre-Production Exemplar für uns bereit stand: Pioneers von Emanuele Ornella. Und ich durfte es sogar gegen den Autor spielen und habe auch noch mittels Tie Breaker den Sieg errungen. Auch wenn der Autor meint, bei einem Spiel gegen ihn, würde er Gleichstände immer für sich auflösen 😉 Auf der anderen Seite meinte er allerdings, dass ein Spiel erst fertig ist, wenn der Autor nicht mehr gegen die Spieler gewinnt. Es geht, wie so oft, um Siegpunkte. Diese erhält man für Pioniere, die für Sonderaktionen in den Städten eingesetzt werden und durch Straßen miteinander verbunden werden können. Straßen bringen zusätzliche Einnahmen, wenn andere Mitspieler diese befahren wollen. Es existiert dabei nur eine Postkutsche, die von allen Spielern bewegt werden darf, aber immer nur bis zum nächsten Pionierplättchen. Diese liegen immer unterschiedlich aus und sorgen für Varianz. Ein Spiel, dass mich durch seine Leichtigkeit überzeugt hat. Kein Schwergewicht, aber dennoch herausfordernd genug. Genau das Richtige für Abende unter der Woche, wenn man nach einem langen Arbeitstag etwas schnelles, lockeres spielen mag.

Pioneers

Pioneers / Foto: Brettspielpoesie

Dann wurden die Tische gewechselt und alle Gruppen spielten die jeweils andere große Neuheit. Für uns, also mich und den Würfelmagier Dirk, hieß dies nun Merlin von Stefan Feld und Michael Rieneck, die beide leider nicht vor Ort waren, um mit uns um die Gunst von König Artus und Merlin zu eifern. Das machte Ulrich dafür persönlich. Würfel geben bei diesem Spiel vor, wie weit wir unseren Ritter auf dem Aktionsrondell (der Tafelrunde) im Uhrzeigersinn bewegen dürfen, um eine Aktion auszulösen. Merlin darf ein Mal pro Runde von jedem Spieler in jede Richtung bewegt werden. Die Aktionen helfen uns Einfluss in den umliegenden Grafschaften zu erlangen, Gefolgsleute einzusetzen, Verräter abzuwehren und Baumaterial im Umland zu verarbeiten. Nach jeder zweiten Runde kommt es zu einer Wertung der einzelnen Spielelemente. Nach unserer ersten Wertung wurde die Partie von leckerem indischen Essen unterbrochen, welches Geschäftsführer Rajive Gupta für alle Anwesenden zubereitet hatte. Und das extra in verschiedenen Schärfegraden. Das gesamte Queen Games-Team war an diesem Tag anwesend und auch beim Essen zu Gesprächen bereit. Solch eine Stärkung war genau das Richtige, um die Sinne noch einmal für die kommenden vier Runden zu schärfen. Denn Merlin ist ein ganz typischer Feld-Titel, bei dem man immer viel mehr machen möchte, als es einem möglich ist. Und nur wer die besten Entscheidungen trifft, hat Chancen auf den Sieg. Ich gehörte dieses Mal nicht dazu, für solch knackige Spiele benötige ich immer etwas mehr Zeit, um ein Gespür dafür zu entwickeln. Sowohl die Würfel, als auch die Auftragskarten sind zufällige Elemente, dennoch ist Merlin ein anspruchsvolles Spiel mit hoher Interaktion. Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr Partien!

Merlin

Merlin / Foto: Brettspielpoesie

Nun standen noch weitere Titel von Queen Games aus diesem Jahr zur Auswahl, ich wollte mich aber eigentlich demnächst auf den Heimweg machen, schließlich lagen wieder gute vier Stunden Autofahrt vor mir. Doch für eine schnelle Runde des zum Kinderspiel des Jahres 2017 nominierten Captain Silver war noch Zeit. Ich empfinde es mehr als Kinderspiel als den diesjährigen Preisträger, doch es zu meistern ist bei weitem kein Kinderspiel, wie ich feststellen musste. Jeder Spieler erhält ein Säckchen mit 16 Stanzteilen, jedes Teil ist doppelt vorhanden. Der Spielplan zeigt vier Reihen, in denen die Spieler die von unten nach oben abgebildeten Teile aus ihrem Beutel ziehen und auf den entsprechenden Platz legen. Aber wehe ein anderer Spieler kommt einem zuvor oder man hat das falsche Plättchen gezogen. Das wird bei Rundenende bestraft. Für abgelegte Plättchen erhalten die Spieler den abgebildeten Bonus, Münzen oder Schritte, die sie mit dem Schiff voran kommen, um auf den Inseln wertvollere Schätze zu finden. In den ersten Runden habe ich mutig Teil für Teil heraus geholt, was dazu führt, dass ich zwar viele Münzen erhalten aber auch fast so viele für falsche Teile wieder abgeben musste. Das kommt davon, wenn man zu gierig ist 😆 So eine Partie kann auch Erwachsenen Spaß machen, und gegen ihre Kinder sind sie sicher oft chancenlos.

Captain Silver

Captain Silver / Foto: Brettspielpoesie

Ulrich holte direkt High Tide hervor und ich ließ mich überreden, eine wirklich letzte Partie zu spielen. Zu fünft ließen wir den Tag am Strand ausklingen, das Spielmaterial lässt wirklich richtiges Urlaubsfeeling aufkommen. Flip-Flops dienen als Punktezähler, mit Handtüchern wird die Spielerreihenfolge festgelegt und Punkte gibt es für Sonnenliegen, die möglichst nah am, aber keinesfalls im Wasser stehen. Denn am Ende jeder Runde kommt die Flut, vor der sich die Spieler in acht nehmen sollten. Würfel geben vor, wie weit man mit seinen Liegen in welchen Reihen vorrücken darf, genutzte Würfel werden im Pool bis zur kommenden Runde versenkt. Ein Würfelpaar bleibt übrig und bringt entsprechend der Farbe und Augenzahl die Flut an einen oder zwei Strandabschnitte. Nach spätestens sechs Runden oder wenn nach einer Runde eine Liege im Wasser stehen sollte, endet die Partie und es gibt Punkte für die am weitesten zum Wasser hin stehenden Liegen. Denn im Urlaub will man weite Wege vermeiden und möglichst nah am Wasser liegen. Oder gleich an der Strandbar bleiben, dafür erhält man, wenn auch wenige, ebenfalls Punkte. Ein schnelles und wirklich wunderschön gestaltetes Zocker-Spiel für zwischendurch.

High Tide

High Tide / Brettspielpoesie

Danach habe ich mich dann wirklich verabschiedet und die Heimreise angetreten. Die Zeit ist einfach so dahin geflogen. Und obwohl der ganze Tag relativ stressig war und ich auch am nächsten Tag wieder früh raus musste, hat sich der Weg gelohnt. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre, ich habe viele nette Menschen kennen gelernt und durfte zwei Neuheiten des Queen Verlags anspielen, auf deren Erscheinen ich mich sehr freue. Ich freue mich schon jetzt auf das kommende Jahr und mache mich gerne wieder auf den Weg zu Queen Games.

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