Crime Letters – Die Monster unter der Stadt

Logo / Foto: Brettspielpoesie

Die Corona-Pandemie hat das Leben vieler Menschen ordentlich auf den Kopf gestellt. In sämtlichen Lebensbereichen wurden die Bürger aufgefordert, Kontakte zu beschränken und wenn möglich daheim zu bleiben, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Für viele Unternehmen war dies ein harter Schlag, manche mussten kurzzeitig mussten schließen, viele wurden in ihrer gewohnten Arbeitsweise eingeschränkt. Doch haben sich daraus auch Chancen ergeben. Eine davon hat der Homunculus-Verlag genutzt, und die Crime Letters eingeführt. In der Dysturbia-Welt, in der auch die ESCAPE Dysturbia Escape Room-Spiele thematisch eingebettet sind, betreiben die Spieler eine Detektei und diese wird jeden Monat mit einem speziellen Fall beauftragt.

Den ersten Fall mit dem Titel Die Monster unter der Stadt habe ich mir angesehen. Nach einem ersten Brief zur Gründung der eigenen Detektei, folgten fünf ganz unterschiedliche Briefe.

Crime Letters Gewerbeschein / Foto: Homunculus

Auf mehreren Seiten stellen uns die Absender ihre Eindrücke zu den Geschehnissen vor, die wir untersuchen sollen. Dabei ist jedoch nicht immer alles eindeutig, manche Informationen verstecken sich hinter Codierungen, welche erst aufgelöst werden müssen, um die Informationen zu entschlüsseln.

Crime Letters Brief 1 / Foto: Homunculus

Am Ende eines jeden Briefes sind Fragestellungen aufgeführt, welche die Ermittler bis zum Erhalt des folgenden Briefes beschäftigen sollen.

Crime Letters Brief 3 / Foto: Homunculus

Nach vier Briefen haben sie ausreichend Indizien, um den Fall korrekt zu lösen. Als kleiner Ansporn kann die Lösung online eingetragen werden, um als Dysturbias Top-Schnüffler ausgezeichnet zu werden.

Fazit:

Die Idee mit den Briefen finde ich super. Ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn ein neuer Brief aus dem Briefkasten gefischt werden konnte, um zu erfahren wie es weiter geht. Diese Briefe sind schon echt cool gemacht, für die Briefe von verschiedenen Absendern wurde anderes Briefpapier verwendet, genauso wie unterschiedliche Schriftarten, das wirkt atmosphärisch ziemlich gut. Die Texte sind zwar gedruckt, teilweise jedoch in Schriftarten, die wie handgeschrieben wirken. Der Besteller wird persönlich mit Namen angesprochen, das hinterlässt ein gutes Gefühl, man fühlt sich wirklich eingebunden.

Der Inhalt ähnelt jedoch mehr einem Kriminal-Roman, als einem Escape Room-Spiel. Die Briefe werden zwar auch als Crime Letters angepriesen, also ohne Bezug zu Escape Räumen, jedoch kann die Erwartung eine andere sein, wenn die Welt, in der es spielt, zunächst für eine gelungene Escape Room-Reihe angelegt wurde. Es gibt viel zu lesen und nur wenige „echte“ Rätsel zu lösen. Meist sind es eher Schlussfolgerungen, welche den Spielern abverlangt werden. Mich hat die Geschichte nicht wirklich begeistert, die Charaktere bleiben recht flach, die Auflösung passt für mich nicht zu den geschilderten Geschehnissen im Vorfeld des Todes. Auf der anderen Seite wurden einige, interessante Wendungen eingebaut und die Rätsel, die gestellt wurden, fand ich gut gemacht.

Im letzten Brief eines Monats wird der Fall vollständig aufgelöst, um zu erfahren was wirklich passiert ist. Dabei gab es im ersten Monat keine Auflösung der einzelnen Rätsel, was ich sehr schade fand, da uns nicht alle Lösungen klar geworden sind. Solches Feedback hat der Verlag bereits mehrfach erhalten und möchte zukünftige Auflösungen umfangreicher gestalten. Wir haben zwar einige Handlungsstränge korrekt erkannt, den schuldigen Täter konnten wir hingegen nicht ermitteln. Da ich vor allem auf Rätsel stehe, habe ich wenig Interesse weitere Fälle der Crime Letters zu verfolgen. Auch wenn ich das Grundprinzip durchaus gelungen finde und dem Verlag zutraue, die Kritikpunkte anzunehmen, um sie bei späteren Briefen umzusetzen. Ich warte jedoch lieber auf die anstehenden ESCAPE Dysturbia-Spiele, da passt das Verhältnis von Story zu Rätselaufgaben besser zu meinem Geschmack.

Vielen Dank an den Homunculus Verlag für die Bereitstellung der Briefe.

Crime Letters Brief 4 / Foto: Homunculus

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Eine Antwort auf „Crime Letters – Die Monster unter der Stadt“

Ich denke, da wird noch mehr kommen in nächster Zeit. Escape Rooms online, am Telefon oder per Videostream. Die Escape Room Betreiber haben sich aufgrund von Corona einiges einfallen lassen (müssen). Einiges wird noch nicht ganz fertig sein. Auf Kickstarter gibt es im Moment viele Ideen zu Escape und Detektivspielen, die neuste von Rita Orlov (Postcurious). Und auch von Hidden Games kommt bald ein neues Spiel raus. Wir dürfen gespannt sein!

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