Spiel des Jahres 2016 – Prognose

Es ist mal wieder so weit. Der Spiele-Jahrgang 2015/2016 ist veröffentlicht und muss sich nun dem Urteil des Spiel des Jahres-Jury stellen. Auch ich werde heute meine persönliche Prognose für die Nominierungen bekannt geben, inwieweit ich damit richitg liege, werden wir am kommenden Montag sehen, wenn die Jury sich zu Wort meldet.

Beim roten Pöppel für das Spiel des Jahres ist Codenames für mich der große Favorit. Kaum einem Spiel gelingt es dermaßen die Maßen für sich zu begeistern. In jeder unserer Spielgruppen kam dieses kniffelige Wortspiel super an. Auch wenn anfangs vielleicht noch Skepsis herrscht, will spätestens nach der ersten Partie jeder einmal den Agentenführer spielen. Es ist schnell erklärt und schnell gespielt. Der perfekte Anwärter für den Titel. Ich würde mich außerdem freuen, wenn Karuba es auf die Nominierungsliste schafft. Es ist ebenfalls einfach zu verstehen, erzeugt aber einen gewissen Suchtfaktor. Jeder spielt zwar nur auf seinem eigenen Tableau, aber durch die Schätze sind die Züge der Mitspieler dennoch entscheidend. Und der Ehrgeiz ist geweckt mit den gleichen Voraussetzungen ein besseres Ergebnis zu erzielen. Bei den weiteren Nominierungen tue ich mich jedoch etwas schwer. Die holde Isolde lässt sich gut spielen, fällt meiner Meinung nach aber wegen der winzigen Siegpunktmarker raus. Mysterium hat vermutlich zu viel Ähnlichkeit mit Dixit. Vielleicht hat auch Animals on Board, dem familientauglichen Spiel rund um Tierpaare und -familien, bei dem man Herden immer wieder teilt eine Chance. Gum Gum Machine und Potion Explosion sind bunt und machen einen guten Eindruck auf den ersten Blick, ohne sie gespielt zu haben, kann ich darüber jedoch nicht urteilen. Daher lege ich mich nun auf Imhotep fest. Dabei kann man sicher streiten, ob es sich um ein Familien- oder Kennerspiel handelt. Ich würde durch das einfach zu verstehende Spielprinzip eher zum Spiel des Jahres tendieren.

Anders sieht das bei Isle of Skye aus, dass auch immer wieder in diesem Zuge genannt wird. Denn Isle of Skye ist mein Tipp für das Kennerspiel des Jahres. Ich denke, dass die unterschiedlichen Wertungsbedingungen zu komplex für ein reines Familienspiel sind. Die weitere Auswahl ist aber auch nicht leichter. Highlights des aktuellen Jahrgangs sind sicher T.I.M.E Stories und Pandemic Legacy. Aber ich finde, dass diese Spiele nicht den Ansprüchen der Jury entsprechen, da sie Gelegenheitsspieler vermutlich weniger ansprechen. Pandemic sollte man in kurzen Abständen spielen und hat man T.I.M.E Stories einmal erfolgreich durch, muss man für weiteren Spielspaß Erweiterungen kaufen. Vielleicht reicht es für die Nominierungsliste, möglicherweise aber auch nur für die Empfehlungsliste. Mit 7 Wonders Duel wurde eine tolle 2-Spieler-Version von 7 Wonders geschaffen, aber sowohl der große Bruder als auch die Limitierung auf 2 Personen werden dafür sorgen, dass es vermutlich nur auf der Empfehlungsliste landen wird. Porta Nigra stellt für mich noch ein gutes Kennerspiel mit einer tollen Thematik und einen leichten Spieleinstieg dar.

Das spielerische Highlight dieses Jahrgang ist für mich ganz klar Mombasa, aber aufgrund seiner Komplexität wird es wohl. ähnlich wie letztes Jahr Auf den Spuren von Marco Polo, nur auf der Empfehlungsliste landen. Das gleiche Schicksal könnte Nippon ereilen.

Beim Kinderspiel des Jahres halte ich mich mal raus, da ich selber kinderlos bin und daher kaum Kinderspiele gespielt habe. Durch die positiven Rezensionen gehören Leo muss zum Friseur und Stone Age Junior zu den Favoriten, aber ich möchte nicht ausschließen, dass mir im Kinderspielbereich einiges entgangen sein könnte. Gerne könnt ihr mir in den Kommentaren eure Tipps mitteilen. Die Auflösung erfahren wir dann alle am Montag, ich bin gespannt.

Am Wochenende findet der Herner Spielewahnsinn statt, dem ich ursprünglich einen Besuch abstatten wollte, aber leider ist meine einzige Präsenz-Vorlesung diesen Freitag und Samstag in Kiel. Ich wünsche allen in Herne viel Spaß, freue mich auf Berichte und hoffe nächstes Jahr dabei sein zu können.

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Ein Gedanke zu “Spiel des Jahres 2016 – Prognose

  1. Unsere Tipps ähneln sich.

    Beim SdJ erwarte ich auch einen Zweikampf zwischen „Codenames“ und „Karuba“. Chvatils Agenten-rate-Spiel ist mir das liebste des Jahres, nur weiß ich nicht, ob es auch die richtige Wahl für den roten Pöppel ist. Es kam in allen Runden, mit denen ich bislang spielte, sehr gut an, allerdings spielte ich es nie mit Kindern. Ihr wisst alle, „Codenames“ ist ab 14 Jahre und ob das für die SdJ-Kernzielgruppe Familien so passend ist, wage ich zu bezweifeln. Deshalb lautet mein Tipp: „Karuba“. Über „Codenames“ würde ich mich jedoch noch mehr freuen!

    Von „Imhotep“ bin ich auch begeistert, sehe es im Gegensatz zu dir auf einem Niveau mit „Isle of Skye“ und „Quadropolis“. Sollten tatsächlich diese drei Spiele nominiert werden, wäre ich mit der Auswahl für das Kennerspiel unzufrieden, da alle drei am unteren Ende der Kennerspiel-Bandbreite stehen. Ein „Shakespeare“ oder ein „Dynasties“ wäre eine gute Ergänzung zu den eher leichteren Kennerspielen. „Mombasa“ und „Pandemic Legacy“ (Wieso schreibt keiner „Pandemie – 1. Staffel“? Ach, diese Denglisch-H****) dürften auf der Empfehlungsliste landen. „7 Wonders Duel“ spiele ich sehr gern, allerdings hat es zwei Nachteile: Es ist nur für zwei Spieler gedacht und fusst auf einem wohlbekannten Spiel. Mein Tipp ist ebenfalls „Isle of Skye“.

    Zum Kinderspiel-Preis: „Leo muss zum Friseur“ und „Stone Age Junior“ sind sicherlich gute Tipps. Ergänzen möchte ich „Burg Flatterstein“, „Glupschgeister“ und „Gigi Gnomo“. Tipp: „Leo muss zum Friseur“ oder „Burg Flatterstein“.

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