Qwinto – Das Kartenspiel

Qwinto Kartenspiel Cover

Cover / Foto: NSV

Das Kartenspiel zum Brettspiel des Würfelspiels…Es ist mittlerweile längst an der Tagesordnung, dass zu einem erfolgreichen Spiel andere Versionen veröffentlicht werden. Manche werfen den Autoren und Verlagen mangelnde Kreativität vor und wünschen sich mehr neuartige Ideen. Ja, manchmal kommt es mir auch zu viel vor, dennoch finde ich es häufig auch recht interessant wie an ein bestehendes Spielprinzip neu heran gegangen wird. Bei Qwixx, einem weiteren erfolgreichen Kartenspiel des Nürnberger-Spielkerten-Verlags, ist dies nicht so gut gelungen. Das Kartenspiel kommt nicht annähernd an das Würfelerlebnis und bietet somit keine echte Alternative. Zumal es zum Würfelspiel auch immer wieder neue Wertungsblöcke gibt, die für ausreichend Abwechslung sorgen. Nun wurde das gleiche mit Qwinto versucht. Gelang dieser Versuch dieses Mal besser? Lest es selbst in der folgenden Rezension.

Spielmaterial:

Neben dem vom Würfelspiel bekannten Wertungsblock und vier kleinen Bleistiften erhält man 32 Spielkarten. Diese zeigen die Werte 0-6 und -2 jeweils in den Farben orange, gelb, lila und grau.

Spielmechanismus:

Jeder Spieler hat immer drei Karten auf der Hand, aus vier Karten entsteht vor dem ersten Zug ein 2×2-Raster. Pro Zug wird eine dieser Karten mit einer neuen überdeckt und ihr Wert mit denen der anliegenden Karten addiert. Das so ermittelte Ergebnis muss dann in der Farbe einer verwendeten Karte eingetragen werden. Das dürfen auch die Mitspieler für eine der möglichen Farben. Eingetragen wird nach den bekannten Regeln. In jeder Reihe müssen die Werte nicht aufeinander folgend, aber aufsteigend sein. Pro Spalte und Zeile darf jede Zahl nur ein Mal eingetragen werden. Nur wenn ein Spieler zwei Karten mit gleichem Wert auf der Hand hält, darf er auch diese beiden Karten legen. Diese müssen dabei benachbart gelegt werden und es wird der Wert von der zuletzt gelegten Karte aus ermittelt. Am Ende eines Zuges wird immer auf drei Karten nachgezogen.

Qwinto Kartenspiel Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Zulässig sind, genau wie beim Original, nur Zahlen von 1 – 18, die Null oder gar Minuswerte dürfen nicht eingetragen werden. Legt ein Spieler eine graue Karte zwischen weitere graue Karten, muss er einen Fehlwurf markieren. Gleiches gilt, wenn er den Wert in den zur Verfügung stehenden Farben nicht (mehr) eintragen darf oder möchte.

Spielende:

Analog zum Würfelspiel endet eine Partie, sobald der erste Spieler zwei Reihen komplett ausgefüllt hat oder seinen vierten Fehlwurf eintragen muss. Für jede abgeschlossene Reihe zählt der Wert, der im letzten Feld eingetragen wurde, sonst gibt es für jede Eintragung in dieser Zeile einen Punkt. Die Bonuspunkte in den fünfeckigen Feldern werden nur vergeben, wenn die komplette Spalte ausgefüllt wurde. Mussten Fehlwürfe angekreuzt werden, zieht man für jeden wieder fünf Punkte ab.

Spieleranzahl:

Im Gegensatz zum Original ist das Kartenspiel nur mit bis zu vier Spielern spielbar. Bei vier Spielern kann es etwas länger dauern, bis man selber wieder am Zug ist, aber man ist ja auch bei den abgelegten Karten der Mitspieler eingebunden und kann die Werte selber nutzen. Zu zweit wird es konfrontativer, weil man dem Gegner nichts schenken möchte. Bei mehr Spielern lässt es sich nicht vermeiden und man wählt manches Mal das kleinere Übel, bei dem auch Mitspieler Werte verwenden können.

Mit dem Kartenspiel kann man Qwinto nun auch solo spielen. Dabei wird der Kartenstapel exakt ein Mal komplett durchgespielt und dann die Punktzahl ermittelt. So kann man immer wieder versuchen seinen persönlichen Highscore zu überbieten.

Glücksfaktor?

Das Kartenspiel ist weniger glückslastig als das Würfelspiel. Durch die ausliegenden Karten und die eigenen Handkarten ist man zwar immer in seinen Handlungsmöglichkeiten beschränkt, kann die Werte nicht komplett frei wählen, hat aber meist verschiedene Optionen, aus denen gewählt werden kann.

Fazit:

Manche stören sich an der Verwendung der bisherigen Wertungsblätter, auf denen man Fehlwürfe markiert, wo in dieser Version doch gar nichts geworfen wird. Das ist sicherlich dem Umstand zuzuschreiben, dass ohne eine Änderung der Wortwahl die bereits existierenden Blöcke verwendet werden können. Das kann ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht nachvollziehen und störe mich keineswegs daran.

Die Leichtigkeit des Würfelspiels werden Liebhaber dessen sicherlich schnell vermissen. Bei der taktischen Kartenauswahl kann es ganz schön grübellastig werden. Man möchte für sich selbst das Beste heraus holen, dabei den Gegnern aber nichts schenken. Dieser Balanceakt gelingt nicht immer. Nur wenn man mit den Karten keine Chance sieht, selbst etwas zu erreichen versucht man den Mitspielern auch keine Möglichkeit zu geben. In unseren Partien kam es daher nicht selten vor, dass komplett graue Werte gelegt wurden. Besonders ärgerlich wird es, wenn man einen gewünschten Wert erreichen kann, damit aber die benötigte Farbe überdeckt.

Für größere Gruppen mit mehr als drei Spielern oder für ein lockeres, schnelles Spiel eignet sich das Würfelspiel sicherlich besser. Wer aber etwas knobeln möchte, ist auch bei dem Kartenspiel gut aufgehoben. Ich sehe es nicht als Ersatz für das Würfelspiel, sondern als sinnvolle Ergänzung der Spielesammlung und vergebe die gleiche Punktzahl, wie für das Würfelspiel.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Autor(en): Uwe Rapp, Bernhard Lach & Reinhard Staupe
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: ca. 20 Minuten

Vielen Dank an den NSV für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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