The Game Extreme

The Game Extreme Cover

Cover / Foto: NSV

Wenn ich an The Game denke, kommt mir direkt ein Erlebnis in den Sinn, dass ich nun mit euch teilen möchte. Wir wollten das 2015 zum Spiel des Jahres nominierte Spiel im selben Jahr einer Freundin zum Geburtstag schenken und begaben uns dafür in ein Spielwaren-Fachgeschäft. Da wir es bei der großen Auswahl an Brett- und vor allem Kartenspielen nicht entdecken konnten, sprachen wir eine Mitarbeiterin an. Auf die Nachfrage ob sie denn The Game vom Nürnberger Spielkartenverlag führen würden, wurde uns entgegnet, dass wir schon den genauen Titel des Spiels nennen sollten. Wir beharrten darauf  dass es sich dabei um den Spieltitel handelt, doch verfügbar war das Spiel dort nicht. Wir bedauerten es sehr, das ein Spiel das aktuell zum Spiel des Jahres nominiert sei, nicht im Angebot zu finden ist und bekamen als Antwort: „Man könne ja nicht alle jemals nominierten Spiele anbieten“. Das ist soweit korrekt, aber bei aktuell nominierten könnte man das erwarten, zumal tagesaktuell mit den derzeitigen Spielen des Jahres Werbung gemacht wird. Aber kommen wir zum hier rezensierten Spiel, bei dem es sich um eine Weiterentwicklung handelt. Daher empfehle ich für Unwissende zunächst die Rezension des Originals.

Spielmaterial:

Gewohnte Qualität bei den 102 Spielkarten. Die Anleitung beschreibt auf der einen Seite die normalen Regeln und die für die extreme Variante auf der anderen Seite. Dafür wurde der Originaltext etwas gekürzt und umgestaltet, enthält aber alle notwendigen Informationen.

Spielmechanismus:

Der Spielmechanismus bleibt grundsätzlich gleich, die Spieler versuchen jede einzelne Karte regelkonform abzulegen, indem sie in jedem vollständigen Zug mindestens zwei Karten ablegen. Durch die neuen Symbole kommen weitere Effekte hinzu. Vier davon gelten für alle, solange sie sichtbar ausliegen (blaues Unendlichkeits-Zeichen) und drei betreffen einmalig nur den aktiven Spieler (orangefarbener Blitz). Folgendes kann eintreten:

  • Es darf nicht mehr über die Karten gesprochen werden
  • Es darf pro Zug nur noch auf genau einen (beliebigen) Stapel gelegt werden
  • Rückwärtsschritte sind nicht erlaubt
  • Am Zugende darf nur noch eine Karte nachgezogen werden
  • In diesem Zug müssen exakt drei Karten gelegt werden
  • Diese Karte beendet den aktuellen Zug
  • Liegt diese Karte bei Spielende offen, ist das Spiel verloren
The Game Extreme Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Diese insgesamt 28 Karten mit zusätzlichen Ereignissen erschweren es den Spielern das Spiel zu besiegen und können einen Spieler in fiese Zwickmühlen bringen.

Spielende:

Zusätzlich zu den normalen Endbedingungen, kann das Spiel nun auch enden, wenn die falsche Karte bei Zugende offen liegt oder man einen Effekt nicht komplett ausführen kann.

Spieleranzahl:

Auch hier ändert sich wenig im Vergleich zum Grundspiel. Mir ist aufgefallen, dass es solo am einfachsten ist, weil viele Effekte einen dann nicht wirklich schlimm treffen, da man mit den anderen Karten bereits den nächsten Zug planen kann. Umso mehr Spieler, desto schwieriger die Abstimmung – erst Recht, wenn reden verboten wird oder man perfekte Karten für Rückwärtsschritte hat, diese aber aktuell nicht erlaubt sind und man dies nicht ändern kann.

Glücksfaktor?

Verhält sich ebenfalls ähnlich zum Original. Doch betrifft das Glück bzw. Pech beim Karten ziehen nun nicht mehr nur die Zahlen, sondern auch die Effekte. Zum Ende des Spiels ist es beispielsweise meist schwieriger exakt drei Karten zu legen als zu Beginn. Im Gegenzug kann man die Stopp-Karte aber auch taktisch einsetzen, da sie es ermöglicht nur eine Karte im Zug auszuspielen.

Fazit:

Wer sich The Game neu zulegen möchte, der sollte direkt zu The Game Extreme greifen, da es möglich ist sowohl die normale als auch die extreme Variante zu spielen. Außerdem mag ich die Farbe blau einfach lieber als rot 😉 Für Einsteiger ist auf jeden Fall die normale Variante ohne die neuen Effekte zu empfehlen. Sollte es sich zum viel gespielten Spiel entwickeln, kann man für den härteren Kick auf die Extreme-Variante umsteigen. Dafür bedarf es auch Disziplin der Spieler, denn das Reden über den Spielverlauf plötzlich einzustellen, ist gar nicht so leicht und passiert auch versehentlich unterbewusst. Bei dem geringen Preis kann es auch für The Game-Liebhaber eine gelungene Abwechslung bringen. Vor allem, wenn das Spiel mittlerweile den Reiz verloren hat, weil man es immer wieder besiegt. Wer jedoch daran schon verzweifelt ist, sollte vorsichtig sein, denn die Effekte erhöhen den Schwierigkeitsgrad schon enorm. Lauf Pressemitteilung vom Verlag ist es selbst dort niemandem gelungen The Game Extreme zu besiegen.

Ich war anfangs wirklich skeptisch, ob diese Erweiterung eine Existenz-Berechtigung hat, kann dies nun aber ganz klar mit „Ja!“ beantworten. Es lädt dazu ein, sich der neuen Herausforderung zu stellen und zwar immer und immer wieder, bis man das Spiel besiegen konnte. Und sollte man dies tatsächlich erreichen, will man es bestimmt gleich noch einmal probieren!

Wertungsnote 5/6

Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Autor(en): Steffen Benndorf
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 1 – 5 Spieler
Dauer: ca. 30 Minuten

Vielen Dank an den NSV für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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