Take That

Take That Cover

Cover / Foto: NSV

Boybands waren die Publikumslieblinge der 90er. Ganz vorne mit dabei war Take That, die Band rund um Erfolgsänger Robbie Williams. Die Jungs ließen Mädchenherzen höher schlagen und hinterließen haufenweise gebrochene Herzen als sie sich auflösten. Doch genug Gerede davon, das ist hier ein Brettspielblog und mit dem eben erwähnten hat das gleichnamige Spiel absolut nichts am Hut. Es trägt einfach nur den gleichen Namen. Auf dem Cover sieht man eine Kröte, doch auch mit der Tierwelt hat das Spiel nix zu tun. Es ist ein schnelles Kartenspiel, bei dem die Schnapszahlen auf den Kröten hohe Minuspunkte bedeuten. Daher versucht man möglichst keine dieser schleimigen Tierchen ab zubekommen. Den Namen verstehe ich daher eher als die deutsche Übersetzung: „Nimm das!“. Denn jede abgelegte Karte kann Fluch oder Segen für den nachfolgenden Spieler sein.

Spielmaterial:

Es gibt 79 Zahlenkarten von 12 – 98, wobei die 10er (20, 30, 40,…) nicht existieren. Die Schnapszahlen zeigen eine Kröte, sonst sind die Zahlen blau oder orange dargestellt.

Spielmechanismus:

Abgesehen von den Schnapszahlen existiert zu jeder Zahl eine sogenannte Twisted-Karte, mit vertauschten Ziffern. Beispiele: 12 und 21, 46 und 64, 39 und 93. Je nach Spielerzahl unterscheidet sich die Anzahl der Handkarten (8 oder 9), alle übrigen Karten bilden einen Nachziehstapel. Dann müssen die Spieler Runde für Runde eine Karte spielen. Liegt noch keine Karte aus, beginnt der Spieler die Reihe mit einer beliebigen Handkarte. Der folgende Spieler hat nun drei Optionen: Hat er die passende Twisted-Karte deckt er diese auf und nimmt beide Karten offen zu sich. Hat er eine Karte die maximal um 10 Werte nach oben oder unten von der ganz rechts liegenden Karte entfernt ist, darf er sie rechts daneben ablegen. Kann oder will ein Spieler beides nicht ausführen, muss er die gesamte Reihe an sich nehmen. Er legt diese Karten verdeckt vor sich ab, um sie von den Twisted-Karten zu unterscheiden. Dann darf er mit einer seiner Handkarten die neue Reihe starten. Um den Zug zu beenden wird immer eine Karte nachgezogen. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht wird noch so lange weiter gespielt, bis die aktuelle Reihe abgeräumt wurde. Entweder weil sie „weggetwisted“ wurde oder ein Spieler die Reihe an sich nehmen musste.

Take That Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Nun werden Punkte berechnet. Jede getwistete Karte (nicht jedes Paar) zählt einen Pluspunkt, für jede genommene Karte werden Punkte abgezogen. Dabei zählen die Schnapszahlen als fünf Minuspunkte, alle anderen erhöhen die Minuspunkte um 1. Diese werden dann von den möglichen Pluspunkten abgezogen und der Wert notiert. Dieser kann auch im Minusbereich liegen. Es folgt eine weitere Partie nach gleichem Ablauf.

Spielende:

Nach zwei Durchläufen werden die Punkte addiert und der Spieler, der anschließend vorne liegt, gewinnt.

Spieleranzahl:

Zu zweit verliert das kleine Kartenspiel etwas an Reiz. Zwischen den eigenen Zügen liegt nur ein weiterer, das kann Vor- und zugleich Nachteile haben. Habe ich keine weiteren Karten in diesem Zahlenbereich, muss ich die ausliegenden Karten an mich nehmen. Habe ich viele Karten in diesem Bereich, kann ich sie nur dauerhaft ausspielen, wenn der Mitspieler dies ebenfalls kann. Sonst nimmt er die Reihe an sich und legt einen für ihn passenden Wert vor. Spielt man jedoch zu viert kann es sein, das die Mitspieler sich durch das Ausspielen abweichender Karten auch weit entfernen, bis ich wieder am Zug bin.

Es wird noch eine Profi-Variante vorgeschlagen, die besonders zu zweit empfohlen wird. Dabei muss eine weitere Karte als Minuspunkt(e) vom Stapel genommen werden, wenn man eine Reihe aufnimmt, die nur aus einer Karte besteht. Und diese verdeckte Karte kann natürlich auch eine Kröte sein…

Glücksfaktor?

Ein bisschen Glück gehört schon dazu, wenn man jede Runde eine verdeckte Karte zieht und Minuskarten an sich nehmen muss, wenn man mal keine passende Karte legen kann. Aber bei der Kürze einer Partie ist das für einen schnellen Aufwärmer oder Absacker zu verschmerzen. Es kann auch eine taktische Entscheidung sein, eine kurze Reihe ohne Schnapszahlen zu nehmen, um der Gefahr zu entgehen diese Reihe zu einem späteren Zeitpunkt aufnehmen zu müssen, weil man in diesem Zahlenbereich keine Karten mehr auf der Hand hat. Natürlich kann dabei jede neu gezogene Karte eine Wendung bringen. Umso ärgerlicher ist es, wenn man eine passende Twisted-Karte zieht und dann ein Mitspieler die Reihe abräumt.

Fazit:

Ein schnelles Spiel mit ebenso schnellem Einstieg. Lediglich die vielen verschiedenen Karten können anfangs etwas irritieren (Handkarten, ausliegende Kartenreihe, eigene offene und verdeckte Karten) und gerne wird mal vergessen eine Handkarte aufzunehmen. Wichtig ist es die Karten nach jeder Partie sorgfältig zu mischen, schlecht gemischte Karten können den Spielspaß beeinflussen. Alles in allem ein schönes, schnelles Kartenspiel mit Ärgerfaktor.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Nürnberger Spielkartenverlag
Autor(en): Reinhard Staupe, Andreas Spies
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an den Nürnberger Spielkartenverlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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Ein Gedanke zu “Take That

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