Queendomino

Queendomino Cover

Cover / Foto_ Pegasus Spiele

Ein König hat ein wundervolles Königreich erbaut, doch ihm fehlt eine Dame an seiner Seite. Doch solch eine Dame kann das eigene Königreich ganz schön durcheinander bringen, wenn sie ihre Ideen umsetzt. Deswegen bekommt die Dame nun ihr eigenes Königreich. Queendomino ist nicht bloß eine Erweiterung, sondern ein komplett eigenständiges Spiel, welches ebenfalls als Erweiterung verwendet werden kann. Die Schachtel ist größer, als die des Spiel des Jahres, auch in der neuen Auflage. In der Version von Blue Orange Games ergeben die beiden Spiele eine gemeinsame Landschaft. Leider geht dies in der Pegasus-Version unter, weil der Pegasus-Rahmen das Bild auseinander zerrt. Ich kann die Hintergründe der Verwendung dieses Rahmens als Teil der Corporate Identity nachvollziehen, hier fällt es aber wieder eher unangenehm auf.

Spielmaterial:

Nach den pastellfarbenen Spielerfarben im Grundspiel, gibt es die Startplättchen, Schlösser und Figuren nun in den satten Farben rot, orange, violett und weiß. Wieder sind 48 Dominosteine enthalten, die jeweils zwei Landschaftsfelder zeigen. Wie in der neuen Auflage des Grundspiels ist ein Turm zur Aufbewahrung und Ziehung der Plättchen sowie ein Wertungsblock enthalten. Ganz neu ist das Gebäudetableau, die 32 Gebäude-Plättchen und die 42 Münzen mit den Werten 1, 3 und 9. Ebenfalls neu kommen als Holzfiguren kleine, schwarze Ritter, graue Türme, ein Drache und natürlich die Königin.

Queendomino Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Grundsätzlich bleibt alles beim alten: Vier Plättchen ziehen, aufsteigend sortieren, umdrehen, in Reihenfolge eines wählen. Ab der zweiten Runde wird zuerst das zuletzt gewählte Plättchen in der eigenen Auslage platziert, dann das folgende Plättchen gewählt. Die Position des Plättchens gibt dabei die kommende Spielerreihenfolge an, der Spieler auf dem Plättchen mit niedrigstem Wert kommt als  erster an die Reihe. Mindestens ein Landschaftsteil muss passend zu derselben Landschaftsart angelegt werden, nur an das Startplättchen darf beliebig angelegt werden. Nun kommen drei optionale Aktionen dazwischen hinzu. Nach dem Platzieren dürfen bis zu zwei Ritter aus dem eigenen Vorrat eingesetzt werden, um Steuern einzutreiben. Dafür wählt man eine der soeben gelegten Landschaften und platziert dort einen Ritter aus dem eigenen Vorrat. Die Anzahl der Felder des zusammenhängenden Gebiets legt die Anzahl der Münzen fest, die der Spieler erhält. Eine weitere optionale Aktionsmöglichkeit ist die Errichtung eines Gebäudes, wenn im eigenen Königreich mindestens ein Bauplatz frei ist. Man wählt eines der Gebäude auf dem Tableau und bezahlt die angegebene Summe von 0 – 5. Sind auf der Rückseite des Gebäudes Ritter oder Türme abgebildet, nimmt man die Ritter zu sich bzw. stellt den oder die Türme auf das Gebäudeplättchen. Zu guter letzt darf man eine Münze abgeben, um den Drachen zu einem Gebäude zu schicken, welches dadurch aus dem Spiel verschwindet. Der Drache darf pro Runde nur ein einziges Mal eingesetzt werden.

Queendomino Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Ritter habe ich bereits erklärt, sie bringen Geld ein was wiederum für Gebäude ausgegeben werden und bei Spielende in Siegpunkte gewandelt werden kann. Zudem gibt es zusätzliche Siegpunktbedingungen auf den Gebäudeplättchen, bei denen die Anzahl Ritter oder Türme über die Höhe der Siegpunkte entscheidet. Auch die Steuern können durch Türme oder Ritter mit dem entsprechenden Gebäude-Plättchen in Abhängigkeit der Anzahl Türme oder Ritter erhöht werden. Zudem erhält der Spieler mit der Mehrheit an Türmen die Königin. Sie wird bei Spielende einem Gebiet zugeordnet und zählt wie eine abgebildete Krone.

Spielende:

Das Spielende ist unverändert zum Original, sobald die letzten Plättchen genommen und eingesetzt wurden, kommt es zur Endabrechnung. Diese ist jedoch etwas umfassender. Nachdem, wie gewohnt, die Punkte für die unterschiedlichen Gebiete berechnet werden, indem man die Anzahl der Plättchen mit der Anzahl Kronen multipliziert, folgt die Gebäudewertung mit unterschiedlichen Siegpunkt-bedingungen. Jeweils drei Münzen ergeben auch noch einen Siegpunkt. Es gewinnt der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl.

Spieleranzahl:

Bis zu vier Spieler können Queendomino nach den oben beschriebenen Regeln spielen. Während bei Kingdomino in den Partien zu zweit / dritt Dominosteine aussortiert wurden, wird nun immer mit allen Dominosteinen gespielt. Das führt im 2-Personen-Spiel zu Königreichen mit einer Größe von 7×7 Feldern und im Spiel zu dritt wird der übrige Dominostein einer jeden Runde abgelegt. So stehen immer alle Dominosteine zur Verfügung.

In Kombination mit Kingdomino ergeben sich weitere Konstellationen: Auch 3 und 4 Spieler können dadurch 7×7 Felder große Königreiche bauen oder 5 und 6 Spieler 5×5 Felder große. Der Autor sagte bei der Spiel des Jahres-Verleihung in Berlin, dass es zwar von der Anzahl Dominosteine auch möglich wäre zu acht zu spielen, doch das würde das Spiel zu sehr in die Länge ziehen. Für 6 oder 8 Spieler gibt es daher eine zusätzliche Team-Variante, bei der jeder Spieler eine Figur bekommt, aber die Spieler mit den Figuren einer Farbe gemeinsam das Königreich errichten.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor ist gering gehalten, abgesehen vom zufälligen Ziehen der Domino- und Gebäudeplättchen. Mit Hilfe des Drachen können Gebäude entfernt werden, wenn man sie selbst gerade nicht benötigt und den Mitspielern vorenthalten möchte. Dafür muss man jedoch vor den anderen Spielern am Zug sein. Da keine Plättchen mehr aussortiert werden, entfällt die zufällige Verfügbarkeit bestimmter Plättchen, so kann man besser voraus schauen und planen. Zudem bieten die Gebäude nun Möglichkeiten, auch für kleine Gebiete einer Sorte Punkte zu erhalten.

Fazit:

Das Material ist gewohnt hochwertig, Queendomino enthält, genau wie die Neuauflage des Originals, einen magnetisch schließbaren Plättchen-Turm und für die umfangreiche Wertung einen Wertungsblock. Den Turm für das Original kann man übrigens separat erwerben und damit auch dieses aufwerten. Kingdomino überzeugte mich schon in den ersten Partien durch seine Leichtigkeit und findet aufgrund der kurzen Spielzeit auch heute noch den Weg auf unseren Tisch.  Es gab jedoch nicht wenige Stimmen, denen Kingdomino zu seicht, zu wenig aufregend erschien. Genau an diesem Punkt setzt der Nachfolger an, denn er hebt das Familienspiel auf eine neue Ebene und kann für Familienspieler der erste Schritt in Richtung Kennerspiele sein. Somit eignet es sich nicht nur für Vielspieler, sondern auch für Kingdomino-erfahrene Spieler jeder Art. Zunächst mussten wir uns erst an den neuen Rundenablauf gewöhnen. Dass man mit dem Platzieren seines Königs auf einem Plättchen die Runde beendet, gerät schnell mal in Vergessenheit, da dies bisher quasi eine Bewegung war. Dazwischen gibt es nun aber weitere, lukrative Optionen.

Die neuen Elemente bringen taktische Kniffe hinein. Die Bauplätze sind lukrativ, obwohl sie erstmal keine Geländepunkte einbringen. Sie befinden sich immer auf den Plättchen mit größerer Zahl, bringen den Spieler in der Spielerreihenfolge also weit nach hinten.  Aber die Gebäude-Plättchen können einen interessanten Bonus einbringen. Ob es die Zusatzwertung für viele kleine Gebiete einer Landschaftsart ist oder ganz neue Siegpunktbedingungen in Abhängigkeit der Ritter oder Türme. Alles kann sich lohnen, wenn es sinnvoll eingesetzt wird und die Mitspieler einem keinen Strich durch die Rechnung machen. Der Drachen ist natürlich sehr konfrontativ, da er nur dafür eingesetzt werden kann, den Mitspielern etwas vorzuenthalten. Es besteht nun die Möglichkeit sich ein wenig zu verrennen, denn wer nicht auf sein Geld achtet, kann es schwer haben überhaupt noch an sinnvolle Plättchen zu gelangen, die das Geld durch Ritter wieder erhöhen können.

Mir gefällt Queendomino mindestens so gut wie das Original und ich denke, das Kingdomino-Fans mit diesem Spiel absolut nichts falsch machen. Wenn man sich zwischen beiden entscheidet, hängt es wohl von der eigenen Spielerfahrung und Einstellung an. Des Königs Königreich für Familienspieler, die ein schnelles, leicht zugängliches Spiel suchen und die Königin für erfahrenere Spieler, die es gerne etwas taktischer mögen.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Pegasus Spiele / Blue Orange Games
Autor(en): Bruno Cathala
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Pegasus Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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