Saboteur – Das Duell

Saboteur Das Duell Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

In der Rezension zu Saboteuer habe ich es ja bereits angekündigt, dass ich mir auch die neue Duell-Variante näher angesehen habe. Ich mag 2-Spieler-Varianten, da diese jederzeit zu Hause mit dem Partner gespielt werden können, wenn gerade keine weiteren Mitspieler verfügbar sind. Besonders zu Spielen, die sich nicht oder nicht sonderlich gut zu zweit spielen lassen. Wie das hervorragend geht wurde bereits mit 7 Wonders Duel oder Bohnnaza – Das Duell gezeigt. Letzteres ist ebenfalls bei Amigo erschienen und wurde gerade erst mit dem DuAli ausgezeichnet. Dies ist ein Preis, den der größte Spieleclub Deutschlands, der Ali Baba Spieleclub e.V., seit 2015 einmal jährlich für das beste 2-Personen-Spiel vergibt. Wie stehen die Chancen auf diesen Preis für die neueste Duell-Variante des Verlags?

Spielmaterial:

Diese Variante besteht aus 74 Spielkarten, acht Zwergenmarkern, zwei Schlüssel-Markern und zwei Zwergen mit Standfuß. Die Karten teilen sich auf in 26 Wegekarten, 18 Aktionskarten, 18 Zielkarten und 2 Zwergenkarten. Die Zwergenkarten und die Zwerge sind eigentlich doppelt gemoppelt, sie dienen nur der Markierung, welcher Spieler zu welcher Farbe gehört. Das Blatt der gut strukturierten Anleitung kann wieder als Abstandsmesser für die Startauslage genutzt werden.

Saboteur Das Duell Box

Box / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Der Startaufbau ist etwas anders als im Grundspiel. Beide Zwerge haben eine eigene Startkarte und symmetrisch liegen pro Runde sechs Zielkarten aus, sodass beide Spieler gleiche Chancen haben, die sechs zu erreichen.

Wieder muss ein Spieler pro Zug mindestens eine Karte ausspielen und am Ende eine Neue aufnehmen. Dabei gibt es ein paar kleine Änderungen. Wegekarten müssen mit der eigenen Startkarte verbunden sein. Erst, wenn die beiden Startkarten verbunden sind, darf ein Spieler auch die Strecke des Anderen weiterführen. Wer in seinem Zug eine Wegekarte mit einem Goldklumpen legt, der von seinem Zwerg erreicht werden kann, legt er einen Zwergenmarker mit seiner Farbe nach oben auf das Gold. Wenn man nicht aufpasst und den Goldklumpen so anlegt, dass nur der Mitspieler ihn erreichen kann, schenkt man diesem das Gold. Es gibt zudem Brücken und Doppelkurven, bei denen nur einer der beiden Wege eine Verbindung zur eigenen Startkarte haben muss. Die blauen und grünen Türen können nur vom gleichfarbigen Zwerg genutzt werden. Die beiden farbigen Leitern stellen jeweils eine direkte Verbindung zur Startkarte her, daher müssen sie nicht zwingend an eine Karte angelegt werden, die zuvor eine direkte Verbindung zur Startkarte hatte. Sie dürfen jedoch nicht direkt an Zielkarten oder Karten mit Goldklumpen gelegt werden. Zu guter letzt sind noch drei Trolle unterwegs, die Wege versperren. An ihm kommt man nur vorbei, wenn man einen Zwergenmarker darauf legt und bei Rundenende 1 Gold als Wegezoll zahlt.

Saboteur Duell Spielsituation1

Spielsituation 1 / Foto: Brettspielpoesie

Die Aktionskarten sind die gleichem, wie im Grundspiel. Neu hinzugekommen sind nur die Schlüsselkarten, mit denen eine Tür durch einen Schlüsselmarker bis zum Rundenende für beide Zwerge passierbar wird. Als neue Option steht die Möglichkeit offen zwei Handkarten abzuwerfen, um eine Sabotage-Karte loszuwerden, wenn man nicht die entsprechende Reparatur-Karte auf die Hand bekommt. Man darf in diesem Fall allerdings nur eine Karte nachziehen, reduziert also sein Handkartenlimit. Beim Passen darf man wählen ob man eine oder zwei Handkarten ablegt und die entsprechende Anzahl neu zieht.

Drei Ereignisse können zum Rundenende führen: Alle sechs Zielkarten wurden aufgedeckt, alle acht Zwergenmarker gelegt oder beiden Spielern sind die Handkarten ausgegangen. Dann nehmen sie alle Goldkarten mit Zwergenmarkern ihrer Farbe an sich und bezahlen ggf. die Trolle. Für die neue Runde wird die Startauslage neu errichtet und Handkarten verteilt. Es beginnt immer der Spieler, der weniger Gold besitzt.

vSaboteur Das Duell Spielsituation2

Spielsituation 2 / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Wie gewohnt: Nach drei Runden zählen die Spieler ihre Goldklumpen. Wer die meisten vorweisen kann, gewinnt die Partie.

Spieleranzahl:

Diese spezielle Variante richtet sich an einen Solo- oder zwei Spieler, die in dieser Konstellation sonst Saboteur nicht spielen können. Die Solo-Variante erfordert für meinen Geschmack zu viel Zeit für den Aufbau im Verhältnis zum Spielspaß. Dabei werden alle gezogenen Sabotage-Karten während des Spiels sofort ausgeführt. Vor der Partie werden zehn zufällige Karten aussortiert und es dürfen nur sechs Zwergenmarker gelegt werden. Ziel ist es, einen möglichst hohen Wert an Gold zu sammeln.

Glücksfaktor?

Da keine Mitspieler helfen können, die Sabotage-Karten zu entfernen, gibt es die neue Möglichkeit Karten abzuwerfen, um eine solche Karte zu entfernen. Damit dies nicht immer sofort ausgeführt wird, wurde es mit dem Verlust einer Handkarte kombiniert, was ich gelungen finde. Durch die Goldklumpen auf den Wegen und die doppelte Anzahl an Zielkarten pro Runde, erhöht sich der Glücksanteil ein wenig, da man meist das Nachsehen hat, wenn nur der Mitspieler diese Karten auf die Hand bekommt oder man die falschen Zielkarten erreicht.

Fazit:

Die Idee dahinter klang wirklich vielversprechend, aber so richtig gefallen hat uns das Saboteur Duell leider nicht. Saboteur zeichnet sich eben genau dadurch aus, dass zu Beginn ungewiss ist, wer Freund und wer Feind darstellt. Dieses Element fehlt dem Duell zwangsläufig komplett. Die neuen Wegekarten erschienen sinnvoll im direkten Duell: Dem Mitspieler durch Türen oder Trolle die Wege zu den Zielkarten zu versperren oder ihn wie gewohnt mit Sabotage-Karten davon abzuhalten weiter an der Strecke zu bauen. Wenn die beiden Spieler sehr destruktiv spielen, kommt es jedoch häufig vor, dass nicht eine der Zielkarten erreicht wird, da zu viele Karten abgeworfen werden, um sich zu befreien. Zwar liegt auch auf manchen Wegen Gold herum, dass man sich aneignen kann, aber es fühlt sich falsch an, die Zielkarten nicht zu sehen zu bekommen. Auch den Aufwand zu Errichtung der Startauslage, was für eine Partie drei Mal erforderlich ist, empfanden wir zu hoch. Da gibt es im Bereich der 2-Personen-Spiele andere, bei denen schneller losgelegt werden kann und mehr Spielspaß erreicht wird.

Solo kann ich das Spiel überhaupt nicht empfehlen. Durch die zehn aussortierten Karten wird der Glücksfaktor in die Höhe getrieben, im schlechtesten Fall steckt man durch Sabotage-Karten komplett fest und kann gar keine Wegekarten mehr legen. Auch da gibt es durchaus spannendere Alternativen bei den kleinen Solo-Kartenspielen. Was mich wahnsinnig irritiert, ist das kleine gelbe Symbol, dass alle Karten tragen. Auf Nachfrage bei Amigo dient das nur zur Kennzeichnung der Karten dieser Version. Ich habe immer das Gefühl, eine Wegekarte in korrekter Ausrichtung anlegen zu müssen, was aber nicht der Fall ist. Wir haben das Spiel auch Freunden ausgeliehen, um weitere Meinungen einzuholen. Leider hat niemand so wirklich Spaß daran gefunden, alle wollen Saboteur lieber wieder in großen Runden spielen.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Frederic Moyersoen
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 1 – 2 Spieler
Dauer: ca. 30 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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2 Gedanken zu “Saboteur – Das Duell

  1. Mh, nun verstehe ich deine Meinung (aus Twitter). Fraglich ist aber doch, wie das Spiel ohne den schwergewichtigen Namen Saboteuer zu beurteilen sei. Dass es nicht so ist, wie das Original ist klar. Aber vielleicht ist es als eigenständiges Spiel, dass dem großen Bruder nicht gleichauf sein muss, gar nicht so schlecht?!

    • Hallo Chris,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Spiele sind ja immer Geschmackssache. Uns konnte Saboteur – Das Duell einfach nicht überzeugen. Auch ohne den Schatten seines „großen Bruder“ kam leider kaum Spielspaß auf. Wie beschrieben haben wir es extra noch im Freundeskreis weiter gegeben, leider waren sich alle in der Beurteilung einig. Ich wollte gerne eine bessere Bewertung geben, aber ich kann mir momentan einfach nicht vorstellen, dass in mir in nächster Zeit der Wunsch entsteht dieses Spiel hervor zu holen und zu spielen. Ich würde Saboteur auch nicht unbedingt wieder zu dritt spielen, da es sich ähnlich anfühlte wie die Duell-Variante, wenn es dem Saboteur gelingt beide Mitspieler davon abzuhalten Wegekarten zu spielen und man nicht voran kommt, weil man die ganze Zeit einfach nur Karten abwirft, um sich von der Sabotage zu befreien.

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