Willi Wörterwurm

Willi Wörterwurm Cover

Cover / Foto: Mogel Verlag

Der junge familiäre Mogel-Verlag hat neben Perlentauchen auch noch zwei weitere Kartenspiele präsentiert. In einem davon geht es um den Wörterwurm Willi, der sich durch die gesamte Bücherei gefressen hat. Die Spieler versuchen nun die Schäden zu richten und mit einzelnen Buchstaben wieder sinnvolle Wörter zu bestimmten Kategorien zu kreieren. Biem ertesn Biclk auf den klenien Sipeelkatron und dsesen Bescrhirbueng auf der Recüksiete, dahcte ich, dsas nciht arsuceihned Korekrtur gleseen wrude. Beim zweiten Hinsehen stellte ich dann jedoch fest, dass der Text genauso gewollt und passend zum Inhalt ist – eine schöne Idee! Dies zeigt wieder einmal wie viel Herzblut in den Projekten des Mogel Verlags steckt.

Spielmaterial:

120 Spielkarten bestehend aus einer Willikarte zur Trennung der Kartenstapel, 12 Kategorie- und 107 Buchstabenkarten. Jeder Buchstabe ist einem Wert zugeordnet, den man für seine Verwendung erhält. Dabei ist natürlich ein Umlaut oder ein Q wertvoller als ein Vokal oder ein S. Die Buchstabenkarten sind alle nur schwarz-weiß, da bin ich noch nicht sicher, ob ich es als Stilmittel gut finde oder einfach farb- und ideelos. Die Kategorien sind hingegen farblich gestaltet, wobei die Hintergründe in grün, gelb und blau den Schwierigkeitsgrad widerspiegeln.

Spielmechanismus:

Zunächst werden die für diese Partie geltenden Kategorien gezogen. Dabei geben Wertigkeiten auf den Kategorien ihren Schwierigkeitsgrad an und es gibt empfohlene Zusammensetzungen dieser Grade. Zu den leichten Kategorien zählen Mädchen- und Jungennamen genauso wie die Doppelkategorien Essen und Trinken bzw. Tiere und Pflanzen. Die nächste Stufe besteht aus Körper, Sport, Baumarkt sowie Stadt, Land, Fluss. Kniffelig soll es werden mit den Kategorien Musik, Fahrzeug, Kleidung & Accessoires und zu guter Letzt meine persönliche Horror-Kategorie Mathe und Physik.

Die Spieler halten 5 Karten auf der Hand und spielen in jedem Zug eine davon aus. Entweder starten oder erweitern sie damit ein Wort zu einer Kategorie oder sie tauschen die Karte mit einer der immer drei offen ausliegenden. Die getauschte Karte muss dann direkt an ein Wort angelegt werden. Als letzte Alternative bleibt die Karte ungenutzt abzuwerfen. Ein Zug endet mit dem Ziehen einer Karte vom Nachziehstapel, solange dieser noch vorhanden ist.

Willi Wörterwurm Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Zur Spielsituation: So kann es aussehen, wenn man sich zu sehr abspricht. Anders wäre es wohl kaum möglich Mitochondrium zu legen 😀

Spielende:

Das Spiel endet, sobald der Nachziehstapel leer ist und kein Spieler mehr Handkarten besitzt. Dann werden die Werte der Karten, mit den Wörter erzeugt wurden, zum Endergebnis addiert bzw. die negativen Werte eingesetzter Platzhalter-Karten abgezogen.  Mit diesem Ergebnis sollte mindestens 100 erreicht werden, um das Spiel zu gewinnen. Man kann diesen Wert mit der kleinen Wertungstabelle aus der Anleitung abgleichen und sehen, wie die eigene Leistung einzuordnen ist.

Spieleranzahl:

Zu zweit bekommen beide Spieler je zwei weitere Handkarten. Dadurch kommen aber immer noch weniger Karten in Umlauf, als im Spiel mit mehr Personen, denn die Kartenanzahl steigt mit der Spieleranzahl. Bei weniger Spielern stehen somit weniger Buchstaben zur Auswahl, aber es ist wahrscheinlicher seine eigenen Wortideen umzusetzen oder zumindest seine Karten einigermaßen sinnvoll abzulegen, weil man schneller wieder am Zug ist. Bei uns kam zu zweit allerdings nicht wirklich Spielspaß auf. In größerer Runde wurde zumindest eine Menge gelacht und wir hatten Spaß, auch wenn unsere Endergebnisse nicht überragend waren.

Glücksfaktor?

Viel planen kann man nicht. Selbst wenn ein Spieler mit seinen Buchstaben ein tolles Wort kreieren könnte, ist davon auszugehen, dass die anderen Spieler mit ihren Buchstaben in eine andere Richtung wollen.

Fazit:

Schade für den kleinen Wörterwurm, aber wir wurden mit ihm nicht warm. Schon alleine, dass die Spielanleitung nicht exakt festlegt wie viel geredet werden darf, stört uns sehr. Ohne Reden ist es nur sehr schwer möglich sinnvolle Wörter zu erzielen. Redet man hingegen zu viel, kann man auch gleich die eigenen Karten offen legen und gemeinsam zu Wörtern zusammen basteln. Dafür steht Willi Wörterwurm leider in zu großer Konkurrenz zu anderen Wort-Spielen, die es einen Tick besser machen. Die tolle Idee des kooperativen Ansatzes kann dem leider nicht ausreichend entgegen wirken.

Vielleicht sind wir einfach zu unkreativ, aber uns fielen in der Regel kaum Wörter zu den gegebenen Kategorien ein, die wir mit unseren Buchstaben hätten legen können. Wem dies besser gelingt, kann sich hingegen darüber freuen, dass es mit den verschiedenen Kategorien auch anspruchsvollere Schwierigkeitsstufen geben soll. Soll, weil ich nicht beurteilen vermag, ob Körperteile beispielsweise schwieriger als Wörter zu kreieren sind als Fahrzeugteile. Interessant wäre, wie man auf eben diese Kategorien gekommen ist, vielleicht lässt sich das noch heraus finden. In einer unserer Spielerunden mit Familienspielern kam es nämlich durchaus positiv an und Willi Wörterwurm hat daher in seiner Zielgruppe sicher eine Daseins-Berechtigung, nur wird es bei uns leider nicht mehr auf dem Spieltisch landen.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Mogel-Verlag
Autor(en): Michael Loth
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 30 – 50 Minuten

Vielen Dank an den Mogel-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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