Tides of Time

Tides of Time Cover

Cover / Foto: Pegasus Spiele

In Essen landete es zwischenzeitlich auf der Fairplay-Scoutliste. Auch wenn es dort nicht bis zur Abschlusswertung überstehen konnte, war dies Anlass genug das kleine Kartenspiel einzusacken und zu Hause genauer unter die Lupe zu nehmen. Besonders, da es in 2015 nicht über das world wide web erworben werden kann, sondern nur beim Fachhändler des Vertrauens vor Ort. Tides of Time – Im Strom der Zeit ist ein weiteres Microgame und bietet mit nur 18 Karten sehr viel Spieltiefe. Klingt im ersten Moment vielleicht nach Love Letter, bis auf das Kartenformat haben die beiden Spiele jedoch nur wenig gemein.

Spielmaterial:

Die 18 Karten punkten definitiv mit der Optik. Jede Karte ist wunderschön anzusehen. Dazu passt optisch der Kartenname in geschwungener Schrift. Aber was können die Karten sonst noch? Auf jeder Karte ist eine Fähigkeit angegeben, die sich meist auf bestimmte Symbole bezieht und die angegebene Anzahl Siegpunkte einbringen kann. Dafür besitzen 15 der Karten eines von fünf verschiedenen Symbolen, jedes Symbol kommt also genau drei Mal vor. Die Symbole stehen für Palast, Bibliothek, Garten, Tempel und Festung. Dazu gibt es noch vier weiße Holzmarker.

Spielmechanismus:

Von den gemischten Karten erhalten beide Spieler jeweils fünf auf die Hand. Nun wählen beide jeweils eine der Karten aus, die anderen vier Karten gehen an den Mitspieler. Jeder offenbart die Karte in seinem Königreich und wählt dann aus den vier Karten wieder genau eine aus, bevor die Karten zurück an den Mitspieler gehen. So wird verfahren, bis alle Karten verbraucht sind, also jeder Spieler fünf Karten in seinem Königreich hat. Es kommt zur ersten Wertung. Die Spieler prüfen für jede Fähigkeit, ob und wie viele Punkte sie dafür erhalten und halten diese Zahl fest. Durch die Fähigkeiten der Karten kann man zum Beispiel drei Punkte für jede Karte mit speziellem Symbol erhalten, 7 Punkte für die Mehrheit an Karten mit einem Symbol oder Punkte für jedes vorgegebene Set an Symbolen. Darüberhinaus gibt es noch spezielle Siegpunktbedingungen oder Sonderfähigkeiten, wie zum Beispiel der Gewinn aller Gleichstände.

Tides of Time Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Nun nehmen beide Spieler alle Karten auf die Hand und wählen zwei davon verdeckt aus. Eine Karte wird zum sogenannten „Relikt der Vergangenheit“. Der Spieler legt sie wieder vor sich auf und markiert sie mit einem seiner Holzmarker. Diese Karte steht ihm bis zum Spielende zur Verfügung. Die andere Karte legt er ab, sie kommt also aus dem Spiel. Der Gegner weiß jedoch zunächst nicht, welche Karte es nicht in die neue Runde geschafft haben.

Die Spieler erhalten zwei neue Karten und verfahren mit ihnen, wie in der ersten Runde. Eine Karte auswählen, übrige Karten an den Gegner geben, Karte offenbaren. Sind alle Karten ausgelegt, werten beide Spieler, bevor sie wieder zwei Karten wie oben beschrieben auswählen. Jeder hat nun bereits vor der letzten Runde zwei Karten in seinem Königreich. Die übrigen vier Karten werden verteilt und die letzte Runde analog zu den vorherigen durchgeführt.

Spielende:

Nach drei Runden ist das Spiel bereits vorüber und es kommt zu einer letzten Rundenwertung. Wer nach dem dritten Durchgang die meisten Punkte hat, kann das ertragreichste Königreich vorweisen und gewinnt.

Spieleranzahl:

Tides of Time ist ein reines 2-Spieler-Duell. Trotz des wenigen Materials spielt sich fast jede Runde anders als die vorherige, da die Karten in anderer Reihenfolge kommen und die Spieler selbst Karten aus dem Spiel nehmen können.

Glücksfaktor?

Zu Beginn jeder Runde kommt etwas Glück ins Spiel, da beide Spieler von den neuen Karten die Beste direkt ausspielen können. Anschließend ist eine gute Kombination von Merkfähigkeit, Risiko-Bereitschaft und Kombination gefragt.

Fazit:

Wieder ein tolles Microgame, indem viel mehr drin steckt, als man auf den ersten Blick erwartet. Man sollte sich nicht darauf versteifen, immer die Karte zu behalten, die am besten dem eigenen Königreich zu Gute kommt. Noch wichtiger ist es, den Gegner im Blick zu haben und ihm nicht freiwillig für sein Königreich passende Karten zu überlassen, die ihm viele Punkte einbringen werden. Auch bei den Karten, die aus dem Spiel kommen, können beide Ansätze verfolgt werden.

Die Runden sind im Nu vorüber und eine Revanche garantiert. Jede Partie spielt sich durch die Verteilung der Karten anders, die Strategie muss jedes Mal anhand der Startkarten neu überlegt werden und festigt sich meist erst in der zweiten Runde.

Das Thema wirkt jedoch recht aufgesetzt und könnte durch beliebige Themen ersetzt werden, wie man auch auf Boardgamegeek sehen kann. Wichtig sind die fünf verschiedenen Symbole und die Fähigkeiten ggf. mit ihren Siegpunkten. Die Begriffe der Symbolarten wurden bei uns auch nie genannt, sondern durch Burg, Blatt, Krone, etc. oder die Nennung der Farben ersetzt.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Portal Games / Pegasus Spiele
Autor(en): Kristian Čurla
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2 Spieler
Dauer: 15 – 20 Minuten

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