Ratinger Spieletage 2015

Am 29.03.2015 machten wir uns relativ spontan auf den Weg nach Ratingen zu den Ratinger Spieletagen. Da wir „BS spielt!“ leider schon verpasst hatten, weil wir ausgerechnet an diesem Wochenende nicht in der Stadt waren, wollten wir das bundesligafreie Wochenende nutzen, um Spiele auszutesten und Kontakte zu knüpfen. Also ging es mitten in der Nacht los, um pünktlich gegen 10 Uhr den Zielort zu erreichen. Das Wetter spielte einigermaßen mit, nur zwischendurch kam immer wieder etwas Regen hinunter. Aufgrund der Zeitumstellung der vergangenen Nacht und dem Umstand, dass die Uhr im Auto sich nicht von selbst anpasst, hätten wir fast die pünktliche Ankunft vertrödelt. Die Zeit konnte jedoch wieder reingeholt werden und wir fanden auch sofort einen Parkplatz unterhalb der Halle. Für mich war dies der erste Besuch einer solchen Veranstaltung, daher war ich gespannt, was mich dort erwartet. Zum Beginn verschafften wird uns einen Überblick. Wir durchforsteten alle Räume und warfen einen Blick auf die Verlagsstände und welche Spiele sie mitgebracht hatten sowie auf die Autorenstände mit ihren Prototypen. Asmodee hatte unter anderem einen extra große Ausgabe von „Colt Express“ dabei.

Colt Express

Spielplan / Foto: Brettspielpoesie

Am Stand von Smiling Monster Games wurde zum ersten Mal das neue Spiel „Sirenen in Sicht“ vorgestellt. Das war jedoch nicht das Ziel meiner Begierde. Denn ich holte mir am Stand mein Rezensionsexemplar von „Wooolf!!“ ab und bekam auch noch die Promo-Karten dazu. Als nächstes inspizierten wir den Spiele-Flohmarkt im Eingangsbereich und fanden auch ein paar kleine Schnäppchen. Die neuen Errungenschaften wurden kurz ins Auto gebracht. Als nächstes wollten wir Spiele testen.

Ich bin kein Freund davon Prototypen zu testen und „Sirenen in Sicht“ war besetzt. Also stoppten wir am Stand von Asmodee, wo mir „Blueprints“ in die Hände fiel. Der nette Asmodee-Mitarbeiter folgte uns auch sogleich an den Tisch und erklärte uns den Spielablauf. Mich hatte das Spiel bereits angesprochen, als wir eine Video-Rezension darüber gesehen haben, aber Micha musste noch dem Spiel überzeugt werden. Bei „Blueprints“ muss man in jeder Runde sechs Würfel auswählen und verbauen. Dabei darf man nur eine gleiche oder höhere Augenzahl aufeinander setzen. Zur Auswahl stehen vier Farben: grün, orange, schwarz und durchsichtig. Jede Farbe stellt einen anderen Baustoff dar und man bekommt Punkte anhand anderer Kriterien. Dazu hat jeder Spieler einen Bauplan. Wenn man seine Würfel anhand diesem verbaut, erhält man zusätzliche Punkte. Wer die meisten Punkte erzielt, bekommt im Zwei-Spieler-Spiel eine silberne Medaille, die zwei Siegpunkte wert ist. Hat man es geschafft, eine Sonderwertung zu erhalten, darf man diese Karte mit zwei Siegpunkten ebenfalls an sich nehmen. Dazu zählt eine bestimmte Höhe des eigenen Turm oder das Verwenden einer bestimmten Anzahl eines Baustoffs. Die einzige Sonderaktion, die wir bei den zwei Testrunden geschafft haben, war einen Würfel mit jeder Augenzahl von 1-6 zu verbauen. Die erste Rund endete mit Gleichstand, jeder von uns hatte 4 Siegpunkte erzielt, aber da ich eine Sonderaktion erfüllen konnte, habe ich überraschend gewonnen. In der zweiten Runde schaffte Micha es jedoch mir ständig dazwischen zu funken und so zu verhindern, dass ich meine Ziele erreichte. Ein Spiel, welches sicher bald in unserer Sammlung landen wird.

Blueprints

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Dann wollte ich mich am Asmodee-Stand über weitere, geeignete Zwei-Spieler-Spiele informieren, aber der Stand war leider nicht besetzt. So ging ich zu Hans im Glück nebenan und wählte die Neuausgabe von St. Petersburg. Auch hier gab es wieder eine kurze Einweisung, sodass wir schnell starten konnten. Das Spiel hatte ich mir völlig anders vorgestellt. Es gibt in der Einstiegsvariante (analog zum alten Grundspiel) vier verschiedene Arten von Karten. Pro Runde wird eine bestimmte Anzahl an Karten aufgedeckt, aus die Spieler nacheinander Karten wählen dürfen. Diese können entweder auf die Hand genommen oder direkt ausgespielt werden, wenn man sie sich denn leisten kann. Nach jeder Kartenart kommt es zur Wertung. Entweder erhält man Gold oder Siegpunkte oder sogar beides. Im vierten Stapel sind Ausbaukarten, mit denen man bereits ausliegende Karten ersetzen kann, um mehr Belohnungen zu erhalten. Nach jeder Runde werden noch ausliegende Karten eine Reihe nach unten verschoben, sie kosten nun alle ein Gold weniger. Sieger wird, wer am Spielende die meisten Siegpunkte hat. Zu den Siegpunkten, die nach jeder Runde ausgewertet werden, kommen weitere Punkte für die Anzahl unterschiedlicher Adeliger und für das vorhandene Gold. Vorher hatte ich eher die alte Version im Sinn, aber die Vorteile der Neuauflage liegen klar auf der Hand: Es wird direkt mit umfangreicheren Varianten ausgeliefert, sodass man den Schwierigkeitsgrad variieren kann. Es enthält auch die Erweiterungen, die zu der alten Verison erschienen sind. Lediglich das Design der Karten und des Spielplans wurde verändert.

Sankt Petersburg

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Nach diesem Spiel ging es für uns erst einmal an die frische Luft, Fußball durfte auch heute nicht fehlen. Im Anschluss ging es noch ein Mal zurück in die DumeklemmerHalle. Die letzte Verlosung wollten wir natürlich nicht verpassen. Die Zeit bis dahin nutzten wir für eine kurze Partie Qwixx. Nachdem wir Träxx vor kurzem testen konnten, war auch das Interesse an dem Vorgänger Qwixx geweckt. Hierbei würfelt man mit vier farbigen und zwei weißen Würfeln. Man darf auf seinem eigenen Spielplan zahlen kreuzen, jedoch nur von links nach rechts. So muss man sich entscheiden, ob man auch die Augenzahl der weißen Würfel beim Gegner nutzt. Die Mitspieler können jedoch auch dafür sorgen, das Farbwürfel aus dem Spiel kommen, sodass die Mitspieler später keine Zahlen mehr eintragen dürfen. Dafür fanden wir sogar noch eine weitere Mitspielerin, die am Ende auch gewonnen hat.

Ratinger Spieletage

Ratinger Spieletage / Foto: Brettspielpoesie

Leider haben wir auch bei der letzten Verlosung kein Glück gehabt und so machten wir uns auf den Weg nach Hause. Was bleibt, war ein schöner Tag, mit interessanten Spieletests in netter Atmosphäre. Auch wenn die Zeit viel zu schnell verging und wir nur drei Spiele geschafft haben. Und die Gewissheit, solche Veranstaltungen in Zukunft häufiger zu besuchen. Aber vielleicht doch lieber, wenn sie in der näheren Umgebung statt finden 😉

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