Von Drachen und Schafen

Von Drachen und Schafen Cover

Cover / Foto: Kosmos

Von der Nürnberger Spielwarenmesse 2015 war es schon zu hören: Ein neues Kartenspiel aus dem Hause Kosmos handelt „Von Drachen und Schafen“. Ein Muss für Schaf-Fans wie mich. Bis man die Regeln zum ersten Mal liest und feststellt, dass man eigentlich in die Rolle der Drachen schlüpft, die Schafe opfern müssen um an Siegpunkte in Form von Schätzen zu gelangen. Dennoch habe ich dem Spiel eine Chance gegeben und Spaß daran gefunden.

Spielmaterial:

101 liebevoll gestaltete Karte reichen zu diesem Spielerlebnis. Diese teilen sich in je 40 Aktions- und Schatzkarten, auf deren Rückseiten jeweils ein Schaf in einer der fünf Farben rot, orange, gelb, lila oder blau abgebildet ist. Auf jeder Schatzkarte ist angegeben, wie viele Schafe man in der gleichen Farbe oder der Farbe seiner Wahl abgeben muss, wenn man den Schatz auslegen möchte.
Dazu gibt es noch eine Startspielerkarte, fünf Übersichtskarten und fünf wilde Schafe, die als Joker genutzt werden können. Leider nutzen sich die Kanten der Karten sehr schnell ab.

Spielmechanismus:

Wer zuletzt Schafe gesehen hat, darf dieses Spiel beginnen. In der Mitte wird der Ziehstapel mit allen Karten verdeckt bereitgelegt. Das bedeutet, dass die Kartenseite mit den Schafen oben liegt. Vom Ziehstapel darf immer nur die oberste Karte sichtbar sein. Daneben wird die Wiese ausgelegt. Dies sind einfach vier Karten vom Nachziehstapel mit der Schafseite nach oben. Der Spieler an der Reihe zieht 3 Karten auf die Hand. Dabei darf er immer wählen, ob er eine Karte vom Stapel oder von der Wiese nehmen möchte. Die Wiese wird im Anschluss sofort aufgefüllt, bevor die nächste Karte gezogen werden muss. Wird die Wiese in einer gesamten Runde nicht angerührt, darf man sie abräumen und ersetzten, aber nur wenn alle Mitspieler dem zustimmen. Die Vorderseite der Karten darf man sich erst ansehen, wenn alle Karten gezogen wurden. Nun werden folgende Aktionen ausgeführt:

  • Einen Schatz oder eine Höhle auslegen
    Wenn man einen Schatz auf der Hand hat und genügend Schafe in den geforderten Farben abgibt, darf man diesen vor sich auslegen. Man hat fünf mögliche Ablageflächen vor sich, einen für Schätze jeder Farbe. Dabei sollte man jedoch immer abwägen, ob man auch wertvolle Aktionskarten abgibt oder lieber auf der Hand behält und als Aktion ausspielt. Hat man eine Höhle auf der Hand, kann man diese anstelle eines Schatzes ausspielen. Dafür muss man auch keine Schafe abgeben. Man kann bereits ausliegende Schätze dieser Farbe oder spätere Schätze in die Höhle legen. Für die Anzahl an Schätzen in einer Höhle, erhält man am Spielende weitere Siegpunkte. Die Anzahl der möglichen Höhlen pro Spieler wird jedoch durch die Spieleranzahl begrenzt.
Von Drachen und Schafen Kartenübersicht

Kartenübersicht / Foto: Brettspielpoesie

  • Eine Aktionskarte spielen
    Möchte man die Aktion einer Karte nutzen, liegt man diese offen vor sich oder dem Mitspieler, den der Angriff betreffen soll, aus. Es gibt sieben verschiedene Aktionen. Der Drache kann als einzige Aktion nicht im eigenen Zug gespielt werden, dafür kann man Angriffe anderer Spieler abwehren, wenn diese gespielt werden. Ansonsten dienen die Aktionen anderen Spielern zu schaden, indem sie Karten abgeben oder aussetzen müssen sowie sich selber gegen Angriffe anderer zu schützen. Wenn die Hirtin gespielt wird, darf man sofort zwei weitere Karten ziehen. Der Zauberer kann nur mit einer anderen Aktionskarte gespielt werden und sorgt dafür, dass diese Aktion nicht durch einen Drachen abgewehrt werden kann.
  • Passen
    Kann oder möchte der Spieler weder eine Aktions- noch eine Schatz-/Höhlenkarte spielen, kann er auch passen und der nächste Spieler kommt an die Reihe.

Am Ende seines Zuges darf ein Spieler höchstens 10 Handkarten besitzen. Sollte er mehr auf der Hand haben, muss er so viele abgeben, bis die Anzahl auf 10 reduziert wurde. Dann kommt der nächste Spieler an die Reihe.

Von Drachen und Schafen Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Bei einer bestimmten Anzahl an ausliegenden Schätzen bei einem Spieler (abhängig von der Spieleranzahl 10, 9 oder 8), wird die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt. Danach folgt die Schlusswertung. Der Spieler, der das Spiel beendet, ist nicht automatisch der Sieger. Es wird die Summe der Siegpunkte durch ausliegende Schätze zu der Anzahl Siegpunkte für Schätze, die in einer Höhle liegen, addiert. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Spieleranzahl:

Dieses Spiel macht erst mit 3 oder vier Spielern wirklich Spaß. Zu zweit bekommt man immer die volle Härte der Aktionskarten des Mitspielers zu spüren. Außerdem kann dieser sehr destruktiv spielen und einem die Wiese leeren, wenn er denkt zu wissen, welche Farben man sammelt. Hierbei werden zu Beginn eines Zuges nur zwei Karten gezogen. Nur wenn der Spieler weniger als 4 Handkarten besitzt, darf er eine Zusatzkarte nehmen.

Glücksfaktor?

Man muss beim Karten ziehen schon ein gewisses Fünkchen Glück haben. Wenn nie die passenden Farben ausliegen, schafft man es vielleicht nicht seine Schätze auszuspielen. Es kann auch passieren, dass man nur Aktionskarten und Höhlen zieht und gar keine Schätze ausspielen kann. Aber taktische Überlegungen sind ebenfalls notwendig, wenn man entscheidet welche Karten man für Schätze abgibt. Versucht man zu sammeln, bis man wertvolle Schätze ausspielen kann, in der Gefahr vorher Karten an Gegner abgeben zu müssen? Oder spielt man lieber jede Menge kleiner Schätze aus und versucht das Spiel schnell zu beenden? Nutzt man möglichst viele Aktionskarten oder gibt man diese lieber für Schätze ab? Jeder muss hier seinen Weg finden.

Fazit:

Dieses Kartenspiel, was durch die Illustrationen sehr einfach und harmlos aussieht, kann einen ganz schön zum Verzweifeln bringen. Die doppelseitig nutzbaren Spielkarten sind eine schöne Idee, Interaktion ist durch die Aktionskarten auch gegeben, sodass niemandem langweilig wird, wenn er nicht an der Reihe ist . Für ein Kartenspiel dauert eine Runde jedoch verhältnismäßig lang.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Kosmos Verlag
Autor: Nathanael Mortensen
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Dauer: ca. 45 Minuten

Vielen Dank an den KOSMOS Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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