Saboteur

Saboteur Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Bei den vielen Neuheiten fällt es mir oft schwer, auch mal Rezensionen zu Spielen zu veröffentlichen, die schon länger auf dem Markt sind. Daher freut es mich, wenn ein Verlag eine neue Version zu einem älteren Spiel auf den Markt bringt und ich dieses als Anlass nehmen kann, darüber zu schreiben. Amigo Spiele hatte mehrere Spiele in Nürnberg dabei und diese sind alle bereits im Handel. Bei mir hat von diesen Spielen besonders die Duell-Variante von Saboteur Interesse erweckt. Denn Saboteur zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es sich in besonders großen Gruppen erst richtig entfaltet. Was es genau damit auf sich hat, lest ihr in dieser Rezension. Ich beziehe mich auf die aktuelle Ausgabe von 2012. Bei dieser wurde das Stollengold, welches bisher alleinig das Cover regierte, durch ein Bild mit Zwergen und kleinen Goldklumpen ersetzt.

Spielmaterial:

110 Spielkarten und eine gut strukturierte Anleitung sind enthalten. Das Anleitungsblatt kann sogar als Abstandsmesser für die Startauslage dienen. Die Spielkarten teilen sich auf in 44 Wege, 27 Aktionen, 28 Goldkarten, 7 Goldsucher und 4 Saboteure. Die Goldkarten zeigen einen, zwei oder drei Goldklumpen.

Spielmechanismus:

Saboteur Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Abhängig von der Spielerzahl werden zunächst die Rollen und Start-Handkarten geheim verteilt. Die Goldsucher wollen den Goldschatz hinter einer der drei Zielkarten finden, während die Saboteure dies verhindern wollen. Die Startauslage besteht aus der Startkarte und den drei verdeckten Zielkarten. Zwischen Start- und einer Zielkarte bleibt Platz für sieben Karten, die anderen beiden Zielkarten liegen oberhalb bzw. unterhalb der Zielkarte, dazwischen jeweils Platz für eine Karte.

Am Zug muss ein Spieler eine Karte ausspielen, also eine der folgenden Aktionen nutzen:

    • Wegekarte anlegen

Eine Wegekarte muss immer an mindestens eine bestehende Wegekarte angelegt werden und alle anliegenden Wege weiterführen. Die neu gelegte Wegekarte muss dabei immer eine Verbindung zur Startkarte haben.

    • Aktionskarte ausspielen

Gegenstände mit rotem Kreis können vor einen Mitspieler gelegt werden, um zu verhindern, dass dieser Spieler weitere Wegekarten anlegt. Nur mit einer Karte mit demselben Symbol in einem grünen Kreis, lässt sich dieser Effekt aufheben. Solche Karten kann man auch für andere Spieler spielen. Zeigt eine Karte zwei grüne Symbole, kann sie trotzdem nur eines dieser roten Symbole entfernen.  Mit der Karte Steinschlag kann eine Wegekarte entfernt werden, mit der Schatzkarte darf sich der Spieler eine Zielkarte ansehen.

    • Passen (Karte verdeckt ablegen)

Möchte oder kann man keine der beiden genannten Optionen ausführen, darf man eine Karte verdeckt abwerfen, um eine neue aufzunehmen.

Saboteur Karten

Karten / Foto: Brettspielpoesie

Durch das Aufnehmen einer neuen Handkarte wird der Zug beendet und der nächste Spieler ist an der Reihe. Ein Runde endet entweder, wenn die aufgedeckte Zielkarte den Goldklumpen zeigt (Goldsucher gewinnen) oder wenn kein Spieler mehr eine Karte ausspielen kann (Saboteure gewinnen). Dann werden die Zwergenkarten aufgedeckt und es zeigt sich, wer Goldsucher und wer Saboteur ist und Gold zur Belohnung erhält. Die Saboteure erhalten im Falle eines Sieges alle gleich viel Gold, abhängig von der Spielerzahl. Haben die Goldsucher gewonnen, zieht der Spieler, der die letzte Karte gelegt hat so viele Goldkarten, wie Spieler mitspielen. Er darf seine Karte auswählen und dann folgen die Goldsucher gegen den Uhrzeigersinn. Für die neue Runde werden alle Karten gemischt, neue Zwergenkarten verteilt und eine neue Startauslage errichtet.

Spielende:

Nach drei Runden zählen die Spieler ihre Goldklumpen. Wer die meisten vorweisen kann, gewinnt die Partie.

Spieleranzahl:

Man kann es theoretisch ab drei Spielern spielen, aber das würde ich nicht empfehlen. Bei 3 und vier Spielern kann es passieren, dass niemand zu den Saboteuren gehört. Uns ist es passiert, dass zu dritt der Saboteuer die anderen Spieler ab der Hälfte des Spiels blocken konnte und diese bis Rundenende nicht mehr mitmachen durften. Das macht dann nicht wirklich Spaß. Aber ab 5 Spielern nimmt das Spiel wirkllich Fahrt auf.

Glücksfaktor?

Beim Karten ziehen kann man ein glückliches Händchen haben, oder auch nicht. Dem Spielspaß kann dies jedoch nichts anhaben. Wenn man geblockt wurde und sich selbst nicht befreien kann, weil die entsprechenden Karten fehlen, kann dies vielleicht ein Mitspieler. Im Notfall kann man eine Karte abwerfen, in der Hoffnung eine Bessere nachzuziehen. Eine Runde dauert kaum 10 Minuten, da ist der Glücksfaktor eh zu vernachlässigen.

Fazit:

Saboteur eignet sich vor allem für große Gruppen. Schon ab sechs Spielern wird es meist recht schwierig geeignete Spiele zu finden. Doch hierbei wächst der Spielspaß mit zunehmender Spielerzahl. Das ist wirklich außergewöhnlich. Als Saboteur wird man zu Beginn oft noch einigermaßen sinnvolle Wegekarten legen, um seine Identität nicht direkt zu verraten und blockiert zu werden. Man möchte aber vielleicht dem möglicherweise anderen Saboteuren vermitteln, dass man dazu gehört. Hilfreich sind Schatzkarten für beide Seiten, um einzuschätzen wo es sich lohnt hinzugehen oder wo man die Goldsucher ruhig hinlaufen lassen kann.

Während einer Partie kommt es zu manch einer Verdächtigung und es können wilde Diskussionen entstehen. Und nicht immer blockiert man die richtigen Spieler mit den Sabotagekarten. Sind die Goldsucher kurz davor die richtige Zielkarte zu erreichen, ist meist jeder sich selbst der Nächste. Denn nur der Spieler, der die Verbindung zur Zielkarte hergestellt hat, darf die erste Karte aussuchen und wird sicherlich die mit dem höchsten Goldwert nehmen. Am Ende gewinnt aber nur der Spieler mit dem meisten Gold aus den drei Runden, daher möchte jeder Goldsucher gerne selber die entscheidende Wegekarte anlegen. Die Bewertung gilt für Partien mit mehr als vier Spielern.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Fréderic Moyersoen
Erscheinungsjahr: 2004
Spieleranzahl: 3 – 10 Personen
Dauer: ca. 30 MInuten

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2 Gedanken zu “Saboteur

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