Schöne Sch#!?e

Schöne Sch#!?e Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Wieder mal mit dem falschen Fuß aufgestanden? – Schöne Sch#!?e! Beim Überqueren der Straße von einem Klavier getroffen wurden? – Schöne Sch#!?e! Um alle möglichen Alltagsunfälle dreht sich dieses kleine Kartenspiel. Es existiert bereits seit 13 Jahren, doch jetzt gab es neue, tolle Illustrationen von Dennis Lohausen. Schöne Sch#!?e? – Nein, ganz und gar nicht! Das Spielprinzip kann heute immer noch überzeugen und das neue Artwork machen es einfach unwiderstehlich, obwohl man diese Missgeschicke ja eigentlich nicht einmal geschenkt bekommen möchte. Es gilt dabei noch immer Geschenkt…ist noch zu teuer, wie der Originaltitel lautete, doch die abstrakten, nummerierten Karten sind einem kleinen, niedlichen Pechvogel gewichen, mit dem man sofort Mitleid bekommt.

Spielmaterial:

33 großfromatige Spielkarten mit den Werten 3 – 35 und 55 rote Plastikchips.

Spielmechanismus:

Die Spieler beginnen mit einigen Chips, die sie während der gesamten Partie vor den Mitspielern geheim halten dürfen. Es kommen immer nur 24 der 33 Karten pro Partie zum Einsatz, die übrigen kommen ungesehen zur Seite und die oberste Karte wird aufgedeckt. Wer am Zug ist, muss nun entscheiden ob er die Karte in seine eigene Auslage nimmt oder einen seiner Chips darauf legt und die Karte samt Chips an den nachfolgenden Spieler weiter reicht. Hat ein Spieler keine Chips mehr zur Verfügung, muss er die Karte nehmen. Er bekommt dafür aber auch alle darauf befindlichen Chips, mit denen er nachfolgende Karten abwehren kann. Wurde eine Karte genommen, deckt der aktive Spieler die nächste Karte auf und muss sich wieder entscheiden, mit Chip weitergeben oder annehmen?

Schöne Sch#?!e Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Runden zu überstehen ohne eine einzige Karte anzunehmen wird nur schwer möglich sein, daher muss man sich manches Mal für das geringere Übel entscheiden. Einen kleinen Trick gibt es dabei, denn bei aufeinanderfolgenden Kartenwerten zählt nur der kleinste Wert Minuspunkte.

Spielende:

Sobald die letzte Karte von einem Spieler genommen wurde zählen alle Spieler die vor ihnen ausliegenden Kartenwerte als Minuspunkte. Bei Spielende im eigenen Besitz befindliche Chips zählen Pluspunkte. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Pluspunkten oder besser gesagt zumeist der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten.

Spieleranzahl:

Mindetsens drei Spieler werden für eine Partie benötigt, bis zu sieben Spieler sind möglich. Je mehr Spieler desto weniger Chips hat jeder Einzelne bei Spielbeginn und desto besser kommt man um Karten herum. Bei wenigen Spielern bleibt es kaum aus irgendwann im Spiel Karten aufnehmen zu müssen, man muss nur weise wählen welche Karten, um gewinnen zu können.

Glücksfaktor?

Zufällig werden 9 Karten zur Seite gelegt, daher wird es zwangsläufig passieren, dass Zahlenwerte zwischen zwei Zahlen gar nicht auftauchen, um die Minuspunkte zu reduzieren. Genau dadurch wird die Spannung in diesem Spiel erzeugt. Will man eine Karte nehmen, die kein anderer haben möchte, kann spekuliert werden, wie oft die Karte zu einem zurück kehrt, bevor ein anderer Spieler aufgrund der vielen Chips doch noch zugreift. Bei der wirklich rachen Spielzeit ist der Glücksfaktor akzeptabel.

Fazit:

Das Spielprinzip ist wirklich einfach und ermöglicht einen problemlosen Einstieg. Die Entscheidungen sind dann aber gar nicht so leicht zu treffen. Nehme ich eine Karte mit hohem Wert, wenn dort viele Chips darauf liegen? Oder lasse ich sie noch einmal herum gehen, um mehr Chips zu erhalten? Wage ich es Karten mit genau einem Wert Abstand anzunehmen in der Hoffnung, das die fehlende Karte auftaucht und mir nicht vom Mitspieler weggenommen wird, bevor ich die Chance habe? Oder nehme ich Minuspunkte auf, nur damit ein Mitspieler seine Punkte eben nicht durch eine Zahlenkette reduzieren kann? Jede neu aufzudeckende Karte erweckt Emotionen in den Spielern, das wird durch das geheim halten der eigenen Chips begünstigt.

Auch wenn es alleine keinen Spieleabend trägt, haben wir hiermit ein wunderbares Ärger-Spiel mit einer Art Push your Luck-Element, welches von Amigo Spiele und Dennis Lohausen schön aufbereitet wurde. Habe ich zuvor Bilder von Geschenkt…ist noch zu teuer gesehen, schreckten mich diese aufgrund der bunten Karten mit den reinen Kartenwerten eher ab. Doch diese hier treffen mitten ins Herz, während die anderen Spieler überlegen kann man sich an den Motiven erfreuen. Ein tolles Beispiel wie viel Spielspaß aus so wenig Material heraus geholt werden kann – immer wieder gerne!

Wertungsnote 5/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Thorsten Gimmler
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 3 – 7 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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